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13:30 Uhr, 13.03.2026

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

DIW: Iran-Krieg bremst Erholung der deutschen Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach drei schwachen Jahren auf Erholungskurs, auch wenn geopolitische Krisen wie der Iran-Krieg und die US-Handelspolitik diese Dynamik bremsen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht in seiner Konjunkturprognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,0 Prozent und 2027 um 1,4 Prozent wachsen wird. Dies ist ein um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte niedrigeres Wachstum als ohne den Iran-Krieg. "Wenn wir davon ausgehen, dass der Höhepunkt der Energiepreissteigerungen bereits erreicht ist, bremst der Iran-Krieg die Erholung der deutschen Wirtschaft damit zwar etwas, stoppt sie aber nicht", erklärte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik.

Eurozone-Produktion fällt im Januar wider Erwarten

Die Industrie im Euroraum hat ihre Produktion im Januar überraschend gedrosselt. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, fiel die Produktion (ohne Bauwirtschaft) gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,5 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Industrieproduktion um 1,2 Prozent niedriger. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 1,4 Prozent gerechnet.

Rabobank: EZB priorisiert Inflationsrisiken - noch "in a good place"?

Rabobank-Volkswirt Bas van Geffen erwartet, dass der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bei seinen Beratungen in der nächsten Woche den Leitzins bei 2,00 Prozent belassen, aber ein besonderes Augenmerk auf die Inflationsrisiken legen wird. "Vorerst macht der Inflationsausblick keine Zinserhöhung notwendig, aber je länger der Konflikt dauert, desto größer werden die Inflationsrisiken", schreibt er in seinem Ausblick auf die Zinsentscheidung am 19. März. Aktuell sieht van Geffen den Leitzins für das gesamte Jahr 2026 bei 2,00 Prozent. "Aber wenn sich die Situation an den Energiemärkten deutlich verschärft, wird die EZB den Leitzins bei der nächsten geldpolitischen Ratssitzung anheben", prognostiziert er.

Chinas Wirtschaft dürfte 2026 schwach starten

Eine Reihe von Daten zur chinesischen Wirtschaftsaktivität für Januar und Februar dürften in der kommenden Woche zeigen, dass die heimische Wirtschaft einen schleppenden Start ins Jahr 2026 hingelegt hat, meinen die Volkswirte von ING. "Wir erwarten eine leichte Erholung der Einzelhandelsumsätze auf 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und einen schwachen Jahresauftakt bei den Anlageinvestitionen mit 2,0 Prozent im Jahresvergleich nach einem Rekordrückgang im Jahr 2025", schreiben sie in einem Kommentar.

Zinserhöhung durch SNB unwahrscheinlicher als durch EZB

Die Schweizerische Nationalbank wird ihren Leitzins nächste Woche angesichts der höheren Öl- und Gaspreise und der Auswirkungen auf die Inflation mit Sicherheit unverändert bei null belassen, schreibt Andrew Kenningham von Capital Economics in einer Research Note. Der Durchschlag der Energiepreise auf die Inflation werde jedoch bescheiden ausfallen und der Aufwärtsdruck auf den Franken werde jegliche Inflationsauswirkungen dämpfen, meint er. Das bedeute, dass die Hürde für Zinserhöhungen bei der SNB höher sei als bei der Europäischen Zentralbank, ähnlich wie die SNB-Währungshüter die Hürde für Zinssenkungen als hoch bezeichneten.

Irans Führung setzt auf diplomatische Härte

Arabische Diplomaten versuchen, einen diplomatischen Ausweg aus dem Krieg zu finden, der derzeit von den USA und Israel gegen den Iran geführt wird. Sie berichten, dass Teheran hohe Vorbedingungen für eine Rückkehr zu Gesprächen gestellt hat. Die iranische Führung fühle sich durch ihre Fähigkeit ermutigt, die Weltwirtschaft durch die Drosselung von Öllieferungen zu erschüttern. Der Iran fordere, dass die Luftangriffe eingestellt werden, bevor er Waffenstillstandsgespräche in Erwägung ziehe. Zudem verlange das Land feste Garantien, nicht erneut angegriffen zu werden, falls es zustimme, den Kampf einzustellen, sagten die arabischen Diplomaten. Teheran wolle auch Reparationen für Schäden und hoffe darauf, dass sich die US-Streitkräfte aus der Region zurückziehen.

Vier Tote bei Absturz eines US-Tankflugzeugs im Irak

Das US-Zentralkommando hat mitgeteilt, dass vier Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen sind, als ein amerikanisches KC-135-Tankflugzeug im Westen des Irak abstürzte. Das Flugzeug war mit einer sechsköpfigen Besatzung unterwegs, so das Centcom, und Rettungsmaßnahmen seien im Gange. "Die Umstände des Vorfalls werden derzeit untersucht. Der Verlust des Flugzeugs ist jedoch nicht auf feindlichen Beschuss oder Friendly Fire zurückzuführen", teilte das Centcom in den sozialen Medien mit. Zwei Flugzeuge waren an dem Vorfall beteiligt, der ersten Berichten zufolge eine Kollision in der Luft war, wie mit dem Vorfall vertraute Personen angaben. Das zweite Flugzeug, ebenfalls eine KC-135, landete sicher, wie US-Beamte mitteilten.

Zwei Tote nach Drohnenabsturz in Oman

Zwei ausländische Arbeiter wurden im Oman nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur getötet und mehrere weitere wurden verletzt, als eine Drohne abgestürzt ist. Nach Angaben der Agentur kam es zu den Todesfällen, als eines der Fluggeräte im Industriegebiet Al-Wahbi herabfiel. Die zweite Drohne stürzte in einem offenen Gebiet ab und verursachte keine Opfer, teilten die Behörden mit, ohne näher darauf einzugehen, woher die Drohnen stammten.

Indien bittet Iran um Durchfahrt für Tanker durch Hormus

Indien befindet sich in aktiven Gesprächen mit dem Iran, um mindestens 23 Tankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Die ersten Durchfahrten werden für das Wochenende erwartet, wie zwei indische Regierungsbeamte gegenüber dem Wall Street Journal angaben. Die mit Öl und Flüssiggas beladenen Tanker sitzen seit Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran im Persischen Golf fest. Der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar habe zweimal mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi telefoniert, und die indische Küstenwache habe den Tankereignern mitgeteilt, dass sie eine sichere Durchfahrt nach Indien garantieren werde, sagten diese Beamten.

Israel fliegt neue Luftangriffe im Iran

Das israelische Militär hat eine neue Welle von Luftangriffen auf Städte im Iran geflogen. In seiner Erklärung wurde auf Angriffe in Teheran sowie in Shiraz im Süden des Iran und Ahvaz im Westen hingewiesen, bei denen Ziele getroffen wurden, zu denen laut israelischem Militär eine zentrale Basis für die Luftverteidigung sowie Einrichtungen zur Herstellung und Lagerung von Raketen und anderen Waffen gehörten. In Teheran waren Explosionen in der gesamten Hauptstadt mit 10 Millionen Einwohnern zu hören, berichtete die halbstaatliche Agentur Mehr News.

+++ Konjunkturdaten +++

Mexiko Industrieproduktion Jan -0,1% (PROG: +1,0%) gg Vj

Mexiko Industrieproduktion Jan -1,1% gg Vormonat

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