ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
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Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Sentix-Konjunkturindex für Deutschland fällt im März
Der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobenen Konjunkturindex für Deutschland ist im März wegen des Iran-Krieges deutlich gefallen. Wie Sentix mitteilte, ging er nach zwei Anstiegen in Folge auf minus 12,1 (Februar: minus 6,9) Punkte zurück, wobei der Index der Lagebeurteilung seine Aufwärtsbewegung aber fortsetzte und auf minus 25,0 (minus 27,5) Punkte stieg. "Damit erreichte der Lageindex den höchsten Stand seit Juli 2025, wobei ein Jubel verfrüht erscheint: die wirtschaftliche Lage wird immer noch als 'schlecht' eingestuft", erläuterte Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy. Der Erwartungsindex gab auf plus 1,8 (plus 16,3) Punkte nach.
EZB bestätigt Leitzins - keine "gute Position" mehr
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird seinen Leitzins nach Einschätzung von UBS-Volkswirten in der nächsten Woche unverändert lassen und eine weiterhin datenabhängige Vorgehensweise signalisieren. "Die EZB wird aber nicht mehr signalisieren können, dass sie sich selbst in einer 'guten Position' sieht. Sie wird stattdessen eine abwartende Position einnehmen, um mehr Klarheit über wichtige Variablen zu gewinnen", schreiben sie in einem Ausblick auf die Zinsentscheidung am 19. März. Die Analysten nehmen an, dass die EZB die "Erstrundeneffekte" des Ölpreisanstiegs ignorieren und die Zweitrundeneffekte in den Blick nehmen wird.
HSBC: EZB-Projektion von Iran-Krieg noch unbeeinflusst
Die HSBC-Volkswirte Fabio Balboni und Simon Wells nehmen an, dass die aktuellen makroökonomischen Projektionen der Europäischen Zentralbank (EZB) noch nicht vom Iran-Krieg beeinflusst sein werden. "Die (Preis)bewegungen werden sich nicht in den EZB-Prognosen spiegeln, wir unterstellen, dass Stichtag der 25. Februar war", schreiben sie in ihrem Ausblick auf die Zinsentscheidung in der nächsten Woche. Sie rechnen mit einem nur leichten Anstieg der Wachstums- und Inflationsprognosen im Zentralszenario. "Es ist aber wahrscheinlich, dass der volkswirtschaftliche Stab dem EZB-Rat - zumindest intern - alternative Szenarien mit anderen Energiepreisen liefern wird", merken sie an.
Deutschland bezieht nur wenig Öl aus der Golfregion
Deutschland importiert nur einen verhältnismäßig geringen Teil seines Rohöls aus der Golfregion. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stammten im Jahr 2025 lediglich 6,1 Prozent der gesamten deutschen Importe aus nahöstlichen Staaten. Zwar ist dies ein leichter Anstieg gegenüber 2020 (4,4 Prozent), die direkte Abhängigkeit bleibt jedoch gering. Der mit Abstand wichtigste regionale Lieferant für die Bundesrepublik ist der Irak mit einem Anteil von 4,2 Prozent an den Gesamtimporten, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten (1,1 Prozent) und Saudi-Arabien (0,8 Prozent). Insbesondere Saudi-Arabien hat für den deutschen Markt in den vergangenen Jahrzehnten massiv an Bedeutung verloren.
Trump: Entscheidung über Kriegsende fällt in Absprache mit Netanjahu
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er werde jede Entscheidung darüber, wann der Krieg mit dem Iran beendet werden soll, letztendlich in Absprache mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu treffen. "Ich denke, es ist gegenseitig - ein bisschen", sagte Trump der Times of Israel in einem Telefoninterview, wie die Zeitung berichtete. "Wir haben darüber gesprochen. Ich werde zum richtigen Zeitpunkt eine Entscheidung treffen, aber alles wird berücksichtigt werden", wurde Trump zitiert. Auf die Frage, ob Israel die Angriffe auf den Iran fortsetzen könnte, selbst wenn die USA damit aufhören, antwortete Trump: "Ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird."
Iran: USA und Israel sollten sich aus Straße von Hormus zurückziehen
Der iranische Botschafter in China hat den USA und Israel vorgeworfen, für die Unsicherheit in der Straße von Hormus verantwortlich zu sein. Er forderte die beiden Regierungen auf, sich aus der Region zurückzuziehen. "Wenn die Welt die Sicherheit des Energietransports gewährleisten will, müssen zunächst einmal die USA und Israel diese Region verlassen", sagte der iranische Gesandte Abdolreza Rahmani Fazli zur staatlichen Nachrichtenagentur China News Service in Peking. Fazli verurteilte Washington für die seiner Meinung nach unberechtigten Angriffe auf den Iran und sagte, die USA könnten die Sicherheit der Energietransportwege in der Meerenge nur gewährleisten, indem sie sich aus dem Gebiet zurückziehen, anstatt ihre militärische Präsenz zu verstärken.
Seehandel in der Straße von Hormus bricht ein
Der Krieg gegen den Iran führt zu einem drastischen Einbruch des Seehandels in der Straße von Hormus. Aktuelle Daten von Dun & Bradstreet zeigen, dass zwischen dem 1. und 3. März die Importbuchungen für Containertransporte um 59 Prozent einbrachen, während die Stornierungen geradezu explosionsartig um 364 Prozent anstiegen. Über den gesamten Drei-Tage-Zeitraum hinweg überstiegen die stornierten Importvolumina die neu gebuchten um 265 Prozent. Diese Störungen betreffen vielfältige Warengruppen wie Maschinen, Lebensmittel und Metalle branchenübergreifend.
+++ Konjunkturdaten +++
Taiwan Exporte Feb +20,6% gg Vorjahr (PROG +41,5%)
DJG/DJN/apo
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