MÄRKTE USA/Wall Street erneut schwach erwartet - Ölpreise legen weiter zu
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
- VerkaufenKaufen
DOW JONES--Die Abwärtstendenz an der Wall Street dürfte sich zu Wochenbeginn fortsetzen. Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 1,0 Prozent - belastet vom anhaltenden Anstieg der Ölpreise. Händler sprechen von Stagflationsängsten. Im asiatischen Handel waren die Preise von den ohnehin schon stark erhöhten Niveaus nochmals um bis zu 30 Prozent nach oben geschossen. Brent kostete in der Spitze fast 120 Dollar. Inzwischen hat sich die Panik etwas gelegt, das Barrel geht mit 102,83 Dollar um - ein Plus von noch immer 10,9 Prozent. WTI steigt um 11,1 Prozent auf 100,94 Dollar. Entsprechend liegen auch die US-Futures nicht mehr so tief im Minus wie noch am Morgen.
Auslöser für den Anstieg waren Angriffe auf iranische Öltanker und Öllager am Wochenende durch Israel. "Das ist eine neue Eskalationsstufe. Aber ich gehe davon aus, dass wir heute Nacht die Hochs beim Öl gesehen haben, auch wenn es in den nächsten Wochen extrem schwankungsintensiv bleiben wird", sagt Analyst Jens Klatt von XTB. Er zieht seinen Optimismus aus den US-Zwischenwahlen im November. "Wenn die Republikaner bzw. US-Präsident Trump hier einen Sieg einfahren wollen, muss der Ölpreis zurück unter 100 Dollar - und zwar deutlich", meint er.
Die Rohölrally könnte die Preise auf über 150 Dollar treiben, befinden dagegen andere Analysten wie die von Macquarie Capital. Der Rohölmarkt ist nach deren Ansicht viel zu optimistisch, trotz eines Anstiegs der Brent-Preise um rund 37 Prozent seit Februar. Der Markt sei "ungewöhnlich zurückhaltend" in Bezug auf Angebotsausfälle im Zusammenhang mit der faktischen Schließung der Straße von Hormus. Nach Berichten über Unterbrechungen im Irak und in Kuwait könnten weitere Produktionsstopps folgen, weil Platz zur Lagerung des aufgestauten Rohöls fehlt.
Dazu kommen Konjunktursorgen und schwindende Zinssenkungshoffnungen, nachdem am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für Februar unerwartet schwach ausgefallen war. Darauf müsste die US-Notenbank eigentlich mit niedrigeren Zinsen reagieren, jedoch macht ihr dabei die durch die steigenden Ölpreise mutmaßlich steigende Inflation einen Strich durch die Rechnung. In die gleiche Richtung dürften auch kaum vermeidbare Lieferkettenprobleme wirken.
Gold kann dagegen von seinem Ruf als sicherer Hafen nicht profitieren, der Preis für das Edelmetall fällt um 1,3 Prozent auf 5.103 Dollar, auch belastet vom festen Dollar. Der Dollar-Index erhöht sich um 0,3 Prozent. Auch für die Notierungen am Anleihemarkt geht es abwärts. Die Rendite zehnjähriger Papiere steigt um 4 Basispunkte auf 4,17 Prozent.
Wichtige US-Konjunkturdaten stehen am Montag nicht auf der Agenda. Auch gibt es nur wenige Unternehmensmeldungen. Hewlett Packard Enterprise wird nach der Schlussglocke die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Für die Aktie geht es vorbörslich um 0,7 Prozent nach unten.
Gesucht sind dagegen Rüstungswerte. So steigen die Aktien von Lockheed Martin um 1,2 Prozent und für die Titel von Northrop Grumman geht es um 1,7 Prozent nach oben. Die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen obersten Führer des Iran deute darauf hin, dass es keinen schnellen Frieden im Nahen Osten geben und die Nachfrage nach Ausrüstung wie Drohnen, Raketen, Abfangjägern, bemannten Kampfflugzeugen und Tankflugzeugen daher weiter boomen werde, heißt es.
Dagegen geht es mit den Aktien von US-Fluggesellschaften weiter abwärts. Die Titel von United Airlines Holdings, Delta Air Lines, American Airlines und Southwest fallen um bis zu 3,1 Prozent.
=== US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,60 +0,04 3,64 3,59 5 Jahre 3,76 +0,04 3,81 3,75 10 Jahre 4,17 +0,04 4,22 4,16 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:30 EUR/USD 1,1562 -0,5 -0,0056 1,1618 1,1595 EUR/JPY 183,15 -0,1 -0,1100 183,26 182,9200 EUR/CHF 0,9004 -0,1 -0,0011 0,9015 0,9014 EUR/GBP 0,8656 -0,0 -0,0002 0,8658 0,8660 USD/JPY 158,39 +0,4 0,6000 157,79 157,7300 GBP/USD 1,3353 -0,4 -0,0058 1,3411 1,3388 USD/CNY 6,9165 +0,3 0,0200 6,8965 6,8965 USD/CNH 6,92 +0,2 0,0153 6,9047 6,9004 AUS/USD 0,7019 -0,2 -0,0011 0,703 0,7014 Bitcoin/USD 68.036,40 +1,2 817,07 67.219,33 68.244,64 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 100,94 +11,1 10,04 90,9 Brent/ICE 102,83 +10,9 10,14 92,69 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.110,27 -1,2 -59,65 5.169,92 Silber 84,02 -0,4 -0,32 84,33 Platin 2.137,15 +0,1 1,80 2.135,35 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/ros/flf
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|
