Analyse
00:50 Uhr, 11.01.2026

Trump und wie man die Marke "Amerika" zerstört

Ihr wisst, wie wichtig der Markenwert für Apple, Ferrari, LVMH, Hermès, Porsche, etc. ist ... [Nachtrag: Ich habe den Text ergänzt.]

[Nachtrag: Ich habe den Text unten ergänzt.]

Diese Unternehmen können ihre Produkte mit einer hohen Marge verkaufen und Gewinne erzielen. Sinkt der Markenwert, ist das nicht mehr möglich. Ein negativer Markenwert, erschwert es, überhaupt etwas zu verkaufen. Unternehmen mit negativen Markenwert, laufen Gefahr, am Markt ihre Stellung zu verlieren.

Die USA unter Trump 2.0.: "USA Inc.": Der Wert einer der wertvollsten Marken der Welt erodiert in Lichtgeschwindigkeit. Jetzt steht sogar im Raum, dass die USA unter Trump über ihre europäischen Partner der vergangenen Jahrzehnte herfallen.

Thema Grönland (Dänemark, Europa). Das Weiße Haus hat gerade erst bestätigt, dass das Militär "immer eine Option" ist, um Grönland unter US-Kontrolle zu bringen. Wegen der Rohstoffe und um Russland und China in der Arktis zu blocken. Grönlands Premier Nielsen ist völlig am Ende ("Wir sind nicht käuflich!") und Dänemark ist im Schock-Modus. Ein NATO-Partner, der einem anderen mit Invasion droht? Man meint, im falschen Film unterwegs zu sein: Nicht Russland, nicht China greift Grönland an, sondern die USA.

Thema Kanada. Trump will es annektieren. Zum 51. Bundesstaat der USA machen, so wie Russland die Ukraine erobern will. In Kanada brennt die Hütte! Die Leute boykottieren US-Produkte massiv. Whiskey wird aus den Regalen geräumt, Reisen in die USA sind um 75% eingebrochen. In Montreal gibt’s jetzt "Canadiano" statt "Americano". Die wirtschaftliche Integration, die Jahrzehnte gedauert hat, wird in Wochen zerstört. Der Markenwert der USA in Nordamerika ist auf dem absoluten Nullpunkt.

Thema Europa. In der neuen Sicherheitsstrategie wird Europa fast schon als "Gefahr" positioniert. Immer wieder wird seitens der Trump-Administration die NATO und ihre Schutzschirmfunktion verbal in Frage gestellt. Das jahrzehntelange Vertrauen in den US-Schutzschirm ist ... weg. Die Drohung, Grönland militärisch zu übernehmen, spielt natürlich ebenfalls mit dem NATO-Thema. Der Trump-Administration ist natürlich klar, dass die NATO damit Geschichte wäre.

Thema Venezuela. "They stole our oil". Was denkt die venezolanische Bevölkerung Bevölkerung, wenn Trump sofort nach Maduros Entfernung kommuniziert "They stole our oil". Nein, das ist das Öl Venezuelas! Ja, es geht darum, Russland und China dort rauszuhalten. Aber muss man so hart und konfrontativ das Thema Öl und Bodenschätze ansprechen ?!

Europa muss selbstständiger werden.

Wenn man bisherige internationale Konflikte Revue passieren lässt: Es ging häufig um Interessen der Großmächte. Regelbasierte Weltordnung ? Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben. Die Regeln werden nicht eingehalten. Die geopolitischen Big Boys, - USA, Russland, China -, bestimmen oft ganz wesentlich, wo es auf der Welt knallt.

Eins ist zu erkennen: Wenn ein Land die Atombombe hat, hat das starkes Abschreckungspotential. Es kann sich so wehren, wie ein Stachelschwein sich gegen ein Löwenrudel wehren kann. Wenn ein Land systemrelevante Unternehmen hat, wird es interessant. Taiwan hat seine Chipriesen wie Taiwan Semiconductor, Europa hat ASML als zentrale Schaltstelle des weltweiten Chip-Produktionsgeschehens. Solange diese Unternehmen diese enorme Bedeutung haben, ist das gut für Taiwan bzw. Europa ... Superinvestor Peter Thiel steht hinter dem US-Startup "Substrate", das ASML einmal seine Rolle streitig machen soll. Die Uhr tickt. Über Jahrzehnte sind Abhängigkeiten zwischen USA und Europa gewachsen. Militärisch ist Europa sehr stark von den USA abhängig, es gibt aber auch starke wirtschaftliche Verzahnungen. Die Amerikaner versuchen sie abzubauen ... Stichwort ASML. Europa sollte dies umgekehrt ebenfalls forcieren. Beispielsweise im Bereich des Internets, KI, etc. Ohne eigene KI werden Wirtschaftsregionen in Zukunft nicht mehr kompetitiv sein!

Ich schreibe gelegentlich Kritiken, ja. Diese richten sich nicht gegen die Menschen in den kritisierten Ländern. Weder gegen Russen, noch gegen Chinesen. Ich habe zahlreiche Bekannte und Freunde aus diesen Ländern und das bleibt auch so! Und definitiv nicht gegen US-Amerikaner! Ich war und bin ein Fan dieses Landes. Ich schätze Leistungsfähigkeit, technologischen Fortschritt, den Pragmatismus, die Werte von Freiheit und Demokratie. Nur komme ich bei dem, wie die Trump-Administration teilweise agiert, etwas ins Grübeln.


Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt, dass die Idee einer militärischen Eroberung Grönlands in den USA auf nahezu vollständige Ablehnung stößt. Nur 8 % der Befragten würden einen solchen Einsatz unterstützen, während 73 % klar dagegen sind.

Auch die Vorstellung, die Insel von Dänemark zu kaufen – ein Gedanke, der bereits während der Amtszeit von Donald Trump Schlagzeilen machte – findet wenig Rückhalt. Nur 28 % der Teilnehmenden befürworten einen Kauf, 45 % lehnen ihn ab.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass sowohl militärische als auch ökonomische Ambitionen gegenüber Grönland bei der US-Bevölkerung kaum Anklang finden.


Prognosemarkt sieht US-Demokraten 2026 mit 80% vorne. Hier geht es um das Ergebnis an Wettbörsen, nicht um Umfragen! Zu sehen: Die impliziten Wahrscheinlichkeiten eines Prognosemarkts für die Mehrheitsverhältnisse im US-Repräsentantenhaus 2026. Im November sind die Zwischenwahlen: Das US-Repräsentantenhaus wird neu gewählt und 1/3 des US-Senats. Aktuell preist der Markt in Bezug auf das US-Repräsentantenhaus einen klaren Sieg der Demokraten mit 80% Wahrscheinlichkeit ein, während die Republikaner nur noch bei 20% liegen. Das ist kein Meinungsbild, sondern ein Echtzeitpreis kollektiver Erwartungen, gespeist aus echtem Geld, Risikoabwägung und kontinuierlicher Neubewertung. Der Verlauf macht die Dynamik sichtbar. Bis in den Herbst hinein lagen beide Parteien näher beieinander. Ab Oktober kippt das Bild deutlich. Die blaue Linie steigt steil, die rote bricht ein. Wichtig ist die Logik dahinter. 80% bedeutet nicht, dass der Sieg sicher ist, sondern dass der Markt ihn als viermal wahrscheinlicher einstuft als das Gegenereignis. Wenn nicht mehr beide Kammern von Republikanern dominiert werden, könnte Trump nicht mehr wie ein Diktator mit all seinen Dekreten durchregieren. Bei bestimmten Themen könnten die Demokraten intervenieren.


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40 Kommentare

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  • masi123
    masi123

    Es sind einige Kommentare "verlorengegangen". Gibt es dazu eine Erklärung?

    09:54 Uhr, 13.01.
    1 Antwort anzeigen
  • Pe66
    Pe66

    Danke für Deine Zusammenfassung. Du bringst es mE genau auf den Punkt. Europa muss auf alle Fälle zusammenhalten um nicht zwischen den anderen Großmächten aufgerieben zu werden. Europa ist eine der wirtschaftlichen Zentren, die verteidigt werden muss.

    10:55 Uhr, 12.01.
  • chaggh1
    chaggh1

    test

    10:59 Uhr, 11.01.
  • Telemanni
    Telemanni

    Sehr guter Beitrag von Harry!

    Wir haben durch politisches Agieren geprägte Kapitalmärkte. Da gehören auch Analysen der politischen Großwetterlage durchaus auf dieses Portal! Jeder muss seine Schlüsse daraus ziehen. Wie schnell Politik auf den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen Einfluss hat, sieht man bei Tesla in Europa.-

    12:37 Uhr, 08.01.
    1 Antwort anzeigen
  • Luisito100
    Luisito100

    Da gibt es Film, Vertrauter Feind, mit Prat Pitt, mit der IRA Problematik. Da ist der beste Freund von Prat der größte Feind. Nach dem Motto, vertrau keinem Freund. So ungefähr ist es mit USA und EU

    10:11 Uhr, 08.01.
  • seekrowot
    seekrowot

    Hallo zusammen!

    Schon mal überlegt, warum Trump, AfD und Co seit einiger Zeit enorm im Aufwind sind?

    Weil deren Vorgänger alles andere als auf ihre eigenen Leute schaun. Wirtschaft am Abgrund, innere Sicherheit dahin, Menschen unzufrieden usw.

    Wenn in sogenannten Demokratien 15% Linke die Macht ausüben und die Meinung von 85% keinen interessiert, braucht man sich darüber aber auch nicht wirklich wundern.

    Europa hat sich Amerika und der Globalisierung ausgeliefert und jetzt "guckt man blöd aus der Wäsche." Und solange Ursula und Co in Brüssel das Sagen haben

    , wird für Europa sicher nichts besser.

    MfG

    09:36 Uhr, 08.01.
    6 Antworten anzeigen
  • masi123
    masi123

    Sehe das genau so, dass "Trump" das positive Image der USA zerstört. Das wird sicher negative Auswirkungen auf die US-Börsenwerte v. a. aus dem Konsumbereich und Tourismus haben.

    Ich denke aber, dass Trump sich sein Vorgehen sicher nicht allein ausgedacht hat, sondern es dazu mächtiger Thinktanks und Personen bedarf; er ist lediglich der Frontman, welcher gelegentlich auch die Prügel einstecken soll. War nicht auch schon einmal ein Schauspieler Präsident? Mir scheint es, als ob momentan ein Umbau von einer Konsumgesellschaft zu einem Staatskapitalismus mit dem Fokus auf´s Militär stattfindet. Dazu soll der Mensch auch als Arbeitskraft und Soldat weitgehend durch KI und Robotik ersetzt werden. Dazu betreibt man eine bespiellose Schuldenexpansion (KI, Staatsverschuldung). Auch das (Geldmengenausweitung) wird u. a. über stark steigende Inflation Auswirkungen auf die Börsen haben.

    Ich denke, dass diese politischen Entscheidungen der Supermacht USA langfristig nachhaltige Auswirkungen auf die Kursentwicklung und den Wohlstand allgemein haben werden, mehr als irgendwelche (oft nur statistischen) Zahlen zu Wirtschaft und Unternehmen. Deshalb halte ich den Beitrag für sehr relevant.

    09:23 Uhr, 08.01.
  • schnitty
    schnitty

    Hi Harry.

    Treffende Analyse. Die Kommentare hier zeigen aber wieder mal, dass die USA gesellschaftlich die gleichen Probleme haben wie wir hier mit AFD und Co.

    Bei Altoparteien hier und Demokraten in den USA wird alles auf die Goldwaage gelegt (hier wird sogar das unsägliche Vokabular dieser Primaten übernommen, "sleepy Joe"), aber ein notorischer Lügner und Verbrecher wie Trump, der auch frauen- und oft auch menschenverachtend ist, wird als Mann gefeiert, der zu seinem Wort steht.

    Ganz ehrlich, die Menschen, die sowas feiern, haben oft leider gar nicht die intellektuellen Fähigkeiten, die Gefahr einzuordnen, die von der aktuellen Konstellation ausgeht. Bzw. Sind sie voll von der Hetzkampagne eingefangen worden ("linksgrünversiffte Lügenpresse, alles woke, gefährliche Ausländer, Deutschland schafft sich ab, man darf nichts mehr sagen, Putin ist nicht schlimm, die wollen unser Geld wegnehmen, bla bla"). Die wahre Gefahr geht dabei schlicht von der gewünschten Zersetzung Europas (Trump und Putin sich da einig) und dem neuen Imperialismus hervor, als auch von der tatsächlichen meinungsmache von big tech in den neuen Medien (x, tic toc, meta und co), denn da sind viele hin abgedriftet, ins Land des Hauses und der falschen Hetze....

    08:54 Uhr, 08.01.
    3 Antworten anzeigen
  • Hotz
    Hotz

    Danke für diesen absolut zutreffenden Kommentar. Die Folgen der nachhaltigen Zerstörung der "Marke USA" werden viel zu selten thematisiert. Man sollte sich da nichts vormachen - kein Mensch kauft eine Harley-Davidson wegen der technischen Brillanz oder der umwerfenden Zuverlässigkeit und keiner geht bei McDonald's wegen der kulinarischen Finesse essen. Einen Ford Mustang oder eine Corvette kauft man nicht, weil es keine äquivalente konkurrenz in Japan oder Europa gäbe. All diese - vom Produkt her gerne auch mal deutlich unterlegenen - Marken und Produkte leben vom bisherigen Image der USA - Freiheit, Coolness, Freundlichkeit, Loyalität. Ist dieses Image kaputt, wird das auf Dauer deutliche Auswirkungen auf die Umsätze und entsprechend auch Börsenwerte dieser Firmen haben.

    Dass jetzt die üblichen Verdächtigen wieder aus ihren Löchern kommen und jedes noch so abstruse Verhalten verteidigen oder gar gutheißen, ist zwar enttäuschend, aber natürlich erwartbar. Plötzlich ist das Recht des Stärkeren wieder okay. Dem pöbelnden Schulhofprügler, den zwar keiner mag, der aber nun mal die härtesten Haken verteilt, wird das Feld überassen. Dass man damit ein politisches Klima, ein Verständnis von der Ausübung von Macht und Herrschaft schafft, das einem ganz schnell auf die Füße fallen kann, wenn plötzlich die andere Seite das Ruder hält, wird da offensichtlich gerne vergessen.

    08:13 Uhr, 08.01.
    2 Antworten anzeigen
  • Fuchur
    Fuchur

    soeben über den Nachrichtenticker gekommen "USA verlassen 66 internationale Organisationen" . . . auch das gehört auf so ein Portal, das gehört zum Gesamtbild . . . Harald bitte weiter so! Danke

    07:12 Uhr, 08.01.
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