Trump erwägt Nato-Austritt
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US-Präsident Donald Trump zieht einen Austritt der Vereinigten Staaten aus der NATO ernsthaft in Betracht. Auslöser ist die aus seiner Sicht mangelnde militärische Unterstützung der europäischen Partner im laufenden Krieg gegen den Iran sowie bei der Sicherung der Straße von Hormus.
In einem Interview bezeichnete Trump die Allianz als Papiertiger. Der Präsident schließt einen Verbleib im Verteidigungspakt mit seinen Äußerungen mehr oder weniger aus, da er die europäischen Staaten nicht länger als verlässliche Partner betrachtet. "Ich war nie von der NATO überzeugt. Ich wusste immer, dass sie ein Papiertiger sind, und Putin weiß das übrigens auch", argumentiert Trump.
Die europäischen Staaten weigern sich bislang, Kriegsschiffe zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu entsenden. Teheran hält die Meerenge seit Wochen effektiv geschlossen. Diese Blockade treibt die globalen Energiepreise in die Höhe und schürt die Sorge vor einer weltweiten Rezession.
Trump zieht in seiner Argumentation einen direkten Vergleich zur amerikanischen Unterstützung in Europa. Der Ukraine-Krieg diente laut dem Präsidenten als Testlauf, bei dem die USA den europäischen Partnern beistanden. Dieser Beistand beruhe nun auf keiner Gegenseitigkeit mehr.
Besondere Kritik äußert Trump am britischen Premierminister Keir Starmer. Er wirft London vor, über keine einsatzfähige Marine mehr zu verfügen und beschuldigt Starmer, sich primär auf den Bau teurer Windkraftanlagen zu konzentrieren. "Sie haben nicht einmal eine Marine. Sie sind zu alt und hatten Flugzeugträger, die nicht funktionierten", richtet Trump an die Adresse Großbritanniens.
Forderungen nach strukturellen Reformen
Die Unzufriedenheit reicht tief in die US-Administration. US-Außenminister Marco Rubio kritisiert das Bündnis als Einbahnstraße. Er bemängelt explizit, dass die Verbündeten den US-Streitkräften während des aktuellen Konflikts den Zugang zu ihren Militärstützpunkten verwehrten. Rubio fordert, die Mitgliedschaft in der NATO nach Beendigung der Kampfhandlungen im Iran grundlegend neu zu bewerten. Trump flankiert diese Aussagen und begrüßt den Vorstoß seines Außenministers ausdrücklich.
Parallel zur Austrittsdebatte zirkulieren im Weißen Haus Pläne für eine interne Umstrukturierung der NATO. Die Administration diskutiert ein Modell, das säumige Mitgliedsstaaten von militärischen Entscheidungsprozessen ausschließt. Zudem erwägt Washington einen Abzug der US-Truppen aus Deutschland.
Die gegenseitige Beistandsklausel nach Artikel 5 des NATO-Vertrages greift in der aktuellen Situation nicht. Das Bündnis aktiviert diese Klausel ausschließlich nach einem direkten Angriff auf einen Mitgliedsstaat. Der gegenwärtige Krieg im Iran begann jedoch am 28. Februar mit gemeinsamen amerikanisch-israelischen Luftangriffen.
Bevorstehende Lagebeurteilung
Der US-Präsident informiert die amerikanische Öffentlichkeit am Mittwochabend in einer Fernsehansprache über den Fortschritt der militärischen Operationen. Trump prognostiziert ein Ende der Kampfhandlungen innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen. Die Administration definiert die Verhinderung einer iranischen Nuklearbewaffnung als alleiniges strategisches Ziel der Kampagne.
Ob Trump die "Chance" gleich nutzt, um den tatsächlichen Nato-Austritt anzukündigen, bleibt abzuwarten. Es könnte auch sehr gut einfach nur eine seiner Drohungen sein, um die "Partner" gefügiger zu machen.

Die NATO hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem Verteidigungsbündnis in ein Militärbündnis gewandelt. Vor Trump waren die US-Präsidenten zumindest noch so clever und haben das in der Öffentlichkeit anders darzustellen versucht. Nur Trump ist so naiv und meint, er könne auch öffentlich so reden, wie es faktisch schon lange gehandhabt wurde.
Nachdem dieses Militärbündnis nun aber nicht nach seiner Pfeife tanzt, sondern sich weiterhin auf dem von der NATO beschlossenen Stellvertreterfeldzug gegen Russland (siehe Protokoll der Sondersitzung kurz nach Kriegsausbruch) konzentriert, ist er nun beleidigt.
Eine NATO ohne die USA bietet nun die Chance auf ein erzwungenes Umdenken der euopäischen Politiker hin zu mehr Bemühungen zu fairen Beziehungen mit unseren Nachbarn (inkl. dem "bösen" Russland).
Dann wäre endlich die verruttete deuropäische Kriecherei zu Ende.