Kommentar
15:00 Uhr, 27.05.2026

EZB-Daten zum Iran-Krieg: Der Energieschock trifft die Unternehmen, der Erwartungsanker hält

Eine Sonderauswertung der EZB-Unternehmensumfrage zeigt tagesgenau, wie sich Kosten-, Preis- und Inflationserwartungen seit dem 28. Februar verschoben haben. Das Muster gleicht einem klassischen Angebotsschock, mit einer entscheidenden Ausnahme.

Die Sonderauswertung der EZB-Umfrage SAFE (Survey on the Access to Finance of Enterprises) für das erste Quartal 2026 liefert ein ungewöhnliches Datenexperiment. Da die Befragungswelle vom 19. Februar bis zum 1. April lief und der Krieg zwischen den USA und Iran am 28. Februar ausbrach, lassen sich die Antworten in zwei nahezu identische Stichproben aufteilen: vor und nach dem geopolitischen Schock. Das Ergebnis ist eindeutig. Die kurzfristigen Inflations-, Kosten- und Preiserwartungen schnellten unmittelbar nach oben, die Aktivitäts- und Finanzierungserwartungen kippten in den negativen Bereich. Der Schock wirkt offensichtlich, aber er wirkt nicht überall gleich.

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