Kommentar

TESLA fällt wie ein Stein! Droht eine "Todesspirale"?

Um 11 % sind die Tesla-Aktien am Dienstag abgestürzt. Seit einem Allzeithoch im vergangenen Jahr hat sich der Kurs fast geviertelt, innerhalb von zwei Monaten hat sich der Kurs halbiert. Warum fallen die Kursverluste so groß aus?

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  • Tesla Inc. - WKN: A1CX3T - ISIN: US88160R1014 - Kurs: 109,100 $ (Nasdaq)
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Wer den dramatischen Kursrutsch bei Tesla alleine mit Musks Twitter-Eskapaden oder seinen Verkäufen von Tesla-Aktien erklären will, wird schnell in Erklärungsnöte geraten. Wann immer Kursverluste so dramatisch wie bei Tesla ausfallen, spielen meist zwei Gründe eine wichtige Rolle:

  • Anleger reagieren panisch und irrational. Mögen Anleger in guten Zeiten noch eher dem Modell des rationalen Investors entsprechen, das in der Wissenschaft so verbreitet ist, werden sie spätestens in Krisenzeiten völlig vom Herdentrieb erfasst und wollen nur noch eines, nämlich verkaufen. Wenn alle gleichzeitig verkaufen wollen und niemand mehr kaufen will, fällt der Kurs zwangsläufig wie ein Stein. (Das schließt natürlich keineswegs aus, dass auch schon die vorherigen positiven Erwartungen maßlos übertrieben waren und keinen Bezug zur Realität hatten.)
  • Anleger verkaufen nicht, weil sie verkaufen wollen, sondern weil sie verkaufen müssen ("forced selling"). Hinter den Zwangsverkäufen steckt meist, dass mit viel Fremdkapital (also Schulden) spekuliert wurde und die so aufgebauten Positionen glattgestellt werden müssen, wenn ein Margin Call droht, weil die Verluste zu groß geworden sind. Eine weitere Möglichkeit für Zwangsverkäufe ist, dass die Assets als Sicherheiten bei anderen Geschäften hinterlegt wurden, wie dies auch Elon Musk bei Krediten für seine Twitter-Übernahme mit einem Teil seiner Tesla-Aktien getan hat. Fallen die Kursverluste zu groß aus, muss entweder Geld nachgeschossen werden (wozu die Anleger oft nicht in der Lage sind) oder die Sicherheiten werden verkauft.

In den sozialen Medien wird bereits eifrig spekuliert, dass sich Musk mit seiner Twitter-Übernahme finanziell so überhoben haben könnte, dass er weiter massiv Tesla-Aktien verkaufen muss. So schrieb etwa der Twitter-User William LeGate: "Nicht mehr viel übrig, bevor Elon einen Margin Call erhält und die Aktie in eine Todesspirale gerät. Die Investoren versuchen auszusteigen, solange sie es noch können."

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Den Titel als reichster Mensch der Welt hat Elon Musk durch seine Twitter-Eskapaden und den Kursrutsch der Tesla-Aktien bereits verloren. Wenn es ganz schlecht läuft, könnte Elon Musk noch deutlich mehr verlieren. Zwar wird Musk nicht im Armenhaus landen, wofür schon seine milliardenschweren Verkäufe von Tesla-Aktien in den vergangenen Monaten sorgen. Doch Musks Kontrolle über Tesla könnte tatsächlich in Gefahr sein.

Mit einem Stimmrechtsanteil von zuletzt 23,5 % an Tesla besitzt Musk zwar keine Stimmenmehrheit und hatte diese auch nie, doch Abstimmungsregeln bei Tesla, die eine Zwei-Drittel-Mehrheit statt einer einfachen Mehrheit erforderlich machen, verhindern aktuell de facto, dass wichtige Entscheidungen gegen die Zustimmung von Musk getroffen werden können. Muss Musk weitere Tesla-Aktien verkaufen, weil diese an Wert verloren haben und sich Musk bei seiner Twitter-Übernahme finanziell überhoben hat, könnte diese wacklige Konstruktion ins Wanken geraten.

Die Angst davor, dass Musk tatsächlich die Kontrolle über Tesla verlieren oder zumindest sein Einfluss stark zurückgedrängt werden könnte, dürfte mitverantwortlich für die starken Kursverluste sein. Denn Tesla leidet eben nicht nur auf dem Weg nach unten unter der Persönlichkeit seines CEOs, sondern hat auch auf dem Weg nach oben ganz erheblich von Musk und seinen Visionen (die oft zu schön sind, als dass sie wahr sein könnten) profitiert. Der erhebliche Bewertungsaufschlag, den Tesla gegenüber anderen Autobauern hatte, war eben auch zu einem großen Teil auf die schillernde Unternehmerpersönlichkeit Elon Musk zurückzuführen.

Lesen Sie auch die folgende Chartanalyse: TESLA - Crashziel erreicht?

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Oliver Baron
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Experte für Anlagestrategien

Oliver Baron ist Finanzjournalist und seit 2007 als Experte für stock3 tätig. Er beschäftigt sich intensiv mit Anlagestrategien, der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Märkten sowie der langfristigen Geldanlage mit Aktien und ETFs. An der Börse fasziniert Oliver Baron besonders das freie Spiel der Marktkräfte, das dazu führt, dass der Markt niemals vollständig vorhersagbar ist. Der Aktienmarkt ermöglicht es jedem, sich am wirtschaftlichen Erfolg der besten Unternehmen der Welt zu beteiligen und so langfristig Vermögen aufzubauen. In seinen Artikeln geht Oliver Baron u. a. der Frage nach, mit welchen Strategien und Produkten Privatanleger ihren Börsenerfolg langfristig maximieren können.

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