SUPERMICRO: Umsatz fast verdoppelt – die Marge überrascht
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Supermicro liefert im vierten Geschäftsquartal einen kräftigen Margensprung, der die Zahlen trägt, während der Umsatz knapp unter der Erwartung bleibt. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 7,5 % höher.
Supermicro meldet für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 11,12 Mrd. USD, ein Anstieg um 93 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit verfehlt das Unternehmen die durchschnittliche Analystenschätzung von 11,60 Mrd. USD knapp. Beim Gewinn zeigt sich dagegen ein klares Bild: Das bereinigte EPS (Non-GAAP) steigt von 0,41 USD im Vorjahresquartal auf 1,70 USD und liegt damit weit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 0,923 USD. Das GAAP-EPS klettert von 0,31 USD auf 1,62 USD.
Der eigentliche Treiber der Zahlen ist die Marge. Die Bruttomarge springt von 9,5 % im Vorjahresquartal auf 17,5 % nach GAAP, das bereinigte Pendant liegt bei 17,6 % gegenüber 9,6 % im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn steigt von 195 Mio. USD auf 1,18 Mrd. USD. Für ein Unternehmen, das zuletzt regelmäßig mit dünnen Margen im niedrigen einstelligen Prozentbereich kämpfte, ist das ein Bruch mit dem gewohnten Muster. Das Management führt den Sprung auf einen reicheren Kundenmix aus Enterprise-Kunden und eine breitere Nutzung der eigenen DCBBS-Architektur zurück, die die Profitabilität hebt. Diese Verschiebung im Produktmix ist damit die eigentliche Nachricht dieses Quartals, nicht allein das Umsatzwachstum, das den Konsens knapp verpasst hat.
Für das Gesamtjahr 2026 weist Supermicro einen Umsatz von 39,06 Mrd. USD aus, fast eine Verdopplung gegenüber den 21,97 Mrd. USD des Vorjahres. Die Jahresmarge bleibt mit 10,8 % GAAP dagegen unter dem Vorjahreswert von 11,1 %, was zeigt, dass der Margensprung im vierten Quartal noch keine über das Gesamtjahr getragene Entwicklung ist, sondern erst zuletzt an Fahrt gewonnen hat. Das bereinigte Jahres-EPS liegt bei 3,63 USD gegenüber 2,06 USD im Vorjahr.
Auftragslage und Bilanz als Rückenwind
Firmengründer und CEO Charles Liang verweist auf mehr als 60 Mrd. USD an neuen Aufträgen im vergangenen Jahr und einen nach eigener Aussage rekordhohen Auftragsbestand zum Start des neuen Geschäftsjahres. Das deckt sich mit der Bilanz: Die Vorräte wachsen im Jahresvergleich von 4,68 Mrd. USD auf 12,90 Mrd. USD, während der operative Cashflow für das Gesamtjahr mit minus 6,81 Mrd. USD deutlich negativ bleibt. Das Unternehmen baut damit sichtbar Kapazitäten für erwartetes künftiges Geschäft auf, finanziert über frisches Eigen- und Fremdkapital: Die Cashposition steigt auf 7,52 Mrd. USD, auch dank einer Wandelvorzugsaktien-Emission und einer Kapitalerhöhung im Jahresverlauf. Diese Vorfinanzierung ist der Preis für das avisierte Wachstumstempo und macht die Bilanz risikoreicher, als es die reinen Ergebniszahlen vermuten lassen.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Supermicro einen Umsatz zwischen 14,5 Mrd. USD und 15,5 Mrd. USD, also einen Mittelwert von 15,0 Mrd. USD. Das entspricht einer impliziten Wachstumsrate von rund 199 % gegenüber dem Vorjahresquartal und liegt damit rund 106 Prozentpunkte über der zuletzt gemeldeten Rate von 93 %. Die Prognose beschreibt damit eine Beschleunigung, keine bloße Fortschreibung: Der Mittelwert der Guidance liegt außerdem rund 27 % über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 11,82 Mrd. USD für dasselbe Quartal. Beim bereinigten EPS erwartet das Unternehmen für dieses Quartal 1,01 bis 1,10 USD, ebenfalls deutlich über dem Konsens von 0,72 USD für dasselbe Quartal.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 nennt Supermicro eine Umsatzspanne von 65,0 bis 72,0 Mrd. USD. Die Kombination aus beschleunigtem Wachstum im Prognosequartal und einer Guidance klar über dem Quartalskonsens ist ein seltenes Signal: Sie deutet darauf hin, dass das Management die eigene Nachfragedynamik selbst als noch nicht ausgereizt einschätzt.
Tagesschlusskurse der Supermicro-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2026 | 2027e | 2028e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 39,06 Mrd. USD | 52,99 Mrd. USD | 63,43 Mrd. USD |
| EPS | 3,26 USD | 3,24 USD | 3,68 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2026 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Die Kombination aus einem kräftigen Margensprung und einer Guidance, die den Quartalskonsens deutlich übertrifft, macht dieses Quartal zu einem der stärkeren in der jüngeren Unternehmensgeschichte von Supermicro. Positiv stehen die auf 17,5 % gesprungene Bruttomarge und die auf rund 199 % beschleunigte implizite Wachstumsrate der Prognose zu Buche. Dem stehen der leicht verfehlte Umsatzkonsens, der weiterhin stark negative operative Cashflow und der massive Vorratsaufbau gegenüber, die zusammen zeigen, dass dieses Wachstum kapitalintensiv finanziert wird und nicht ohne Reibung läuft. Bei einem KGV von rund 13,8 ist die Bewertung trotz der Kursreaktion nicht ambitioniert. Die Story bleibt an die Fähigkeit gebunden, das jetzt versprochene Tempo auch tatsächlich zu liefern, ohne dass sich die Bilanz dabei überdehnt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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