Darüber spricht der Markt: Zwischen Rekordhochs und Schuldenzweifeln
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Trägt die KI-Infrastruktur-Finanzierung das Wachstumstempo von CoreWeave & Co.?
Die Bullen verweisen auf harte Zahlen: CoreWeave hat seit Abschluss des zweiten Quartals binnen fünf Wochen zusätzliche Verträge über mehr als 2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, der Auftragsbestand liegt inklusive neuer Commitments bei rund 25 Milliarden US-Dollar und erreicht damit praktisch die gesamte Auftragslage des Vorjahres. Der Umsatz wuchs im Quartal um mehr als 100 Prozent, und Nvidia stützt das Geschäftsmodell zusammen mit Finanzierungspartnern über eine neue Plattform. Die Aktie reagiert entsprechend mit einem Kurssprung von rund 18,6 Prozent, auch wenn die Kursziele weit auseinanderliegen: Barclays sieht nur 90 USD, JP Morgan traut CoreWeave 120 USD zu. Als nächster Widerstand gilt die Zone 116 bis 117 USD.
Skeptiker halten dagegen, dass der Nettoverlust trotz des Wachstums weiter zunimmt und die Zinskosten von zuletzt 640 Millionen auf bis zu 940 Millionen US-Dollar steigen dürften. Fünf Quartale in Folge hatte der Markt zuvor negativ auf CoreWeave reagiert, während cashflow-starke Konkurrenten wie Amazon, Microsoft, Google und Meta sich deutlich günstiger finanzieren können. Bei Oracle wird die fragile Seite der Finanzierung noch deutlicher: Zwischen Mitte 2025 und 2026 wurden bereits rund 21.000 Stellen beziehungsweise etwa 13 Prozent der Belegschaft abgebaut, ein weiterer, teils zweistelliger Stellenabbau in einzelnen Teams soll bis Anfang September folgen. Investoren lesen darin ein Symptom der steigenden Verschuldung für den KI-Ausbau und eines zirkulären, als riskant beschriebenen Schuldengeflechts mit Nvidia und anderen KI-Firmen. Der Sektor bleibt insgesamt gespalten: Ein aktueller Report beziffert die Investitionen in Compute, Rechenzentren und Energieversorgung für die kommenden fünf Jahre auf 7,5 Billionen US-Dollar, während Kritiker vor historischen Mustern von Überbau warnen, wie man sie schon von Eisenbahnen, Kanälen und Glasfasernetzen kennt.
Ist die Halbleiter-Rally noch intakt oder droht ein Abwärtstrend?
Nvidia liefert für die Bullen den Beleg, dass die Rally trägt: Die Aktie legt um 2,8 Prozent zu und zieht den Dow mit nach oben, nachdem Jensen Huang zusätzliche 500 Mio. USD Liquidität angekündigt hat und ein Finanzierungsdeal über eine halbe Billion Dollar den KI-Ausbau vorantreibt. Auch Super Micro Computer liefert Argumente: Die Guidance für das laufende Quartal liegt mit einem Umsatzmittelwert von 15 Milliarden US-Dollar deutlich über dem Konsens von 12 Milliarden, das Wachstum von rund 90 Prozent im Jahresvergleich untermauert die These vom ungebrochenen Infrastruktur-Hunger. Intel wiederum verweist auf das beste Umsatzwachstum seit 15 Jahren und eine Kapitalerhöhung über 20 Milliarden US-Dollar, die der Markt ohne größere Kursverluste verdaut hat.
Im selben Zahlenwerk sehen Kritiker vor allem Risse. Charttechnisch hat Intel den kurzfristigen Aufwärtskanal bereits nach unten durchbrochen, das alte Hoch bei 104 USD wurde nicht zurückerobert. Die Handelsidee zielt nun auf eine Bewegung Richtung 80 bis 85 USD; alternativ bräuchte es einen Schlusskurs über 104 USD für ein bullisches inverses Kopf-Schulter-Muster – Unterstützung 80 USD, Widerstand 104 und 117 USD sind die Marken, an denen sich das entscheidet. Auf Sektorebene zeigt der SMH-ETF einen klaren Abwärtstrend, Qualcomm notiert als Ausnahme mit leichten Verlusten. Die fragliche Nachhaltigkeit einzelner Kapitalaufnahmen nährt die Sorge, dass Intel und AMD, wie es ein Marktteilnehmer formuliert, weiterhin „auf der Tanzfläche für weitere Abwärtsbewegungen" stehen.
Rechtfertigen neue Allzeithochs bei S&P 500, Nasdaq und Dow den Optimismus?
Für die Bullen liefert der Tag reichlich Nahrung: Der S&P 500 legt um 17 Punkte zu und markiert auch auf Equal-Weight-Basis ein neues Allzeithoch, der Nasdaq gewinnt rund ein halbes Prozent, nachdem ein im Rahmen liegender Inflationsbericht die Futures beflügelt hat, und der Dow profitiert kurz nach seinem jüngsten Rekordhoch von der Nvidia-Stärke. Ed Yardeni bringt es mit seiner Formel „FIMO" statt FOMO auf den Punkt und nennt für den S&P 500 ein Jahresziel von 8400 Punkten, getragen von zweistelligem Gewinnwachstum. Als nächste Marke gilt der Widerstand bei 8.000 Punkten, beim Nasdaq rückt vorbörslich die Zone 29.772 Punkte in den Blick.
Zurückhaltender sind jene, die auf die Kalenderlage verweisen: August und September gelten als „Hurricane Season" für Aktien, in der die Volatilität erfahrungsgemäß zunimmt, während der VIX aktuell eine hohe Sorglosigkeit signalisiert. Wie brüchig einzelne Erfolgsgeschichten sein können, zeigt Caterpillar: Die Aktie führt zwar die Dow-Gewinner an und wird zunehmend als Teil des KI-Trades statt als reines Baumaschinengeschäft gehandelt, doch der mittelfristige Trend zeigt nach dem Ausverkauf klar nach unten, alte Hochs wurden nicht zurückerobert. Unterstützung bei 850 und 800 USD, Widerstand bei 933 USD markieren, wohin die Reise als Nächstes geht – ein Bruch der jüngsten Tiefs würde die Bären bestätigen, eine Rückeroberung der Zone um 933 USD die Bullen.
Wie belastbar sind die Einzelwert-Stories bei Alphabet, Apple und Eli Lilly?
Bei Alphabet dreht sich die Debatte um das neue Pixel-Lineup, das die KI-Agentenschicht Gemini als zentrales Verkaufsargument nutzt. Gemini kommt bereits auf über eine Milliarde monatliche Nutzer, der neue Tensor-G6-Prozessor soll 20 Prozent effizienter für KI-Aufgaben sein, und die Kontrolle über Android gilt gegenüber Apple als struktureller Vorteil. Kritiker halten dagegen, dass die Hardware selbst kaum dramatische Neuerungen bietet und die Speicherchip-Knappheit Preiserhöhungen erzwingt – der Basis-RAM wurde trotz höherer Preise von 16 auf 12 GB reduziert. Apple steckt in einer ähnlichen Zwickmühle: Die neue, von Googles Gemini angetriebene Siri soll in wenigen Wochen auf eine deutlich größere Nutzerbasis treffen als Google sie hat, doch auch Apple leidet unter dem gleichen Speicherpreisdruck, während Google sich bewusst vor Apples Hardware-Event im September positioniert.
Gespaltener ist das Bild bei Eli Lilly: Starkes Call-Kaufinteresse und die generelle Stärke im Pharmasektor sprechen für das Unternehmen, doch Klagen gegen sechs Firmen wegen des angeblich illegalen Verkaufs des experimentellen Abnehmmittels Retatrutide und im Umlauf befindliche Schwarzmarktversionen belasten die Story. Ein Marktteilnehmer bezeichnet den verpassten Einstiegszeitpunkt als klaren Fehler und würde die Aktie auf aktuellem Niveau nicht mehr kaufen. Wie schnell sich eine Belastung dagegen auflösen kann, zeigt Cava: Nach dem Cyclospora-Ausbruch und Sicherheitsbedenken bei Blattgemüse, die kurzfristig die Umsätze drückten, wuchs der Umsatz im zweiten Quartal um 31 Prozent, die Same-Store-Sales legten trotz Konsumsorgen um 9 Prozent zu, und die Restaurant-Margen liegen mit über 25 Prozent ungewöhnlich hoch für die Branche – die Verkaufstrends erholen sich laut Unternehmen bereits wieder.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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