Stehen wir kurz vor einem Handelskrieg?
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- CAC 40Kursstand: 5.341,33 Pkt (Euronext Paris) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Paris (GodmodeTrader.de) - Das protektionistische Risiko ist infolge von Donald Trumps Entscheidung, Zölle für Stahl- und Aluminiumimporte in den USA einzuführen, mit einem Knalleffekt wiederaufgetaucht. Chinesische Güter haben seitdem die Liste der betroffenen Waren erweitert, ohne Angabe zu Zeitraum und Produktart, wie Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management, in seinem jüngsten Kommentar schreibt.
„Es ist verlockend, aufgrund der aktuellen Situation einen Handelskrieg vorauszusehen“, schreibt Melman. „Auch wenn das ein reales Risiko darstellt, glauben wir weiterhin nicht, dass ein Handelskrieg das wahrscheinlichste Szenario ist“, mildert der Experte ab.
Dafür sprechen laut Melman folgende Gründe:
1. China schlage bisher einen versöhnlichen Ton an und werde nur Vergeltung durch die Versteuerung der US-Importe in Höhe von drei Billiarden US-Dollar üben.
2. Nach der Ankündigung des US-Präsidenten hätten Gespräche zwischen den USA und China stattgefunden. Dies zeige, dass Peking Zugeständnisse bezüglich der Eröffnung des Binnenmarkts mache und Unternehmen zu ausländischen Investitionen bereit seien.
3. China sei aktuell in einer Phase der wirtschaftlichen Entwicklung angekommen, in der der Protektionismus aus dem Takt sei, vor allem weil die Lage gerade klar unausgewogen sei.
In Anbetracht dieser Faktoren seien die USA gerade wohl eher dabei, weniger und nicht mehr Protektionismus zu sichern, heißt es weiter. „Es ist allerdings zu früh, davon vollends überzeugt zu sein“, meint Melman. Die Märkte preisten das protektionistische Risiko nun ein, aber die jüngsten Entwicklungen wiesen darauf hin, dass das Worst-Case-Szenario weit von der Realität entfernt sei. Das Risiko ist laut des Asset Allocation-Teams von Edmond de Rothschild Asset Management daher zurzeit symmetrischer als vorher.
Edmond de Rothschild Asset Management hält seiner aktuellen Investmentpolitik deswegen die Treue und bleibt bei einer Übergewichtung europäischer und japanischer Aktien gegenüber Anleihen. Benjamin Melman: „Beide Regionen befinden sich jetzt in der Mitte ihres Zyklus und haben Potenzial auf Margensteigerung, akkommodierende Zentralbanken und attraktive Relativbewertungen gegenüber den USA. Es gibt daher keinen Grund, die Übergewichtung zu ändern.“
Aufgrund des Renditerückgangs bei langfristigen europäischen Anleihen in den vergangenen Wochen ist das Team von Edmond de Rothschild Asset Management wieder etwas vorsichtiger im Hinblick auf die Laufzeiten europäischer Titel.
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