Kommentar
13:22 Uhr, 21.06.2013

Solar 2.0 - zur Sonne, zur Freiheit

diese Woche ist genau der richtige Zeitpunkt, um das neue Cashkurs*Trends-Thema „Solar 2.0“ vorzustellen. Die Aktie des Solarherstellers Solarworld sprang am Montag in der Spitze um 28% nach oben. Zugegeben, von 70 Cent auf 90 Cent klingt nicht mehr so aufregend, wenn man sich vor Augen hält, dass die Aktie zu ihrer Spitzenzeit für 48 Euro den Besitzer wechselte. Da zaubert selbst ein Sprung von 28% nach oben noch kein Lächeln in die versteinerten Mienen der Altaktionäre. Aber dennoch ist gerade die Aktienentwicklung von Solarworld ein Paradebeispiel für die Vorgänge, die bei nahezu allen neuen Supertechnologien an der Börse zu beobachten sind.

Zunächst ist es eine spinnerte Zukunftsidee von weltfremden Erfindern, die mit leuchtenden Augen in ihren Garagen eine angebliche „Revolution“ zusammenlöten. Sie werden gemeinhin von ihrem Umfeld belächelt, von der alteingesessenen „Konkurrenzindustrie“ (hier Kohle, Öl, Gas und besonders Atom) verspottet, von den Medien bestenfalls ignoriert und an der Börse nur von wenigen Visionären gehandelt.

Beim Thema Solarenergie war das etwa die Phase vor 2004. Doch dann kommt plötzlich Bewegung in das Spiel. Die ersten Produkte werden marktreif und es gibt einzelne lukrative Anwendungsfelder, in denen ihr Einsatz rentabel ist. Zunächst beobachtet die Fachpresse das genauer und beschreibt die daraus ableitbaren Zukunftsperspektiven. Besondere Aktionäre (die Visionäre), die nicht mit dem Strom schwimmen, sondern dem Markt voraus sein wollen (wie wir mit Cashkurs*Trends: Siehe Seltene-Erden oder 3DDruck) spüren, dass dieses lange im Augenwinkel verfolgte Thema nun Fahrt aufnimmt und greifen verstärkt zu. Parallel fließen immer mehr Investitionen und oftmals auch staatliche Unterstützung in diese neuen Technologien, die ein neues Goldenes Zeitalter verheißen. Mit den steigenden Kursen berichten auch immer mehr „Mainstream-Medien“ über diese „brandneue“ Entwicklung. So werden auch mehr und mehr Investoren und Zocker angelockt, die in der jetzt euphorisch auf den Titelseiten betrommelten industriellen Sensation ihren ganz großen Profit sehen. Die Kurse schießen durch die Decke. Keine Kurs- und Umsatzprognose für die nächsten Jahre scheint noch zu hoch zu sein. Von diesem neuen Markt will natürlich jetzt auch jeder „halbseidene Gschaftlhuber“ profitieren und stampft ein neues Solarunternehmen aus dem Boden, das auch seinen Teil vom Kuchen haben möchte. Und da ja alles was nach Sonne riecht plötzlich Reichtum verspricht (die steigenden Aktienkurse haben es ja bewiesen!) wird diesen Unternehmen das Geld nur so nachgeworfen. Ja, die Technologie wird tatsächlich die Welt revolutionieren und die Umsätze immer größer werden.

Es wird also Zeit mit Solar 2.0 die Kärrnerunternehmen zu suchen, die künftig mit soliden Geschäftsmodellen von der Stromrevolution wirklich und nachhaltig profitieren werden. Erstaunlicherweise ist es in den seltensten Fällen einer der gefallenen Helden von einst, weil der Kampf um das Überleben doch zu viele Spuren in der Bilanz hinterlassen hat, weswegen man den Sprung der Solarworld-Aktie besser nicht als den Aufstieg des Phönix, sondern vielleicht eher als den „Dead-Cat-Bounce“ ansehen sollte.

Schauen wir uns also einige potentielle Kandidaten an. Noch ist es zu früh eine Apple der Solarbranche mit Gewissheit ausmachen zu wollen, aber wer weiß… Wir werden das Thema im Auge behalten.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und erfolgreiche Investitionen!

Ihr

Dirk Müller

Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kleinen Auszug der umfassenden Studie von Dr. Eike Wenzel, die ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Trends ist.

Zur Sonne, zur Freiheit – warum Solar 2.0 ein hochinteressanter
Zukunftsmarkt ist

Von Dr. Eike Wenzel, Institut für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ)

Das Beste kommt erst noch. Und das ist in der Solarbranche kein leeres Versprechen. Denn Forschung, Industrie und Vermarktung klettern gerade auf die nächste Evolutionsstufe. Das wirbelt den Markt gerade gehörig durcheinander – wie im letzten halben Jahr in jeder Tageszeitung zu lesen war. Doch die Solarindustrie verspricht gigantische Perspektiven in einer neuen Energiewelt. Dafür müssen sich die Anbieter endlich als Industrie und nicht nur als Weltverbesserer begreifen. Solar 2.0 ist ein Schlüsselmarkt des 21. Jahrhunderts.

Die Forscher der Deutschen Bank sehen die Solarindustrie schon im kommenden Jahr auf einem gesunden Wachstumspfad. Auf Schlüsselmärkten wie Indien, China und den USA werde dann bereits „Grid Parity“, eine Preisangleichung zwischen Solar und vormals günstigeren Energiesparten, erreicht. UBS, die Citi-Bank und Macquarie haben diesen positiven Ausblick einige Monate vorher ebenfalls gewagt und sind zu ähnlichen positiven Ergebnissen gekommen. Die Solarindustrie kommt endlich in die Gänge. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman lässt keine Gelegenheit aus, um auf die Zukunftsfähigkeit der Solarenergie hinzuweisen. Krugman prangerte 2011 in der „New York Times“ jedoch in verschärfter Form die Öl- und Gaslobby an, die den Durchbruch der Solartechnologie in den USA um jeden Preis verhindere.

Die Solartechnologie wird nahezu im Minutentakt perfektioniert. Pioniere, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, verlassen den Markt. Aus der Vision der Sonnenenergie wird endlich Solar 2.0. Die Gretchenfrage lautet: Wer wird als Sieger aus dieser zweiten Evolutionsstufe hervorgehen. China gilt – auch hier – als die kommende Supermacht. Was müssen die havarierten deutschen Anbieter tun, um den Anschluss nicht zu verpassen?

[...]

Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen eines von vier Unternehmen vorstellen, die wir im Rahmen der Ausgabe "Solar 2.0" von Cashkurs*Trends in die Watchlist aufgenommen haben.

Manz AG: Systemlösungen für die Hightech-Welt

Der Maschinenbauer aus Reutlingen entwickelt sich vom Automatisierungsspezialisten zum Anbieter kompletter Produktionssysteme und investiert kräftig im Solarbereich.

1987 wurde der Hightech-Maschinenbauer Manz im baden-württembergischen Reutlingen gegründet. Zuerst unter dem Namen Manz Automatisierungstechnik GmbH und später als Manz Automation AG firmierend, steht der seit Juni 2011 verwendete Name Manz AG für die Wandlung vom Automatisierungsexperten zum Anbieter integrierter Produktionssysteme. Das Unternehmen ist seit 2006 an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Manz beschäftigt knapp 1.900 Mitarbeiter weltweit und ist mit eigenen Tochtergesellschaften in wichtigen Märkten wie den USA, China und Indien sowie einigen anderen Ländern, darunter Israel, Ungarn und die Slowakei, vertreten.

Die Geschäftstätigkeit der Reutlinger erstreckt sich vor allem auf die Bereiche: Display, Battery, Leiterplatten/OEM und Solar. Systemlösungen für die Herstellung von Displays, die industrielle Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien und Brennstoffzellen sowie die Produktion kristalliner Solarzellen und von Dünnschicht Solarmodulen kennzeichnen den Konzern als wahren Hightech-Spezialisten.

Seit einigen Jahren intensiviert der Anlagenbauer die Anstrengungen im Solarbereich und strebt nach bahnbrechenden Neuerungen. 2010 gründete man ein eigenes Entwicklungszentrum für Vakuumbeschichtungs-Technologie und schloss einen Lizensierungs- und Kooperationsvertrag mit Würth Solar über deren CIGS-Solartechnologie (eine Dünnschichttechnologie unter Verwendung bestimmter chemischer Elemente). Ende 2011 wurde dann die gesamte CIGS-Innovationslinie von Würth übernommen und 2012 die Manz CIGS Technology GmbH in Schwäbisch Hall gegründet. „Passion for efficiency – Effizienz durch Leidenschaft“ lautet das Credo der Manz Ingenieure – und sie haben wohl Recht damit. Mit einem Wirkungsgrad von 14,6% haben die Reutlinger das derzeit mit Abstand effizienteste kommerziell nutzbare CIGS-Solarmodul in ihrem Portfolio.

Das Technologie Know-How der Manz AG erstreckt sich über mehrere High-Tech Branchen und kann den Reutlingern in einigen Zukunftsmärkten die Türen öffnen. Bei einem Anziehen des Solarmarktes und einer erfolgreichen Wiedergeburt des Sonnenbooms wird Manz mit seinen Systemlösungen einer der Aspiranten für eine tragende Rolle und damit verbundenes Wachstum.

Wie die Zahlen und Bilanz von Manz AG aussehen und welche weiteren Unternehmen wir in unserer Watchlist haben, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs*Trends.

"Solar 2.0" von Cashkurs*Trends. Alle weiteren wichtigen Informationen zu dem aktuellen Trendthema und die dazugehörigen spannenden Aktienanalysen finden Sie im bereits erschienen Cashkurs*Trends Börsenbrief.

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