Silber in Bewegung
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Der Preis für eine Feinunze Silber unterlag zuletzt großen Schwankungen. Nachdem der „kleine Bruder“ des Goldes im April 2011 ein Allzeithoch bei knapp 50 US-Dollar erreichte, brach der Kurs im Anschluss regelrecht ein. Grund soll unter anderem die Maßnahme der Terminbörse Comex in New York gewesen sein, die nötigen Sicherheitsleistungen (Margins) für den Handel eines Silber-Kontraktes deutlich zu erhöhen. Dies führt dazu, dass Marktteilnehmer mit gleicher Liquidität nur noch geringere Positionen halten dürfen und daher massiv verkauften. Die Erklärung kann aber auch einfach in einer markttechnischen Gegenreaktion zu finden sein. Immerhin findet ein großer Teil des Handels in Silber auch an der Rohstoffbörse in London, der LBMA (London Bullion Market Association), statt. Hier wird das Edelmetall in physischer Form gehandelt, weshalb Margins keine Rolle spielen.
Fakt ist jedenfalls, dass diese Kursentwicklung eine starke Auswirkung auf die implizite Volatilität von Silber gehabt hat. Die implizite Volatilität ist die für einen Basiswert zukünftig erwartete Schwankungsbreite. Sie wird anhand der Optionsprämien, die für diesen Basiswert gezahlt werden, hergeleitet. An Aktienmärkten ist zumeist zu beobachten, dass mit steigenden Kursen die implizite Volatilität abnimmt, während sie bei fallenden Kursen zunimmt. Bei vielen Rohstoffen ist dieses Verhältnis zwischen Kurs- und Volatilitätsbewegung nicht immer zu beobachten. Oftmals steigt die implizite Volatilität auch, wenn die Rohstoffpreise steigen oder neue Allzeithochs erklimmen. So schon oft zu beobachten bei Öl, Gold und Silber. Der vehemente Kurseinbruch beim Silber hat allerdings dazu geführt, dass dessen implizite Volatilität nunmehr deutlich gestiegen ist. Am 5. und 6. Mai beispielsweise, als Silber innerhalb kurzer Zeit förmlich abrauschte, schoss die kurzfristige implizite Vola für vierwöchige Optionen am Geld auf über 60 Prozent. Noch Mitte April notierte sie eher im Bereich unter 40 Prozent. Auch aktuell notiert der Wert noch um die 55 Prozent.
Wie können Anleger davon profitieren? Das einfachste und bekannteste Anlageprodukt, um sich Volatilität zu Nutze zu machen, ist ein Discount-Zertifikat. Bei dieser Strategie wird der Basiswert gekauft und gleichzeitig eine Call-Option verkauft, wodurch eine Optionsprämie vereinnahmt wird, die einen „Discount“ auf den eigentlichen Kurs des Rohstoffs ermöglicht. Darüber hinaus gibt es Hebelprodukte, die im besonderen Maße von der Volatilität beeinflusst werden. Mit StayHigh-Optionsscheinen bekommen Anleger einen Betrag von 10 Euro ausbezahlt, wenn ein bestimmtes unteres KO-Level während der Laufzeit nie verletzt wurde. Bei hoher Volatilität ist das Produkt besonders günstig zu erwerben und die Renditen entsprechend hoch. Im Falle eines Volatilitäts-Rückgangs profitiert das Produkt unmittelbar, weil dadurch auch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass eines der KO-Levels verletzt wird.
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