SIEMENS ENERGY ist der Gewinner des neuen Stromhungers
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- Siemens Energy AG - WKN: ENER6Y - ISIN: DE000ENER6Y0 - Kurs: 182,800 € (XETRA)
Der Münchener Energietechnikkonzern, lange belastet von Problemen in der Windkrafttochter Gamesa, profitiert plötzlich von einem globalen Investitionsschub in Stromnetze, Gasturbinen und Energieinfrastruktur. Ausgerechnet der steigende Energiebedarf der digitalen Wirtschaft wird damit zum Treiber einer industriellen Renaissance.
Siemens Energy hat deshalb am Donnerstagabend seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angehoben. Das Unternehmen verweist auf eine "positive Geschäftsentwicklung" im ersten Halbjahr und eine starke Marktnachfrage. Der Konzern erwartet nun ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 % bis 16 %. Bislang hatte Siemens Energy lediglich 11 % bis 13 % in Aussicht gestellt. Auch bei der Profitabilität wird das Management optimistischer: Die Ergebnis-Marge vor Sondereffekten soll nun zwischen 10 % und 12 % liegen, nach zuvor 9 % bis 11 %.
Noch deutlicher fällt die Korrektur beim freien Mittelzufluss aus. Der Free Cashflow vor Steuern soll im Gesamtjahr rund 8 Mrd. EUR erreichen. Zuvor hatte Siemens Energy lediglich 4 Mrd. EUR bis 5 Mrd. EUR erwartet. Der Gewinn nach Steuern wird nun bei rund 4 Mrd. EUR gesehen, nachdem zuvor eine Spanne von 3 Mrd. EUR bis 4 Mrd. EUR gegolten hatte. Für ein Unternehmen, das noch vor wenigen Jahren wegen massiver Qualitätsprobleme im Windgeschäft unter Druck stand, ist das eine bemerkenswerte Wende.
Netze und Gasturbinen treiben die neue Zuversicht
Der stärkste Impuls kommt aus zwei Bereichen, die im Zentrum der globalen Energiewende und der Digitalisierung stehen: Stromnetze und Gasturbinen. Rechenzentren, industrielle Elektrifizierung und alternde Netzinfrastruktur treiben weltweit den Bedarf an Ausrüstung nach oben. Gleichzeitig setzen viele Länder weiter auf jederzeit verfügbare Kraftwerkskapazitäten, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Siemens Energy liefert dafür zentrale Komponenten.
Besonders deutlich zeigt sich das im Netzgeschäft. Für Grid Technologies hebt Siemens Energy die Erwartungen kräftig an. Der Bereich soll im Geschäftsjahr 2026 nun vergleichbar um 25 % bis 27 % wachsen. Zuvor hatte der Konzern 19 % bis 21 % erwartet. Auch die Ergebnis-Marge vor Sondereffekten soll mit 18 % bis 20 % höher ausfallen als bislang prognostiziert. Der Bereich profitiert von Investitionen in Übertragungsnetze, Umspanntechnik und Modernisierung der Strominfrastruktur.
Auch Gas Services bleibt stark. Siemens Energy rechnet hier mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 16 % bis 18 % und einer Ergebnis-Marge vor Sondereffekten von 14 % bis 16 %. Die Nachfrage nach Gasturbinen ist hoch, weil Regierungen und Energieversorger Kapazitäten benötigen, die unabhängig von Wetter und Tageszeit verfügbar sind. Der Boom bei Rechenzentren verstärkt diesen Trend. Der US-Wettbewerber GE Vernova hatte bereits am Vortag seine Jahresprognose angehoben, ebenfalls gestützt durch starke Nachfrage nach Gasturbinen und Netzausrüstung.
Starkes Auftragspolster, gemischte Quartalsdetails
Die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal zeigen, warum das Management optimistischer wird. Der Auftragseingang stieg auf 17,75 Mrd. EUR, nach 14,43 Mrd. EUR im Vorjahr. Auf vergleichbarer Basis entspricht das einem Plus von 29,5 %. Damit übertraf Siemens Energy auch die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Umsatz legte um 8,9 % auf 10,29 Mrd. EUR zu, blieb damit allerdings unter dem Konsens von 10,84 Mrd. EUR.
Das Ergebnis vor Sondereffekten stieg auf 1,16 Mrd. EUR, nach 906 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge lag bei 11,3 %. Unter dem Strich erzielte Siemens Energy einen Gewinn nach Steuern von 835 Mio. EUR. Der Free Cashflow vor Steuern erreichte 1,98 Mrd. EUR, nach 1,39 Mrd. EUR ein Jahr zuvor. Die vollständigen Quartalszahlen will der Konzern am 12. Mai vorlegen.
Die Details zeigen allerdings auch, dass nicht alle Sparten gleichermaßen glänzen. Gas Services erzielte im zweiten Quartal einen Auftragseingang von 8,87 Mrd. EUR und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Der Umsatz stieg vergleichbar um 15 % auf 3,48 Mrd. EUR. Die Ergebnis-Marge vor Sondereffekten lag bei 15,9 %. Damit blieb sie zwar auf hohem Niveau, aber unter dem Analystenkonsens.
Im Netzgeschäft fiel der Auftragseingang mit 7,00 Mrd. EUR besonders stark aus. Auf vergleichbarer Basis entspricht das einem Plus von 41,5 %. Der Umsatz stieg um 12,3 % auf 3,07 Mrd. EUR, das Ergebnis vor Sondereffekten lag bei 524 Mio. EUR. Die Marge erreichte 17,1 %. Damit blieb das Geschäft profitabel, auch wenn der Vergleichswert des Vorjahres mit 19,9 % höher lag.
Transformation of Industry entwickelte sich solide, aber weniger dynamisch. Der Auftragseingang ging vergleichbar um 15,7 % auf 1,25 Mrd. EUR zurück. Der Umsatz stieg um 5,4 % auf 1,42 Mrd. EUR, die Marge verbesserte sich auf 12,0 %. Für das Gesamtjahr erwartet Siemens Energy in diesem Bereich weiterhin ein vergleichbares Umsatzwachstum von 5 % bis 7 % und eine Marge von 11 % bis 13 %.
Gamesa bleibt der Prüfstein
Der wichtigste Belastungsfaktor bleibt Siemens Gamesa. Die Windkrafttochter hat den Konzern über Jahre mit Qualitätsproblemen, Verzögerungen und hohen Verlusten belastet. Nun zeigen sich erste Fortschritte, aber die Sanierung bleibt anspruchsvoll. Im zweiten Quartal verringerte Gamesa den Verlust vor Sondereffekten auf 44 Mio. EUR, nach einem Minus von 249 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Die Marge verbesserte sich von minus 9,2 % auf minus 1,7 %.
Das ist ein deutliches Signal der Stabilisierung. Zugleich blieb der Auftragseingang mit 846 Mio. EUR deutlich unter dem Analystenkonsens von 1,36 Mrd. EUR. Der Umsatz lag bei 2,53 Mrd. EUR. Siemens Energy hält dennoch am Ziel fest, im Windgeschäft im laufenden Geschäftsjahr den Break-even bei der Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zu erreichen. Beim Umsatz wird nun ein vergleichbares Wachstum von 3 % bis 5 % erwartet, nach zuvor 1 % bis 3 %.
Für Anleger bleibt Gamesa damit der Lackmustest. Der Konzern kann inzwischen zeigen, dass die Belastungen sinken. Doch der Weg zu dauerhaft stabilen Margen ist noch nicht abgeschlossen.
Fazit: Siemens Energy profitiert derzeit von einem strukturellen Rückenwind, der weit über einen normalen Investitionszyklus hinausgeht. Der Energiebedarf von Rechenzentren, der Ausbau der Stromnetze, die Elektrifizierung der Industrie und der Wunsch nach Versorgungssicherheit verschieben die Nachfrage zugunsten des Konzerns. Es zeigt sich, dass Siemens Energy in mehreren Schlüsselbereichen gleichzeitig auf der richtigen Seite des Marktes steht. Mit einem Marktwert von rund 158 Mrd. EUR zählt Siemens Energy inzwischen zu den wertvollsten deutschen Unternehmen, hinter der früheren Mutter Siemens und SAP.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 39,07 | 43,52 | 49,32 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 1,59 | 4,00 | 5,60 |
| KGV | 117 | 47 | 33 |
| Dividende je Aktie in EUR | 0,70 | 1,70 | 2,50 |
| Dividendenrendite | 0,38% | 0,91% | 1,34% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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