SALZGITTER trotzt der Stahlflaute auch dank Aurubis
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- Salzgitter AG - WKN: 620200 - ISIN: DE0006202005 - Kurs: 35,720 € (XETRA)
Der Außenumsatz sank auf 9,0 Mrd. EUR nach 10,0 Mrd. EUR im Vorjahr, das EBITDA ging auf 376 Mio. EUR von 445 Mio. EUR zurück. Unter dem Strich verbesserte sich das Vorsteuerergebnis jedoch deutlich auf minus 28 Mio. EUR, nachdem 2024 noch minus 296 Mio. EUR zu Buche standen. Nach Steuern verblieb ein Fehlbetrag von 70 Mio. EUR, das Ergebnis je Aktie lag bei minus 1,37 EUR nach minus 6,51 EUR im Vorjahr. Trotz des Verlusts wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 3. Juni 2026 eine Dividende von 0,20 EUR je Aktie vorschlagen.
Dass der Konzern das Jahr nahezu ausgeglichen abschließen konnte, lag vor allem an drei Stützen. Erstens lieferte der Geschäftsbereich Technologie erneut ein starkes Ergebnis. Zweitens erwies sich die Beteiligung an Aurubis mit einem Ergebnisbeitrag von 180 Mio. EUR erneut als verlässlicher Ertragsanker. Drittens griff das Ergebnisverbesserungsprogramm P28 stärker als geplant. Die nachhaltigen Kostensenkungseffekte beliefen sich auf 110 Mio. EUR und lagen damit über dem ursprünglichen Ziel von 97 Mio. EUR. Einschließlich Einmaleffekten erreichte der Beitrag 129 Mio. EUR.
Dem standen erhebliche Belastungen im klassischen Stahlgeschäft gegenüber. Eine anhaltend schwache Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen, hohe Energiekosten und intensiver internationaler Wettbewerb drückten auf die Profitabilität. Hinzu kamen Verwerfungen in den globalen Warenströmen infolge der US-Handelspolitik. Die Preise für Walzstahlprodukte blieben unter dem Niveau des Vorjahres und belasteten die stahlproduzierenden und stahlverarbeitenden Gesellschaften spürbar.
Technologie und Handel als Lichtblick
Besonders hervor stach der Geschäftsbereich Technologie. Zwar ging der Umsatz leicht auf 1,77 Mrd. EUR zurück, das Vorsteuerergebnis stieg jedoch auf 112,8 Mio. EUR nach 93,5 Mio. EUR. Damit wurde die Sparte zum wichtigsten operativen Ergebnistreiber des Konzerns. Das unterstreicht, wie stark Salzgitter inzwischen von Geschäften profitiert, die weniger zyklisch sind als das traditionelle Stahlgeschäft.
Einen bemerkenswerten Turnaround schaffte zudem der Handel. Der Bereich steigerte das EBITDA auf 58,2 Mio. EUR, nachdem im Vorjahr noch ein operativer Verlust von 20,9 Mio. EUR angefallen war. Auch beim Vorsteuerergebnis drehte die Sparte mit 31,0 Mio. EUR klar in die Gewinnzone, nach minus 81,2 Mio. EUR im Jahr 2024. Das ist ein Hinweis darauf, dass Restrukturierungen und Kostendisziplin hier bereits Wirkung entfalten.
Deutlich schwieriger blieb die Lage dagegen in der Stahlerzeugung und Stahlverarbeitung. In der Stahlerzeugung sank der Umsatz auf 3,17 Mrd. EUR, das Vorsteuerergebnis verschlechterte sich auf minus 65,6 Mio. EUR. Die Stahlverarbeitung blieb tief in den roten Zahlen, auch wenn sich das EBITDA mit minus 63,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr verbesserte. Auf Vorsteuerbasis stand dennoch ein Verlust von 116,5 Mio. EUR. Zusätzlich wirkte die Entkonsolidierung der Edelstahlrohrgruppe dämpfend auf den Konzernumsatz.
Aurubis stützt, Anleihe verzerrt
Von zentraler Bedeutung blieb auch 2025 die Beteiligung an Aurubis. Der at-equity erfasste Ergebnisbeitrag lag mit 180 Mio. EUR nur leicht unter dem Vorjahreswert von 184 Mio. EUR. Vor allem im vierten Quartal profitierte Salzgitter dabei von positiven Bewertungseffekten infolge schwankender Metallpreise. Ohne diesen Beitrag wäre das Konzernergebnis deutlich schwächer ausgefallen.
Neu hinzu kam allerdings ein Faktor, der die Ergebnisrechnung komplizierter macht. Aus der im Oktober 2025 begebenen Umtauschanleihe mit Tauschrecht in Aurubis-Aktien ergaben sich negative Bewertungseffekte von 30 Mio. EUR. Diese nicht operativen Schwankungen will Salzgitter ab dem Geschäftsjahr 2026 aus den zentralen Steuerungskennzahlen herausrechnen. Künftig sollen EBITDA VX, EBT VX und ROCE VX die operative Entwicklung ohne diese Bewertungseffekte abbilden. Finanzvorständin Birgit Potrafki spricht von mehr Transparenz und Vergleichbarkeit.
Hohe Investitionen, vorsichtiger Ausblick
Die Schattenseite der Transformation zeigt sich in der Bilanz. Die Nettofinanzschulden stiegen auf 954 Mio. EUR nach 574 Mio. EUR im Vorjahr. Hauptgrund sind die hohen Investitionen in das Dekarbonisierungsprogramm SALCOS. Gleichzeitig erreichte die Verzinsung des eingesetzten Kapitals mit 0,7 % zwar wieder einen positiven Wert, bleibt aber niedrig. Der operative Cashflow von mehr als 500 Mio. EUR zeigt immerhin, dass der Konzern im laufenden Umbau noch aus eigener Kraft Liquidität generiert.
Für 2026 stellt Salzgitter eine moderate Verbesserung in Aussicht. Der Umsatz soll bei rund 9,5 Mrd. EUR liegen. Das bereinigte EBITDA VX erwartet der Vorstand in einer Spanne von 500 Mio. EUR bis 600 Mio. EUR, das bereinigte EBT VX zwischen 75 Mio. EUR und 175 Mio. EUR. Die Kapitalrendite soll leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Nicht enthalten sind dabei mögliche Folgen aus der Fortführung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann unter alleiniger Verantwortung der Salzgitter AG, über deren Eckpunkte das Unternehmen Anfang Februar informiert hatte.
Vorstandschef Gunnar Groebler setzt angesichts schwacher Konjunktur, hoher Energiepreise und handelspolitischer Unsicherheiten weiter auf Kostensenkungen, Restrukturierungen und Portfoliomaßnahmen. Dazu passen der Verkauf der DESMA Schuhmaschinen GmbH und die Übernahme der Thyrolf & Uhle GmbH zur Stärkung des Geschäfts mit Sicherheitsstählen. Zugleich macht Groebler deutlich, dass die industriepolitischen Rahmenbedingungen für den Konzern immer wichtiger werden. Unterstützung erwartet Salzgitter insbesondere von europäischen Handelsschutzinstrumenten und vom CO2-Grenzausgleich.
Fazit: Der Salzgitter-Konzern befindet sich in der Zange verschiedener Einflussfaktoren, die sich nur schwer prognostizieren lassen. Entsprechend dürfte auch der Aktienkurs je nach Nachrichtenlage spürbar schwanken. Das zentrale Argument bleibt weiterhin die Aurubis-Beteiligung sowie alle Aktivitäten jenseits des klassischen Stahlgeschäfts. Eine abwartende Haltung erscheint vorerst angemessen.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 9,10 | 9,75 | 10,48 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | -0,71 | 2,78 | 5,76 |
| KGV | -49 | 13 | 6 |
| Dividende je Aktie in EUR | 0,20 | 0,20 | 0,35 |
| Dividendenrendite | 0,57% | 0,57% | 1,00% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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