ROCHE - Abnehmspritze überzeugt in Phase II
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- Roche Holding AG - WKN: A424UK - ISIN: CH1499059983 - Kurs: 362,820 Fr (BX Swiss)
- Novo Nordisk AS - WKN: A3EU6F - ISIN: DK0062498333 - Kurs: 34,250 € (XETRA)
- Eli Lilly and Company - WKN: 858560 - ISIN: US5324571083 - Kurs: 1.164,890 $ (NYSE)
Der Wirkstoff Enicepatide senkte in einer Phase-II-Studie nicht nur den Blutzucker deutlich, sondern führte zugleich zu einem kräftigen Gewichtsverlust. Damit rückt Roche zumindest medizinisch näher an die Platzhirsche Eli Lilly und Novo Nordisk heran.
In der Studie mit 447 übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes erreichte Enicepatide beide primären Endpunkte. Bei der höchsten Dosis von 24 mg sank der HbA1c-Wert nach 48 Wochen im Mittel um 2,65 Prozentpunkte. Ausgangspunkt war ein durchschnittlicher Wert von 8,1 %. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Patienten mit schlecht eingestelltem Blutzucker. Lag der HbA1c-Wert zu Beginn über 8,5 %, betrug der Rückgang 4,13 Prozentpunkte.
Auch die Zielwerte sind bemerkenswert. In der Hochdosisgruppe erreichten 90 % der Patienten einen HbA1c-Wert von höchstens 6,5 %. Bei 62 % sank der Wert sogar unter 5,7 % und damit in den nicht diabetischen Bereich. Gleichzeitig verloren die Studienteilnehmer im Mittel 15,5 % ihres Körpergewichts. Laut Roche war nach 48 Wochen noch kein Plateau zu erkennen, was auf weiteres Potenzial bei längerer Behandlungsdauer hindeuten könnte.
Starkes Signal, aber (noch) kein direkter Lilly-Vergleich
Enicepatide aktiviert wie Lillys Tirzepatid gleichzeitig die Rezeptoren der Darmhormone GLP-1 und GIP. Dadurch sollen Appetit, Blutzucker und Energiehaushalt beeinflusst werden. Roche spricht von einem gezielt veränderten Signalprofil, das eine nachlassende Wirkung der Rezeptoren begrenzen und so eine länger anhaltende pharmakologische Aktivität ermöglichen soll. Ob dieser theoretische Vorteil in der klinischen Praxis tatsächlich eine bessere Wirkung oder Verträglichkeit bringt, muss sich jedoch erst in größeren Studien zeigen.
Die Ergebnisse fallen stark aus, erlauben aber noch keinen sauberen Wirksamkeitsvergleich mit Zepbound beziehungsweise Mounjaro von Eli Lilly oder Wegovy von Novo Nordisk. Studiendesign, Patientengruppe, Ausgangsgewicht und Behandlungsdauer unterscheiden sich. Zudem wurde Enicepatide hier bei Patienten mit Typ-2-Diabetes geprüft. Diese verlieren unter Inkretintherapien häufig etwas weniger Gewicht als Menschen ohne Diabetes. Der Gewichtsverlust von 15,5 % ist vor diesem Hintergrund dennoch ein ernst zu nehmendes Signal.
Auch bei der Verträglichkeit lieferte die Studie zunächst keine böse Überraschung. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen den Magen-Darm-Trakt und waren überwiegend leicht bis mittelschwer. Nur 2,0 % der mit Enicepatide behandelten Patienten brachen die Therapie wegen unerwünschter Ereignisse ab. In der Placebogruppe gab es keinen entsprechenden Abbruch. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet.
Roche muss jetzt Tempo machen
Roche will ein breites Geschäft mit Therapien gegen Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufbauen. Enicepatide stammt aus der Übernahme von Carmot Therapeutics, für die Roche 2023 bis zu 3,1 Mrd. USD zugesagt hatte. Der damalige Zukauf könnte sich damit als strategischer Türöffner in einen der größten Wachstumsmärkte der Pharmaindustrie erweisen.
Zwei Phase-III-Studien zur chronischen Gewichtskontrolle laufen bereits. In der ersten Jahreshälfte 2027 will Roche zusätzlich ein Phase-III-Programm zur Blutzuckerkontrolle sowie Studien zu kardiovaskulären Endpunkten starten. Gerade letztere sind entscheidend, weil sich der Wettbewerb zunehmend von der reinen Gewichtsabnahme auf den nachweisbaren Schutz vor Folgeerkrankungen verlagert.
Bis zu einer möglichen Zulassung bleibt der Weg dennoch lang. Bloomberg-Intelligence-Analysten hatten zuletzt mit einer Markteinführung bis 2030 und möglichen Spitzenumsätzen von rund 4 Mrd. USD gerechnet. Das wäre beachtlich, träfe dann aber auf einen Markt, in dem Lilly und Novo ihre Produktionskapazitäten, Lieferketten und klinischen Datenbestände über Jahre ausgebaut haben. Ein gutes Molekül allein garantiert deshalb noch keinen kommerziellen Erfolg.
Fazit: Die Phase-II-Daten sind ein klarer Erfolg für Roche. Enicepatide verbindet eine sehr starke Blutzuckersenkung mit hohem Gewichtsverlust und bislang unauffälliger Verträglichkeit. Von einem künftigen Blockbuster zu sprechen, wäre trotzdem verfrüht. Roche muss die Wirkung nun in Phase III bestätigen, kardiovaskulären Zusatznutzen belegen und gegenüber bereits etablierten Konkurrenten ein überzeugendes Profil entwickeln. Gelingt das, könnte aus dem späten Einstieg in den Adipositasmarkt doch noch ein milliardenschweres Geschäft werden. Die Roche-Aktie ist mit einem 18er-KGV derzeit ausreichend hoch bewertet. Neu einsteigen würde ich derzeit nicht mehr. Die Bewertung liegt schon deutlich höher als noch vor ein oder zwei Jahren.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. CHF | 61,51 | 62,65 | 65,47 |
| Ergebnis je Aktie in CHF | 19,46 | 20,37 | 21,94 |
| KGV | 19 | 18 | 17 |
| Dividende je Aktie in CHF | 9,80 | 10,00 | 10,25 |
| Dividendenrendite | 2,70% | 2,75% | 2,82% |
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*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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