Kommentar

Preiskampf bei Low-Cost-Brokern – Smartbroker ermöglicht Gratis-Handel

Paradiesische Zustände für Privatanleger: Was noch vor Jahren utopisch erschien, ist nun mehr und mehr gängige Praxis. Sogenannte Low-Cost-Broker ermöglichen den Handel an der Börse zu günstigen Preisen oder sogar gebührenfrei. Beim Smartbroker gibt es etwa nun Aktien, Fonds (auch ETFs) und Derivate ohne Gebühren. Für die Kunden des erst vor einigen Monaten gestarteten Online-Brokers ergibt sich ein durchaus attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Aus dem bisher guten Angebot wird nun ein hervorragendes, welches mit Trade Republic zu vergleichen ist, wo Anleger nur einen Euro Fremdkostenpauschale tragen müssen und etliche Sparpläne ohne Gebühren erhalten.

Beim Smartbroker aus Berlin geht man nun noch einen Schritt weiter. Bisher kostete jede Order noch pauschal vier Euro. Dank verbesserter Konditionen zahlen Smartbroker-Kunden bei bestimmten Börsenplätzen und Emittenten nun deutlich weniger – vorausgesetzt, die Transaktion hat ein Volumen von mindestens 500 Euro. In allen anderen Fällen liegt der Preis weiterhin bei vier Euro – auch das ist außerordentlich günstig, wie ein Blick in unseren Broker-Vergleich zeigt. Neben den beiden genannten Anbietern lauern im Segment der Low-Cost-Broker außerdem Justtrade und Gratisbroker.

Smartbroker über Gettex gebührenfrei

Um in den Genuss von gebührenfreiem Börsenhandel zu kommen, müssen Kunden bei Transaktionen den Handelspartner Gettex auswählen. Bei Lang & Schwarz fällt je Order ein Euro an. An allen übrigen deutschen Handelsplätzen müssen Privatanleger vorerst weiterhin vier Euro je Order berappen. Überdies lassen sich beim Smartbroker Derivate von Morgan Stanley, HSBC und Vontobel kostenlos im Direkthandel erwerben und veräußern.

Preiskampf soll weitergehen

Die Smartbroker-Betreibergesellschaft Wallstreet Online verspricht schon jetzt, sich auch künftig für sinkende Orderkosten einsetzen. Das permanente Ziel laute: Trading so günstig wie möglich! „Wir sind sehr froh, dass wir mit Morgan Stanley, HSBC und Vontobel gleich drei Premium-Partner gewinnen konnten. Diese Gesellschaften verfügen über eine ausgewiesene Expertise im Derivate-Handel und genießen in der Finanz-Community seit vielen Jahren ein hohes Ansehen“, erklärt Smartbroker-Chef Thomas Soltau zur Wahl der Emittenten. Soltau weiter: „Außerdem sind wir stolz, dass wir mit Gettex sowie Lang & Schwarz zwei namenhafte Partner für den Aktien-, Fonds- und ETF-Handel an Bord haben. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, glauben aber, dass wir unseren Kunden mit diesen exklusiven Anbietern ein optimales Produkt-Spektrum anbieten können – und das alles für null bzw. einem Euro!“

Die aktuelle Gebührensenkung sei möglich, weil das Unternehmen ganz bewusst auf einen Teil der Einnahmen verzichte. Die gesenkten Beiträge sollen durch eine höhere Nachfrage ausgeglichen werden. Smartbroker verlangt künftig (größtenteils) kein Geld mehr von seinen Kunden, sondern verdient durch die Vermittlung an die Börsenplätze. Diese vergüten Brokern in der Regel die Weiterleitung einer Order.

Breites Angebot zu günstigen Konditionen

„Mit dem vorgestellten Preismodell und unserem bestehenden Produktangebot schaffen wir etwas, das es so noch nicht gab“, sagt Smartbroker-Vorstand Thomas Soltau. „Zwar gibt es bereits andere Online-Broker auf dem Markt, die den Wertpapierhandel für null oder einen Euro anbieten, allerdings mit einem stark eingeschränkten Produktspektrum. Umgekehrt gibt es Online-Broker, bei denen der Kunde an allen Börsenplätzen handeln kann, was aber mit deutlich höheren Ordergebühren einhergeht“, so Soltau weiter.

Im Vergleich zu vielen Mitbewerbern sei die Unternehmensgruppe sehr schlank aufgestellt, weil sie keinen kompletten Bankbetrieb mitfinanzieren müsse, ergänzt Stefan Zmojda, Geschäftsführer von Wallstreet Online, die für die Vermarktung des Smartbrokers verantwortlich ist. Außerdem habe der enorme Anfangserfolg von Smartbroker dafür gesorgt, dass verschiedene Börsenplätze und Emittenten die Zusammenarbeit ausbauen wollten. Zmojda: „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, möglichst alle Kostenvorteile an unsere Kunden weiterzugeben und genau das tun wir jetzt.“

Smartbroker mit Verwahrentgelt

Was jedoch Verbraucher auch wissen sollten: Beim Smartbroker gibt es unter gewissen Umständen ein sogenanntes Verwahrentgelt. Dieses beträgt derzeit 0,5 Prozent im Jahr und fällt an ab einer Cash-Quote in Höhe von 15 Prozent im Verhältnis Depotbestand zu Cashbestand. Im Low-Cost-Broker-Segment lesen wir ähnliches bei Konkurrent Justtrade. Dort heißt es, man berechne für Guthaben auf Verrechnungskonten 0,5 Prozent jährlichen Negativzins.

Tipp: In unserem Broker-Vergleich können Sie sich über die günstigsten Direktbanken informieren.

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Über den Experten

Markus Jordan
Markus Jordan
Finanzmarktanalyst

Markus Jordan ist seit knapp 20 Jahren im Wertpapierbereich aktiv. Er ist ein ausgewiesener Experte für Exchange Traded Funds (ETFs) und darauf basierende Anlagestrategien. Seit 2008 veröffentlicht er Deutschlands zudem das führende Magazin im Bereich Exchange Traded Funds (ETFs) – das EXtra-Magazin. Auf dem Internetportal www.extra-funds.de veröffentlicht er regelmäßig Fachbeiträge und News zum Thema passive Anlagestrategien. In zahlreichen Vorträgen und Webinare hat er in den vergangenen Jahren tausende Anleger von den Vorteilen passiver Anlageinstrumente überzeugt. Er steht für passive Anlagestrategien, Portfoliostrukturierungen mit ETFs und bietet Wissen und Strategien für einen langfristigen Kapitalaufbau und ist damit eine perfekte Ergänzung zu den aktiven Handelsstrategien vieler anderer Experten auf Guidants.

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