Platin und Palladium
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Die beiden Edelmetalle Platin und Palladium konnten sich zu Beginn der Handelswoche den allgemein sinkenden Preisen nicht entziehen und notierten ebenfalls schwächer. Platin verlor leicht und kostete zwischenzeitlich weniger als Gold. Diese Preisrelation ist sehr ungewöhnlich und könnte Investoren und Schmuckhändler zu weiteren Käufen veranlassen.
Im Zuge der sich erholenden Kurse zu Wochenmitte zogen auch die Preise für beide Edelmetalle wieder an. Platin ist, gemessen an der jährlichen Fördermenge, das seltenste unter den drei großen Edelmetallen und stellt insbesondere für die Schmuckindustrie einen interessanten Werkstoff dar. Es ist ein leicht verformbares Metall und sich durch einen hohen Siedepunkt und gute elektrische Leitfähigkeit auszeichnet. Die Hauptverwendungsbereiche des Platins liegen neben der Industrie (insbesondere Elektro- und Chemieindustrie) vor allem in der Automobilindustrie (Katalysatoren). Da sich Platin und Palladium in ihren Eigenschaften nahezu gleichen, könnte Platin bei anhaltender Knappheit in der näheren Zukunft durch Palladium ersetzt werden. In der Schmuckindustrie konnte sich Palladium als Ersatzrohstoff bislang allerdings nicht durchsetzen.
Palladium wird, aufgrund der bereits erwähnten ähnlichen Eigenschaften, ebenfalls zur Gruppe der Platinmetalle gezählt. Auch die jährliche Fördermenge ist mit rund 200 Tonnen auf einem ähnlichen Niveau wie die von Platin. Bei der Herstellung von Katalysatoren erfährt das Edelmetall seinen Hauptverwendungszweck, der rund 50 Prozent der Gesamtnachfrage ausmacht. Weitere Anwendungsbereiche sind die Feinelektronik, die Schmuckindustrie und die Dentalmedizin. Auch die steigende Bedeutung von Exchange Traded Commodities (ETC), lässt die physische Nachfrage nach diesen Edelmetallen weiter steigen. ETC sind Wertpapiere, die an die Wertentwicklung eines oder mehrerer Rohstoffpreise gekoppelt sind, da diese Produkte durch die Hinterlegung von Rohstoffen abgesichert werden. Die Investmentbranche hat im Jahr 2010 gut eine Million Unzen Palladium und rund 650.000 Unzen Platin überwiegend für die physische Hinterlegung von ETFs beziehungsweise ETCs nachgefragt. Neben der Möglichkeit, das Edelmetall in physischer Form zu erwerben, besteht die komfortable Möglichkeit, mit Zertifikaten in diese Edelmetalle zu investieren.
Bei Palladium könnte dieses Jahr die Nachfrage das Angebot übersteigen. Bisher hätten die Abverkäufe aus russischen Lagerbeständen die Marktnachfrage ausgeglichen, jedoch gibt es Hinweise darauf, dass die russischen Lagerkapazitäten erschöpft sein könnten. Einen Einfluss auf die Edelmetallpreisentwicklung könnte ein möglicher Streik in Südafrika haben. Allein 75 Prozent der weltweiten Platinproduktion stammt aus diesem Land. Der südafrikanische Anteil an der Palladiumproduktion ist geringer, doch auch in diesem Fall sind steigende Preise durch eine streikbedingte Angebotsverknappung denkbar.
Ein sinkender globaler Fahrzeugabsatz könnte – aufgrund der hohen Nachfrage nach diesen Edelmetallen aus dem Automobilsektor – das Kurspotenzial beider Werte begrenzen. Rund ein Drittel der Platinproduktion und mehr als die Hälfte der Palladiumproduktion entfallen auf die Nachfrage aus der Automobilindustrie. Aus diesem Grund scheint es auch nicht weiter verwunderlich, dass Platin und Gold derzeit ungefähr auf gleichem Preisniveau notieren und auch Palladium wieder auf seinen Wert zu Jahresbeginn zurückgefallen ist.
Anleger, die von einem weiteren Anstieg des Palladium- oder Platinpreises ausgehen, aber auf eine physische Lieferung der Rohstoffe verzichten können, haben die Möglichkeit, mit dem jeweiligen Partizipations-Zertifikat auf Platin (WKN: SG9F3S) oder Palladium (WKN: SG9F3T) die Wertentwicklung der Edelmetalle nahezu eins zu eins abzubilden. Da die beiden Zertifikate über keine feste Laufzeit verfügen, sind Anleger mit diesen Wertpapieren flexibel und können eine langfristige Anlagestrategie verfolgen. Außerdem beinhalten beide Produkte zusätzlich eine Absicherung gegen eventuelle Wechselkursschwankungen. Diese Absicherung ist allerdings mit Kosten verbunden, der sogenannten Quantogebühr. Gegenwärtig beträgt diese pro Jahr 2,84 Prozent für Platin und 3,33 Prozent für Palladium.
Anlegern, die auf eine Währungsabsicherung verzichten wollen, bietet die Société Générale die entsprechenden Partizipations-Zertifikate auch ohne Währungssicherung an. Das entsprechende Zertifikat auf Palladium (WKN: SG0AYJ) weist ein Bezugsverhältnis von 0,1 auf und das entsprechende Zertifikat auf Platin (WKN: SG0AYK) ein Bezugsverhältnis von 0,01.
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