Expertenkommentar

Mit der Ölindustrie stimmt etwas nicht

Genauer gesagt, mit den Kursen der Ölfirmen stimmt etwas nicht. Diese scheinen sich komplett von der Realität losgelöst zu haben.

Die Ölindustrie ist schon eine besondere Industrie. Sie ist so gut vernetzt, dass die Spitzenleute der Industrie dem nächsten Klimagipfel vorsitzen. Ob das zusammenpasst und man der Industrie beim Klimaschutz vertrauen sollte, wurde eindrucksvoll infrage gestellt. Exxon wusste bereits in den 70er Jahren, welche Folgen die Verbrennung fossiler Brennstoffe auf das Klima haben würde. Es erinnert ein wenig an Tabakkonzerne. Wie sich im Nachhinein herausstellte, wussten viele, wie schädlich Tabak sein kann. Zahllose Studien, die das Gegenteil darlegten, wurden dennoch in Auftrag gegeben. Aus heutiger Sicht kann man es den Unternehmen zweifellos vorwerfen. Vor 50 Jahren waren diese zwei Branchen aber wohl nicht die einzigen, die es sich richteten, bis es passte. Trotz negativer Presse, dem angeblichen Ende des Zeitalters fossiler Brennstoffe und einem Ölpreis, der deutlich unter den Hochs steht, wollen die Aktienkurse einfach nicht korrigieren. Etwas stimmt da nicht.

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Über den Experten

Clemens Schmale
Clemens Schmale
Finanzmarktanalyst

Clemens Schmale hat seinen persönlichen Handelsstil seit den 1990er Jahren an der Börse entwickelt.

Dieser gründet auf zwei Säulen: ein anderer Analyseansatz und andere Basiswerte. Mit anders ist vor allem die Kombination aus Global Makro, fundamentaler Analyse und Chartanalyse sowie Zukunftstrends gemeint. Während Fundamentaldaten und Makrotrends bestimmen, was konkret gehandelt wird, verlässt sich Schmale beim Timing auf die Chartanalyse. Er handelt alle Anlageklassen, wobei er sich größtenteils auf Werte konzentriert, die nicht „Mainstream“ sind. Diese Märkte sind weniger effizient als andere und ermöglichen so hohes Renditepotenzial. Sie sind damit allerdings auch spekulativer als hochliquide Märkte. Die Haltedauer einzelner Positionen variiert nach Anlageklasse, beträgt jedoch meist mehrere Tage, oft auch Wochen oder Monate.

Rohstoffe, Währungen und Volatilität handelt er aktiv, in Aktien und Anleihen investiert er eher langfristig. Die Basiswerte werden direkt – auch über Futures – oder über CFDs gehandelt, in Ausnahmefällen über Optionen und Zertifikate.

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