Michael Saylor: "Die Shorts liegen falsch"
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Seit Jahren wirbt Saylor für das langfristige Halten von Bitcoin. Kritiker werfen dem Strategy-Mitgründer jedoch vor, mit dem Verkauf von 32 Bitcoin seinen eigenen Grundsätzen widersprochen zu haben. Auf der BTC Prague 2026 verteidigte Michael Saylor sein Vorgehen kürzlich. Dass Strategy gegenüber seinen Anlegern Wortbruch begangen habe, weist der Unternehmer zurück – und verweist dabei auf die besondere Rolle des Bitcoin-Treasury-Unternehmens.
Warum Strategy den Bitcoin-Verkauf verteidigt
Gemessen an den Beständen des Unternehmens fällt die Transaktion kaum ins Gewicht, das stimmt. Strategy hält weiterhin mehr als 840.000 Bitcoin und zählt damit zu den größten institutionellen Besitzern der Kryptowährung weltweit.
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Für Saylor steht hinter dem Schritt keine Abkehr von Bitcoin. Strategy habe sich in den vergangenen Jahren von einem reinen Käufer zu einem Emittenten verschiedener Kapitalmarktprodukte entwickelt. Dazu gehören Wandelanleihen und Vorzugsaktien, über die das Unternehmen Kapital einsammelt.
Nach Angaben des Managements müssen die Reserven wirtschaftlich nutzbar bleiben. Würde der Markt davon ausgehen, dass Strategy seine Bitcoin unter keinen Umständen verkaufen kann, könnte das die Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens einschränken. Der Verkauf sollte daher vor allem die finanzielle Flexibilität des Unternehmens unterstreichen. Saylor betonte zudem, dass seine bekannte Empfehlung zum langfristigen Halten von Bitcoin vor allem für Privatpersonen gelte. Ein börsennotiertes Unternehmen müsse andere Anforderungen erfüllen als ein privater Anleger.
Verkauf als Signal an Short-Seller
Saylor hat die Transaktion auch als Signal an Leerverkäufer dargestellt. Kritiker hätten über Jahre argumentiert, dass die starke Abhängigkeit von Bitcoin die finanziellen Spielräume des Unternehmens einschränken könnte.
Aus seiner Sicht hat der Verkauf das Gegenteil gezeigt. Strategy könne verschiedene Finanzierungsquellen nutzen und verfüge über ausreichend Flexibilität, um auf Marktbedingungen zu reagieren. Die Botschaft an Short-Seller formulierte Saylor deutlich: “Die Leerverkäufer haben darauf gewettet, dass wir dazu nicht in der Lage sind”. Der Strategy-Chairman sieht darin einen Beleg dafür, dass zentrale Annahmen vieler Kritiker nicht aufgegangen sind. Die Möglichkeit, Reserven gezielt einzusetzen, stärke das Geschäftsmodell aus seiner Sicht.
Bitcoin-Bestand je Aktie bleibt Streitpunkt
Im Interview hat Saylor auch die regelmäßig diskutierte Frage möglicher Verwässerungseffekte angesprochen. Kritiker verweisen darauf, dass neue Kapitalmaßnahmen den Bestand je Aktie reduzieren können. Nach seiner Einschätzung sollten Anleger jedoch nicht allein auf die Zahl der Bitcoin pro Aktie achten, sondern den Unternehmenswert insgesamt betrachten.
Kapitalmaßnahmen können den relativen Anteil je Aktie verringern. Zudem können sie den Nettoinventarwert erhöhen, wenn das eingesammelte Kapital effizient eingesetzt wird. Strategy verweist in diesem Zusammenhang auf Faktoren wie Liquidität, Finanzierungskosten und Kreditwürdigkeit. Das Unternehmen konzentriert sich nach eigenen Angaben deshalb nicht auf die maximale Rendite in jedem Quartal. Stattdessen soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Risiko erreicht werden.
Strategy setzt auf Kreditmärkte
Hinter der Strategie steht ein größeres Ziel. Saylor sieht Bitcoin nicht nur als digitalen Wertspeicher, sondern auch als Grundlage für neue Kapitalmarktprodukte. Nach Einschätzung des Managements wird der Markt langfristig nicht allein durch Spot-Käufe wachsen. Zusätzliche Nachfrage könnte entstehen, wenn Bitcoin stärker als Basis für Kreditprodukte, Vorzugsaktien und andere Finanzinstrumente genutzt wird.
Strategy baut seine Kapitalstruktur seit Jahren in diese Richtung um. Das Unternehmen verfügt inzwischen über ausstehende Vorzugsaktien im Volumen von rund 15 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig hat Strategy Wandelanleihen im Wert von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar zurückgekauft.
Was der Bitcoin-Verkauf zeigen sollte
Die 32 Bitcoin spielen für die Bilanz von Strategy kaum eine Rolle. Wichtiger ist die Botschaft an Investoren und Kreditgeber. Das Unternehmen will zeigen, dass seine Bestände nicht nur als Reserve dienen, sondern auch die Grundlage für neue Finanzprodukte bilden können.
Für Saylor war die Transaktion deshalb kein Bruch mit seiner Strategie, sondern ein Beispiel dafür, wie ein Bitcoin-Treasury-Unternehmen nach seiner Vorstellung funktionieren soll.
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