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12:53 Uhr, 04.08.2026

MERCK & CO.: Umsatz übertrifft Erwartungen – EPS tief in den roten Zahlen

Der Umsatz klettert auf 16,61 Mrd. USD und schlägt die Erwartungen, doch die Terns-Übernahme reißt das EPS mit 2,31 USD Sonderbelastung je Aktie tief ins Minus.

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Merck & Co. meldet für das zweite Quartal 2026 solide operative Zahlen, die den Umsatzkonsens übertreffen. Das Bild wird jedoch von einer 5,7-Mrd.-USD-Akquisitionsbelastung durch den Terns-Kauf dominiert, die sowohl GAAP- als auch bereinigtes EPS tief ins Minus drückt. Die angehobene Jahresprognose zeigt: Das Kerngeschäft bleibt intakt.

Der Konzernumsatz steigt im zweiten Quartal um 5 % gegenüber dem Vorjahr auf 16,61 Mrd. USD, währungsbereinigt um 4 %. Die durchschnittliche Analystenschätzung lag bei 16,37 Mrd. USD, Merck übertrifft sie damit klar. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 2,5 % höher.

Beim Ergebnis je Aktie ist Vorsicht geboten: Das bereinigte Non-GAAP-EPS beläuft sich auf minus 0,13 USD, das GAAP-EPS auf minus 0,54 USD. Beide Größen sind negativ, weil die Terns-Akquisition einen Einmalaufwand von 2,31 USD je Aktie verursacht, für den kein Steuereffekt angesetzt werden konnte. Der Analystenkonsens von minus 0,26 USD war ebenfalls auf Non-GAAP-Basis gefasst und hatte offenbar bereits einen Teil dieser Belastung eingepreist, denn das bereinigte EPS liegt trotz allem leicht über dieser Schätzung. Ohne den Terns-Sondereffekt wäre das operative Bild deutlich freundlicher ausgefallen.

KEYTRUDA trägt, WINREVAIR beschleunigt sich

Das Onkologie-Segment bleibt das Rückgrat des Konzerns. KEYTRUDA und die neue subkutane Formulierung KEYTRUDA QLEX erzielen zusammen 8,37 Mrd. USD, ein Plus von 5 % (4 % währungsbereinigt). Allein auf KEYTRUDA QLEX entfallen 463 Mio. USD, ein erster Hinweis darauf, dass die neue Darreichungsform zügig angenommen wird. Gleichzeitig wächst WELIREG um 67 % auf 271 Mio. USD, getragen von höherer Nachfrage in den USA und ersten internationalen Märkten.

Noch dynamischer entwickelt sich WINREVAIR: Der Pulmonale-Hypertonie-Wirkstoff legt um 75 % auf 588 Mio. USD zu, mit frühem Uptake in Japan und Europa. Das ist kein Zufallseffekt, sondern ein Zeichen, dass die Marktdurchdringung außerhalb der USA gerade erst beginnt. Auf der anderen Seite schrumpfen JANUVIA und JANUMET zusammen um rund 31 %, da Generika-Konkurrenz in den USA und China weiter Druck ausübt. Dieser strukturelle Rückgang ist bekannt, kostet Merck aber weiterhin nennenswerten Umsatz.

Das Animal-Health-Segment wächst um 8 % auf 1,78 Mrd. USD, währungsbereinigt um 5 %, getragen von Nutztier- und Heimtierportfolio gleichermaßen. Ein verlässlicher, wenn auch nicht aufregender Beitrag zur Gesamtstory.

Pipeline-Fortschritte geben der Anlagethese Substanz

Jenseits der Quartalszahlen liefert Merck eine bemerkenswert dichte Folge regulatorischer Meilensteine. Die FDA-Zulassung von LIPFENDRA als erstem oralen einmal-täglichen PCSK9-Inhibitor öffnet ein neues Segment im Kardiovaskulär-Markt. Positive Phase-3-Daten für das wöchentliche orale HIV-Regime aus der Kooperation mit Gilead sowie erste Erfolge des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats Sacituzumab Tirumotecan in Endometriumkarzinom-Studien zeigen, dass die Pipeline über KEYTRUDA hinaus an Breite gewinnt. Der Ton des Managements ist dabei auffallend selbstsicher: CEO Robert Davis spricht von einer "nächsten Welle der Innovation" und verweist auf die fast 70-jährige Kardiovaskulär-Tradition des Unternehmens als Anker für LIPFENDRA.

Merck & Co., Inc.: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Die Jahresprognose wird angehoben und gleichzeitig enger gefasst: Merck erwartet nun einen Gesamtumsatz von 66,3 bis 67,3 Mrd. USD, nach zuvor 65,8 bis 67,0 Mrd. USD. Das ist eine klare Aufwärtsbewegung und liegt über dem Analystenkonsens von rund 66,84 Mrd. USD für das Gesamtjahr. Beim bereinigten EPS ergibt sich ein anderes Bild: Die neue Spanne von 2,66 bis 2,76 USD liegt deutlich unter der alten Prognose von 5,04 bis 5,16 USD, allerdings ausschließlich wegen der nun eingerechneten Einmalcharges für Terns (2,31 USD je Aktie) und Cidara (3,62 USD je Aktie). Das operative Fundament hinter diesen Belastungen bleibt unverändert solide. Die bereinigte Bruttomarge wird nun mit rund 81 % erwartet, einen Prozentpunkt unter der alten Schätzung, was auf höhere Abschreibungen und Lagerwertkorrekturen zurückzuführen ist. Wer die Guidance liest, muss also sorgfältig zwischen Einmaleffekten und Kerngeschäft trennen: Die Akquisitionsstrategie kostet kurzfristig Ergebnisqualität, soll aber die langfristige Wachstumsbasis verbreitern.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 64,93 Mrd. USD 66,84 Mrd. USD 70,17 Mrd. USD
EPS 7,28 USD 2,78 USD 9,61 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)

Fazit: Die Umsatzstärke ist real, die Ergebnisschwäche buchhalterisch erklärbar: Operativ überzeugt das Quartal, während die Terns-Akquisition das EPS-Bild auf beiden Basen ins Minus drückt. Positiv ist, dass die angehobene Umsatzprognose das Vertrauen in KEYTRUDA, WINREVAIR und die neuen Launches untermauert. Belastend bleibt, dass die aggressive Zukaufsstrategie die Ergebnisqualität kurzfristig trübt und die Steuerrate durch nicht abzugsfähige Einmalcharges verzerrt. Für die Aktie spricht die Pipeline-Breite, die sich gerade entfaltet. Wer auf das bereinigte EPS blickt, sollte die Einmalcharges konsequent herausrechnen, bevor er sich ein Urteil bildet.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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