MERCEDES senkt Umsatzprognose: China-Krise trifft die Luxusstrategie
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- Mercedes-Benz AG - WKN: 710000 - ISIN: DE0007100000 - Kurs: 45,315 € (XETRA)
Der Stuttgarter Autobauer senkt deshalb seine Umsatzprognose für 2026. Neue Elektroautos und eine verschärfte Kostendisziplin sollen in der zweiten Jahreshälfte die Wende bringen.
Der Konzern erwartet den Jahresumsatz nun leicht unter dem Vorjahresniveau. Bislang hatte Mercedes mit stabilen Erlösen gerechnet. Die Prognosen für das Konzern-EBIT, die bereinigte Pkw-Marge und den industriellen Free Cashflow bleiben dagegen bestehen.
China belastet Absatz und Preise
Im zweiten Quartal sank der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 32,1 Mrd. EUR und entsprach damit den Erwartungen. Das berichtete EBIT erhöhte sich von 1,27 auf 1,55 Mrd. EUR, verfehlte aber die Konsensschätzung von 1,66 Mrd. EUR. Unter dem Strich verdiente Mercedes 1,09 Mrd. EUR nach 957 Mio. EUR im Vorjahr. Analysten hatten allerdings mit rund 1,5 Mrd. EUR gerechnet.
Das bereinigte Konzern-EBIT stieg von 2,0 auf 2,3 Mrd. EUR. Gestützt wurde das Ergebnis durch Mercedes-Benz Financial Services, das Van-Geschäft und höhere Beiträge aus der Konzernüberleitung. Hinzu kam ein positiver Effekt von 131 Mio. EUR aus dem geplanten Verkauf der Athlon Group.
Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen das Kerngeschäft mit Pkw. Das bereinigte EBIT von Mercedes-Benz Cars brach um 26 % auf 909 Mio. EUR ein. Die bereinigte Umsatzrendite sank von 5,1 auf 4,0 %, lag damit aber leicht über der Markterwartung von 3,8 % und weiterhin innerhalb der Jahresprognose von 3 bis 5 %.
Besonders schwer wiegt die Entwicklung in China. Dort brach der Pkw-Absatz im zweiten Quartal um 30 % ein. Weltweit verkaufte Mercedes 417.765 Pkw, knapp 8 % weniger als ein Jahr zuvor. Ohne China stiegen die Auslieferungen hingegen um 2 %. In Europa legte der Absatz um 4 % und in den USA um 10 % zu.
Der zunehmende Preisdruck zeigt sich auch beim Verkaufsmix. Der durchschnittliche Pkw-Verkaufspreis sank von 67.700 auf 64.700 EUR. Das Top-End-Segment erreichte im Quartal nur noch einen Absatzanteil von 13,9 %. Die Strategie, Mercedes stärker auf besonders teure und margenstarke Fahrzeuge auszurichten, wird damit ausgerechnet im wichtigsten Luxusmarkt auf eine harte Probe gestellt.
Zusätzlich nahm Mercedes Wertminderungen von 704 Mio. EUR auf chinesische Gemeinschaftsunternehmen vor. Dadurch fiel das berichtete EBIT der Pkw-Sparte von 783 auf lediglich 49 Mio. EUR. Die Abschreibungen waren allerdings nicht zahlungswirksam und wurden aus dem bereinigten Ergebnis herausgerechnet.
Elektroautos wachsen, Cashflow fällt
Einen Lichtblick liefert die Elektroauto-Sparte. Der Absatz batterieelektrischer Pkw stieg um 51 % auf 52.852 Fahrzeuge. In Europa betrug das Wachstum sogar 87 %, während sich der Auftragseingang für Elektroautos mehr als verdoppelte. Der neue CLA und der GLB leisten nach Angaben des Konzerns bereits spürbare Beiträge.
Für die zweite Jahreshälfte setzt Mercedes auf den elektrischen GLC, die neue S-Klasse, die elektrische C-Klasse sowie die überarbeiteten Modelle GLE und GLS. Ende Juli soll zudem der neue elektrische GLA vorgestellt werden. Zwischen 2025 und 2027 plant der Konzern insgesamt mehr als 40 neue Modelle.
Der industrielle Free Cashflow sank im Quartal deutlich von 1,87 auf 1,10 Mrd. EUR. Im ersten Halbjahr fiel er von 4,2 auf 3,0 Mrd. EUR. Darin enthalten waren Abfindungszahlungen von rund 1,1 Mrd. EUR im Zuge des Sparprogramms. Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts blieb mit 30,4 Mrd. EUR dennoch komfortabel.
Mercedes verschärft nun die Maßnahmen zur Verbesserung von Kosten und Produktivität. Die Verwaltungskosten wurden im Quartal um 14 %, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben um 12 % und die Umsatzkosten im Pkw-Geschäft um 7 % gesenkt.
Stabiler präsentierten sich die übrigen Sparten. Mercedes-Benz Vans erreichte eine bereinigte Marge von 10,2 % und ein um 3 % höheres bereinigtes EBIT von 454 Mio. EUR. Bei Mercedes-Benz Mobility sprang das bereinigte EBIT um 70 % auf 492 Mio. EUR. Die Prognose für die bereinigte Eigenkapitalrendite der Finanzsparte wurde deshalb von 10 bis 12 % auf 12 bis 14 % angehoben.
Fazit: Mercedes-Benz hält operativ besser dagegen, als der Einbruch im chinesischen Pkw-Geschäft zunächst vermuten lässt. Kostensenkungen, die Finanzdienstleistungen und das Segment Vans stabilisieren den Konzern. Die gesenkte Umsatzprognose und der fallende Durchschnittspreis zeigen jedoch, dass die China-Krise inzwischen die Luxusstrategie im Kern trifft. Neue Modelle können im zweiten Halbjahr helfen, eine schnelle Rückkehr zu früheren Margen ist angesichts des harten Wettbewerbs aber nicht in Sicht. Die Aktionäre dürften die heutigen Zahlen und auch die gesenkte Umsatzprognose wohl kaum noch schocken.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 132,21 | 131,26 | 135,29 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 7,47 | 5,70 | 7,24 |
| KGV | 6 | 8 | 6 |
| Dividende je Aktie in EUR | 3,50 | 3,26 | 3,40 |
| Dividendenrendite | 7,73% | 7,20% | 7,51% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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