Nachricht
18:16 Uhr, 05.01.2026

MÄRKTE EUROPA/Maduro-Entmachtung und US-Daten treiben - Rüstungswerte haussieren

DOW JONES--Die militärische Intervention von US-Truppen in Venezuela und die Entführung sowie anschließende Überführung in die USA des dortigen Machthabers Nicolas Maduro haben den europäischen Aktienmarkt am Montag gestützt. Der US-Angriff kam überraschend und ohne Kriegserklärung bzw Absegnung durch den US-Kongress. Eine Rally der Rüstungsaktien zog die Börsen nach oben. Auch die Aussicht auf ein längerfristig höheres Ölangebot stützte das Sentiment: Dies dürfte dämpfend auf die Inflation wirken und könnte mithin die Wirtschaft ankurbeln. Ein schwächerer ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe schob die Börsen zusätzlich an. Mit 47,9 Punkten gab der ISM-Index im Dezember leicht nach gegenüber dem Vormonat und verfehlte die Erwartung einer Verbesserung auf 48,3 Punkte. An den Märkten wurden die Daten offenbar als taubenhaftes Signal in Richtung US-Notenbank gelesen.

Der DAX gewann 1,3 Prozent auf 24.869 Punkte und schloss damit auf einem neuen Allzeithoch. Der Euro-Stoxx-50 schloss ebenfalls 1,3 Prozent fester bei 5.924 Punkten. Nachdem der Euro auf die US-Intervention zunächst mit Abgaben reagierte, erholte sich die Einheitswährung nach den US-Daten klar von den Tiefs und stand zu Börsenschluss bei 1,1716 Dollar. An den Anleihemärkten stiegen die Kurse, die Renditen fielen also. Neben den Entwicklungen in Venezuela dürften auch der schwächere ISM-Index zu Käufen verleitet haben.

Kursgewinner Nummer eins waren Rüstungswerte mit Aufschlägen von europaweit 4,1 Prozent. Wegen des US-Angriffs auf Venezuela und erneuter Drohungen gegen Grönland wurde gekauft. Im DAX sprangen Rheinmetall um 9,4 Prozent nach oben. Hensoldt und Renk stiegen um bis zu 8,2 Prozent. In Mailand gewannen Leonardo 6,3 Prozent und Thales in Paris 4,7 Prozent. Airbus kletterten um 2,1 Prozent, nachdem die Auslieferungen für 2025 laut einem Bericht etwas höher als erwartet ausgefallen sind. "Solange militärische Konflikte regional begrenzt bleiben und keine Eskalationen zwischen den Weltmächten auslösen, kann die Börse, so hart es klingt, damit leben", so CMC.

US-Präsident Donald Trump hat die Inbesitznahme der Ölfelder in Venezuela angekündigt. Die Förderung sollen zukünftig US-Konzerne übernehmen, ein mögliches Milliardengeschäft. Venezuela verfügt über die größten Ölreserven weltweit. Die Nachricht stützte europäische Öl- und Energieaktien moderat, für die es um 0,8 Prozent nach oben ging. Repsol rückten kräftig um 3,5 Prozent vor, die Spanier sind in Venezuela engagiert. Siemens Energy legten 3,9 Prozent vor, der Konzern ist als Infrastrukturausstatter auch im Ölgeschäft aktiv. Der Ölpreis selbst reagierte mit Aufschlägen von mehr als 1 Prozent. Es könnte Jahre dauern, bis signifikante Mengen venezolanischen Öls an den Markt kommen.

Autoaktien blieben am Montag mit einem Minus von 1,3 Prozent außen vor. Laut einer aktuellen Studie von JP Morgan erwarten die Analysten einen schwächeren Jahresauftakt für die Branche, im zweiten Quartal könnte sich die Produktions-Schwäche sogar noch ausweiten. Verantwortlich seien geringere Exporte aus Europa in andere Länder, die Auswirkungen der Zölle sowie der verstärkte Kauf von Gebrauchtwagen durch die Verbraucher. BMW verloren 2,8 Prozent, Mercedes-Benz 2,4 Prozent, VW 2,9 Prozent oder Continental 1,3 Prozent.

Technologiewerte schlossen 3,8 Prozent fester. Der Sektor setzte seine Rally vom Freitag fort, insbesondere in Asien ging es mit den Notierungen von Chip-Aktien weiter kräftig nach oben. Im DAX gewannen Infineon 4,3 Prozent, die Aktien von STMicroelectronics kletterten um 1,3 Prozent. Aixtron kamen auf ein Plus von 4,1 Prozent, ASML gewannen 6,9 Prozent.

Aktien von Delivery Hero verloren 6,2 Prozent. Belastend wirkte nach Händlerangaben der schwache Konsum in Europa. "Ausgaben für Streaming, Game-Pässe und Essenbestellungen werden als Erstes gestrichen, wenn das Geld knapp wird", so ein Händler. Bei Delivery belastete zudem ein Artikel im Wall Street Journal vom Wochenende: "Das kappt die Wachstumsschätzungen der Analysten".

Einen guten Wochenstart hatten dagegen Immobilientitel dank der fallenden Renditen an den Anleihemärkten. Das sind grundsätzlich positive Nachrichten für den Sektor. Vonovia gewannen 1,7 oder LEG Immobilien 1,1 Prozent. Europaweit gewann der Sektor 0,6 Prozent.

=== 
Index                    Schluss  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn* 
Euro-Stoxx-50           5.923,69             +1,3%               +1,0% 
Stoxx-50                5.006,25             +1,0%               +0,8% 
Stoxx-600                 601,76             +0,9%               +0,7% 
XETRA-DAX              24.868,69             +1,3%               +0,2% 
FTSE-100 London         9.951,14              k.A.              +20,2% 
CAC-40 Paris            8.211,50             +0,2%               +0,6% 
AEX Amsterdam             985,12             +1,8%               +1,7% 
ATHEX-20 Athen          5.441,75             -0,2%               +1,9% 
BEL-20 Bruessel         5.099,49             -0,3%               +0,7% 
BUX Budapest          113.182,33             +1,9%                0,0% 
OMXH-25 Helsinki        5.766,68             +0,5%               +0,6% 
ISE NAT. 30 Istanbul   11.702,00              k.A.               +2,1% 
OMXC-20 Kopenhagen      1.658,60             +2,6%               +0,6% 
PSI 20 Lissabon         8.469,61             +0,8%               +1,7% 
IBEX-35 Madrid         17.614,40             +0,7%               +1,1% 
FTSE-MIB Mailand       45.847,32             +1,0%               +1,0% 
OBX Oslo                1.602,57             -0,5%               +0,8% 
PX  Prag                2.714,06             +0,5%               +0,6% 
OMXS-30 Stockholm       2.901,78             +0,7%               -0,1% 
WIG-20 Warschau         3.258,52             -0,1%               +2,5% 
ATX Wien                5.394,76             +0,8%               +0,5% 
SMI Zuerich            13.247,32             -0,2%                0,0% 
*bezogen auf Vortagesschluss 
 
DEVISEN                   zuletzt        +/- %       0:00  Fr, 18:26   % YTD 
EUR/USD                    1,1716        +0,0%     1,1714     1,1732   -0,2% 
EUR/JPY                    183,18        -0,3%     183,67     183,92   -0,2% 
EUR/CHF                    0,9285        +0,0%     0,9284     0,9291   -0,2% 
EUR/GBP                    0,8659        -0,6%     0,8707     0,8708   -0,1% 
USD/JPY                    156,36        -0,3%     156,77     156,76   -0,0% 
GBP/USD                    1,3530        +0,6%     1,3450     1,3473   -0,1% 
USD/CNY                    7,0355        +0,2%     7,0207     7,0173   -0,1% 
USD/CNH                    6,9894        +0,3%     6,9711     6,9681   -0,1% 
AUS/USD                    0,6718        +0,5%     0,6686     0,6687   +0,2% 
Bitcoin/USD             93.681,55        +2,7%  91.205,90  90.525,45   +3,0% 
 
ROHÖL                     zuletzt  VT-Settlem.      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                   58,11        57,32      +1,4%       0,79  -20,1% 
 
METALLE                   zuletzt       Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold                     4.438,51     4.332,42      +2,4%     106,09   +0,3% 
Silber                      76,61        72,86      +5,2%       3,76   +2,2% 
Platin                   1.946,47     1.827,82      +6,5%     118,65   +4,2% 
Kupfer                       5,88         5,64      +4,3%       0,24  +43,1% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/ros

Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.

Das könnte Dich auch interessieren