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09:33 Uhr, 31.03.2026

MÄRKTE ASIEN/Überwiegend Abgaben - Seoul und Taipeh sehr schwach

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DOW JONES--Überwiegend mit Abgaben haben sich die asiatischen Börsen am Dienstag gezeigt, wobei das Minus in Südkorea besonders deutlich ausfiel. Die Ölpreise blieben hoch und Aktien der Region verbuchten wegen des Iran-Kriegs ihren stärksten Monatsrückgang seit 2022. Die Kombination aus Inflations- und Wachstumssorgen lastete auf den Aktienmärkten. Zum Monatsultimo machten Signale der Deeskalation ebenso die Runde wie solche, die an einem schnellen Kriegsende zweifeln ließen. Laut Wall Street Journal sagte US-Präsident Donald Trump Vertrauten, er sei bereit, die Militäroperation gegen den Iran zu beenden, selbst wenn die Seestraße von Hormus weitgehend geschlossen bleibe. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass Trump eine diplomatische Lösung anstrebe, aber darauf bestehe, dass der Iran seine Atom- und Raketenprogramme aufgebe.

Zugleich bekräftigte Trump an anderer Stelle seine Drohung, die Energieinfrastruktur des Iran zu zerstören und auch die Insel Kharg, den Exporthafen für den größten Teil des iranischen Öls, auszulöschen. "Wir gehen davon aus, dass der Krieg wahrscheinlich mindestens bis Juni andauern wird (...)", mutmaßte CBA-Analyst Joseph Capurso. Anleger schienen mit der Einordnung der widersprüchlichen Meldungslage nicht zurecht zu kommen. Im Zweifelsfall würden risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien veräußert, erläuterte ein Händler.

In Japan sank der Nikkei-225 um 1,6 Prozent auf 51.064 Punkte angesichts anhaltender Sorgen über höhere Energiekosten und eine Knappheit an petrochemischen Produkten wegen des Nahost-Krieges. Schwerindustriewerte und Titel von Wertpapierhandelshäusern führten die Liste der Verlierer an. Gleichwohl zeigte sich die Inflation weiter niedrig - die Kernverbraucherpreise im Großraum Tokio sind im März mit 1,7 Prozent auf Jahressicht einen Tick geringer als mit 1,8 Prozent veranschlagt gestiegen; im Februar hatte die Inflation noch 1,8 Prozent betragen. Die Bank of Japan hatte am Montag erklärt, dass dem Aufwärtsdruck bei der Inflation Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Der Grund dafür sei, dass japanische Unternehmen in ihrem Lohn- und Preissetzungsverhalten aktiver geworden seien.

Die Arbeitslosenquote im Februar blieb niedrig, die Industrieproduktion sank einen Tick deutlich als gedacht und der Einzelhandelsumsatz ging leicht zurück. Japanische Unternehmen erwarten laut Regierungsdaten eine Erholung der Produktion im März und April. Ökonomen warnten jedoch vor Störungen der Lieferketten und einer Abschwächung des Produktionsprozesses, sollte sich der Nahost-Konflikt in die Länge ziehen.

Die chinesischen Börsen, die sich jüngst widerstandsfähiger gegen die Kriegsfolgen gezeigt hatten, zeigten sich zwar ebenfalls mit Abgaben, die aber geringer als in Japan ausfielen. Während sich der HSI in Hongkong im späten Handel um 0,1 Prozent ermäßigte, fiel der Shanghai-Composite um 0,8 Prozent. Zu den eher mäßigen Abgaben passte die Stimmung der chinesischen Industrie. Denn die hatte sich im März verbessert. Der Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor stieg auf 50,4 (Februar: 49,0). Damit beendete er zwei aufeinanderfolgende Monate der Kontraktion. Ökonomen hatten einen Stand von 50,3 Punkten prognostiziert. Auch in der Dienstleistungsbranche hat sich die Lage im März aufgehellt - im Rahmen der Erwartungen. Die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf China zeigen sich laut Citi hauptsächlich bei den Preisen. Die Analysten schätzen, dass ein Anstieg des Ölpreises um 10 Prozent die Erzeugerpreise um etwa 1,2 Prozentpunkte und die Verbraucherpreise um etwa 0,23 Prozentpunkte anheben könnte.

Die Aktien in Taiwan und Südkorea, beides wachstumsstarke Märkte, die jüngst vom KI-Boom angetrieben worden waren, zählten zu den größten Verlierern in Asien. Mit einem Abschlag von 4,3 Prozent kam der Kospi in Südkorea deutlicher unter die Räder. Die Wachstumssorgen der exportlastigen Wirtschaft sind hier angesichts des globalen Stagflationsumfeldes ausgeprägter. Das galt auch für die Börse in Taiwan, die um 2,5 Prozent absackte. Die Indexschwergewichte TSMC fielen um 1,1 Prozent und Foxconn Technology gaben um 3,4 Prozent nach. Delta Electronics stürzten um 7,1 Prozent ab.

Der südkoreanische Won wertete durch den Iran-Krieg und damit verknüpften Wachstumssorgen auf ein 17-Jahrestief zum US-Dollar ab. "Anleger legen größeres Gewicht auf das sich verlangsamende Wachstum als auf den erneuten Inflationsdruck durch den Energieschock", urteilten die Devisenstrategen der OCBC Group.

Australische Aktien machten ihre zu Wochenbeginn erlittenen Verluste zu einem kleinen Teil wett. Der Leitindex S&P/ASX-200 kletterte um 0,3 Prozent und lag im März rund 8 Prozent im Minus - der schlechteste Monat seit Juni 2022. Etwas stützend wirkten als taubenhaft interpretierte Aussagen der australischen Zentralbank. Die kann den weiteren Kurs der Geldpolitik nicht mit Sicherheit vorhersagen, nachdem sie die Zinsen in diesem Jahr zweimal angehoben hat.

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INDEX                       zuletzt  +/- %      % YTD  Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)       8.481,80   +0,3       -2,7           07:00 
Nikkei-225                51.063,72   -1,6         -            08:00 
Topix 500 (Tokio)          2.727,26   -1,3       +2,5           08:00 
Kospi (Seoul)              5.052,46   -4,3      +19,9           08:30 
Hang-Seng (Hongkong)      24.724,35   -0,1       -3,6           10:00 
Shanghai-Composite         3.891,86   -0,8       -1,8           09:00 
Straits-Times (Singapur)   4.892,55   -0,1       +5,3           11:00 
IDX Comp. (Indonesien)     7.056,32   -0,5      -18,4           10:00 
KLCI (Malaysia)            1.688,25   +0,0       +0,5           10:00 
 
DEVISEN                     zuletzt  +/- %      00:00       Mo, 09:18  % YTD 
EUR/USD                      1,1463   -0,0     1,1465          1,1504   -2,4 
EUR/JPY                      183,15   +0,1     183,05          183,74   -0,5 
EUR/GBP                      0,8688   -0,1     0,8692          0,8679   -0,3 
USD/JPY                      159,74   +0,0     159,72          159,71   +2,0 
USD/KRW                    1.530,90   +0,9   1.517,25        1.518,70   +6,3 
USD/CNY                      6,9072   -0,1     6,9119          6,9102   -1,2 
USD/CNH                      6,9126   -0,0     6,9150          6,9154   -0,9 
USD/HKD                      7,8379   +0,0     7,8351          7,8346   +0,7 
AUD/USD                      0,6848   -0,0     0,6851          0,6860   +2,6 
NZD/USD                      0,5706   -0,2     0,5720          0,5736   -0,9 
BTC/USD                   67.079,83   +0,7  66.593,32       67.343,09  -23,5 
 
ROHÖL                       zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                    103,29   +0,4       0,41          102,88 
Brent/ICE                    113,48   +0,6       0,70          112,78 
 
Metalle                     zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                       4.546,81   +0,8      36,57        4.510,24 
Silber                        71,72   +2,5       1,74           69,98 
Platin                     1.908,50   +0,5       9,00        1.899,50 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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