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22:14 Uhr, 03.09.2026

LULULEMON: Zollrückerstattung hübscht EPS auf – Amerika bricht ein

Ohne die Zollrückerstattung von 0,86 USD je Aktie wäre das Ergebnis deutlich schwächer: In Amerika brechen die vergleichbaren Umsätze um 12 % ein.

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Lululemon meldet ein zweites Quartal, in dem eine einmalige Zollrückerstattung das ausgewiesene Ergebnis deutlich aufhellt, während das Kerngeschäft in Nordamerika mit zweistelligen Rückgängen bei den vergleichbaren Umsätzen kämpft. Die zweite Senkung der Jahresprognose binnen weniger Monate zeigt, dass sich daran so schnell nichts ändert.

Auf einen Blick
Der Umsatz sinkt im zweiten Quartal um 4 % auf 2,42 Mrd. USD und verfehlt die durchschnittliche Analystenschätzung von 2,46 Mrd. USD.
Das verwässerte EPS fällt von 3,10 USD auf 2,92 USD, liegt aber über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,79 USD, weil 0,86 USD je Aktie aus einer Zollrückerstattung von 134,5 Mio. USD enthalten sind.
Die vergleichbaren Umsätze in Amerika brechen um 12 % ein, während sie international um 3 % sinken.
Die operative Marge sinkt trotz des Sondereffekts von 20,7 % auf 18,8 %.
Lululemon senkt die Jahresprognose für den Umsatz auf 10,35 bis 10,50 Mrd. USD und für das EPS auf 9,48 bis 9,73 USD.

Lululemon athletica, der kanadische Anbieter für technische Sportbekleidung, meldet für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 2,42 Mrd. USD. Das entspricht einem Rückgang von 4 % gegenüber dem Vorjahresquartal und liegt unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 2,46 Mrd. USD. Währungsbereinigt fällt der Rückgang mit 5 % noch etwas deutlicher aus. Das verwässerte EPS sinkt von 3,10 USD im Vorjahresquartal auf 2,92 USD und liegt damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,79 USD, wobei diese Konsensgröße üblicherweise auf bereinigter Basis erhoben wird und der Vergleich entsprechend vorsichtig zu lesen ist.

Diese Zahl ist ohne Einordnung wenig aussagekräftig: Enthalten sind 0,86 USD je Aktie aus einer Rückerstattung von Zöllen nach dem International Emergency Economic Powers Act in Höhe von 134,5 Mio. USD plus Zinsen. Ohne diesen Effekt wäre das Ergebnis deutlich schwächer ausgefallen. Auch die Bruttomarge von 60,5 % gegenüber 58,5 % im Vorjahr geht zu einem erheblichen Teil auf diesen Sondereffekt zurück, der laut Unternehmensangabe die Marge um 560 Basispunkte anhebt. Das operative Ergebnis sinkt trotz der Rückerstattung um 13 % auf 453,7 Mio. USD, die operative Marge fällt von 20,7 % auf 18,8 %. Das laufende Geschäft verliert damit ohne den Einmaleffekt spürbar an Profitabilität.

Nordamerika bleibt die offene Wunde

Die Segmentzahlen offenbaren ein klares Gefälle. In Amerika sinkt der Umsatz um 8 %, die vergleichbaren Umsätze brechen dort um 12 % ein. International wächst der Umsatz dagegen um 4 %, währungsbereinigt um 2 %, wobei auch dort die vergleichbaren Umsätze mit minus 3 % rückläufig sind. China Mainland wächst nominal zwar um 4 %, währungsbereinigt liegt der Rückgang jedoch bei 2 %. Der mit Abstand größte Markt des Unternehmens bleibt damit der entscheidende Belastungsfaktor, während die internationalen Wachstumsimpulse den Rückgang nicht annähernd ausgleichen können.

Der Führungswechsel fällt mitten in diese schwierige Phase: Meghan Frank und André Maestrini leiten das Unternehmen interimistisch, während Heidi O'Neill in der kommenden Woche als neue CEO antritt. Das Management wählt für die Jahresprognose auffallend zurückhaltende Worte und spricht von einem "vorsichtigen Ansatz", während es gleichzeitig verstärkte Marketinginvestitionen und diszipliniertes Kostenmanagement ankündigt. Das klingt nach einem Unternehmen, das eingesteht, im Kerngeschäft an Fahrt verloren zu haben, und das den bevorstehenden Führungswechsel als Neuanfang inszeniert.

lululemon athletica inc.: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Die Prognose für das dritte Quartal fällt schwächer aus, als es der bisherige Trend nahelegt. Lululemon erwartet einen Umsatz zwischen 2,29 und 2,32 Mrd. USD, was einem Rückgang von 10 bis 11 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht und damit rund 9 % unter dem Analystenkonsens von 2,53 Mrd. USD für dasselbe Quartal liegt. Die implizite Wachstumsrate der Prognose verschlechtert sich damit gegenüber der zuletzt gemeldeten Rate von minus 4 % im ersten Quartal um gut sechs Prozentpunkte. Das ist eine Verlangsamung, keine Stabilisierung.

Für das Gesamtjahr senkt Lululemon die Umsatzprognose von zuvor 11,00 bis 11,15 Mrd. USD auf nun 10,35 bis 10,50 Mrd. USD, was einem erwarteten Rückgang von 5 bis 7 % entspricht. Die EPS-Prognose sinkt von 10,95 bis 11,15 USD auf 9,48 bis 9,73 USD, wobei auch hier der Effekt aus den Zollrückerstattungen von 0,86 USD je Aktie enthalten ist, weitere Rückerstattungen aber nicht eingepreist sind. Die zweite Senkung der Jahresprognose innerhalb weniger Monate zeigt: Die Nachfrageschwäche in Nordamerika ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern zieht die Unternehmensplanung mittlerweile strukturell nach unten.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2026 2027e 2028e
Umsatz 11,04 Mrd. USD 11,03 Mrd. USD 11,31 Mrd. USD
EPS 13,05 USD 10,84 USD 11,18 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis)

Fazit: Die gemeldete Gewinnzahl spiegelt vor allem eine Zollrückerstattung wider, während das operative Geschäft mit sinkender Marge und einbrechenden Umsätzen in Nordamerika kämpft. Das lässt sich schwer als solide bezeichnen. Positiv steht dem gegenüber, dass das internationale Geschäft trotz eines schwächeren China-Trends noch wächst und das Unternehmen mit dem Führungswechsel eine Zäsur setzt, die operative Korrekturen erleichtern könnte. Doch die zweite Prognosesenkung binnen weniger Monate und eine implizite Wachstumsrate, die sich von minus 4 % auf minus 10 % verschlechtert, wiegen schwerer als dieser Hoffnungsschimmer. Das Schätz-KGV von rund 9 für das laufende und rund 11 für das kommende Geschäftsjahr steht einem erwarteten Gewinnrückgang von 18 % gegenüber, was wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Der neuen CEO bleibt viel zu tun, um aus dem angeschlagenen Nordamerika-Geschäft wieder Tempo zu holen.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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