Expertenkommentar

Jetzt kommt die größte Bazooka aller Zeiten

US-Präsident Joe Biden will die Staatsausgaben dramatisch ausweiten. Die Sonderausgaben während der Pandemie dürften zum Dauerzustand werden, die Wirtschaft wird mit Geld geflutet.

US-Präsident Joe Biden will dem Kongress den größten Haushalt der US-Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg vorschlagen, wie die "New York Times" am Donnerstag berichtet. Der Haushalt der US-Bundesregierung solle im Jahr 2022 ein Volumen von sechs Billionen US-Dollar (6.000 Milliarden Dollar) haben, heißt es. Den Haushaltsplan will Biden laut Bericht offiziell am Freitag vorstellen.

Mit dem geplanten Volumen lägen die Ausgaben dauerhaft nur geringfügig niedriger als während der Pandemie. In den vergangenen vier Quartalen (Q2 2020 bis Q1 2021) betrugen die Ausgaben der US-Bundesregierung zusammengenommen bereits rund 7,6 Billionen Dollar, darin enthalten waren aber viele einmaligen Sonderausgaben.

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Bis zum Jahr 2031 sehen die Pläne von Biden sogar eine Ausweitung der Staatsausgaben auf 8,2 Billionen US-Dollar vor, lägen dann also dauerhaft höher als während der Corona-Pandemie.

Die Staatsverschuldung der USA steigt seit Jahrzehnten rasant an. Im vierten Quartal lagen die öffentlichen Schulden der USA auf Bundesebene bei 27,7 Billionen US-Dollar.

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Um die höheren Ausgaben zu finanzieren, will Biden auch die Steuern drastisch anheben. Bereits vor einigen Wochen hatten Pläne von Biden die Runde gemacht, wonach die Kapitalertragssteuer für reiche US-Amerikaner dramatisch erhöht werden soll. Steuerhinterziehung, unter anderem mit Kryptowährungen, soll durch die Einführung neuer Informationspflichten und eine verstärkte Steuerfahndung drastisch verringert werden. Bis 2028, wenn eine mögliche zweite Amtszeit von Biden enden könnte, sollen die Steuereinnahmen so hoch sein wie noch nie zuvor, schreibt die "New York Times".

Obwohl steigende Steuern und steigende Schulden langfristig als wirtschaftlich negativ betrachtet werden können (zumindest letzteres wird von der sogenannten Modern Monetary Theory bestritten), könnten die Pläne für den Aktienmarkt doch positiv sein. Denn von steigenden Staatsausgaben profitieren häufig auch Unternehmen, die als Auftragnehmer für den Staat tätig sind.

Weil die hohen Staatsausgaben zumindest bei einem Teil der Bevölkerung auch höhere Einkommen bewirken, können auch die Konsumausgaben der Verbraucher steigen, was die Binnenkonjunktur zusätzlich ankurbeln könnte. Im Idealfall führen die höheren Staatsausgaben so auch zu einem Multiplikatoreffekt, bei der eine Erhöhung der Staatsausgaben um einen Dollar die Wirtschaftsleistung um deutlich mehr als einen Dollar steigen lässt.

Betrachtet man die Reaktion der Aktienmärkte seit der Finanzkrise 2008 auf die Ankündigung von Konjunkturpaketen und steigende Staatsausgaben, so dürften die Reaktionen eher positiv ausfallen und könnten die Kurse perspektivisch weiter in die Höhe treiben.

Indirekt dürfte ein nicht unerheblicher Teil der steigenden US-Staatsausgaben (wie auch heute schon) durch die Notenpresse finanziert werden. Die Regierung druckt sich also (über den Umweg der Notenbank) ihr Geld gewissermaßen selbst. Diesen Teil der steigenden Ausgaben muss also niemand tatsächlich bezahlen, außer durch eine höhere Inflation.

Fazit: Trotz einer steigenden Steuerbelastung und steigender Schulden dürfte die dauerhafte Ausweitung der US-Staatsausgaben vom Aktienmarkt eher mit Kursgewinnen als mit -verlusten quittiert werden, wenn man eine ähnliche Reaktion des Marktes wie in den vergangenen Jahren unterstellt. Aus Sicht des Marktes überwiegt wohl wieder die erwartete Ankurbelung der Konjunktur durch die steigenden Staatsausgaben.


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  • mkgeld
    mkgeld

    ja denke auch die Party geht noch max 10 Jahre weiter. Alles wird steigen Aktien, Gold, Silber, Kryptos immer schön im Wechsel wie bisher

    22:40 Uhr, 30.05.2021
  • Zensiert
    Zensiert

    solange erhöhte Staatsausgaben keine Belastungen für die teuer erkaufte Konjunktur bedeuten

    22:18 Uhr, 27.05.2021
  • Korelewp
    Korelewp

    Herr Baron , von Ihren Information kann man nur profitieren ! Ich als Daytrader lese Ihre Publikationen jeden Tag - Vielen Dank fuer Ihre erstklassige Kompetenz !

    17:45 Uhr, 27.05.2021
    1 Antwort anzeigen
  • Korelewp
    Korelewp

    was fuer eine Kostprobe ? Probe ? Kost ? Unsinn !

    Herr Baron ist doch Spitze !!!

    17:43 Uhr, 27.05.2021
  • Gargol
    Gargol

    Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er sich erbricht.

    17:29 Uhr, 27.05.2021
    1 Antwort anzeigen
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Über den Experten

Oliver Baron
Oliver Baron
Experte für Anlagestrategien

Oliver Baron ist Finanzjournalist und seit 2007 als Experte für stock3 tätig. Er beschäftigt sich intensiv mit Anlagestrategien, der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Märkten sowie der langfristigen Geldanlage mit Aktien und ETFs. An der Börse fasziniert Oliver Baron besonders das freie Spiel der Marktkräfte, das dazu führt, dass der Markt niemals vollständig vorhersagbar ist. Der Aktienmarkt ermöglicht es jedem, sich am wirtschaftlichen Erfolg der besten Unternehmen der Welt zu beteiligen und so langfristig Vermögen aufzubauen. In seinen Artikeln geht Oliver Baron u. a. der Frage nach, mit welchen Strategien und Produkten Privatanleger ihren Börsenerfolg langfristig maximieren können.

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