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16:04 Uhr, 24.07.2026

INTEL: Blut, Schweiss, Tränen?

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Lip-Bu Tan verstand es im Q2-Termin, mit seinen Einschätzungen die positive nachbörsliche Reaktion (+ 4,4 %) abzusichern. Der CEO absolvierte die gekonnte Gratwanderung zwischen Optimismus für Investoren und Kundschaft sowie Appell/Motivation für das eigene Team.

Die Grundlage für diese positive Erstreaktion war allerdings ein ordentliches Zahlenwerk. 25 % Umsatzwachstum auf 16,1 Mrd. $ hat beeindruckt. Dies war so stark wie seit 15 Jahren nicht, Analysten hatten ca. 14,4 Mrd. $ erwartet.

Die operative Marge drehte von – 3,9 % ins Positive auf 17,2 % (beides bereinigt). Das EPS betrug + 0,42 $ (ebenfalls bereinigt), doppelt so hoch wie im Konsens. Ganz anders hingegen das unbereinigte Ergebnis: Dafür gilt - 2,16 $ je Aktie bzw. - 11 Mrd. $ als Summe. Die Differenz ist eher Vergangenheitsbewältigung, also zu Gegenwart und Zukunft:

Konzernchef Lip-Bu Tan schätzt das Umfeld weiterhin positiv ein. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung steigt weiterhin rasant, so der CEO. (Demnach ist eine KI-Investitionsblase nicht in Sicht.) INTEL sei für diesen Boom gut aufgestellt mit Prozessoren (ob klassisch oder KI-speziell) sowie bei Packaging und Foundry (Auftragsfertigung).

INTEL investiert massiv. Die Prognose für das eigene CapEx im Gesamtjahr lautet inzwischen auf „mehr als 20 Mrd. $“. Für 2027 wird ein weiterer Anstieg angekündigt. Zur Prognose für das Q3: Beim Umsatz sind 15,8 bis 16,8 Mrd. $ angesetzt, heraus kommen 42,0 % bereinigte Bruttomarge und 0,38 $ Ergebnis je Aktie (ebenfalls bereinigt).

„Blut, Schweiss, Tränen“: Auf diese Spur führt der US-Brancheninsider „The Register“ mit dem Hinweis auf den wichtigen gestrigen Satz von Lip-Bu Tan: Man müsse zu AMD und ARM in hohem Tempo aufschließen. Und zwar „wie ein Frosch“ (original: „leapfrog“). Für eine kürzlich noch (von Niederlagen) traumatisierte Organisation mit immer noch 82.300 Beschäftigten ist so etwas kein Freudensprung.

Zwei schnell abgegebene Kursziele belegen das Potenzial in beide Richtungen. Analysten von JPMorgan verdoppeln ihr Ziel fast von 45 auf 85 $ und erneut „underweight“. Der Optimist heißt Bank of America, sie bleibt den 160 $ mit „buy“ treu.

Im Zeitraum des Chartvergleichs verläuft INTEL unterhalb des Vaneck Semiconductor UCITS ETF. Er entspricht in etwa dem SOX (PHLX Semiconductor Index). Im kürzeren Zeitraum hingegen kann sich die INTEL-Aktie sogar in der Spitzengruppe der Einzeltitel (darunter MICRON, SK HYNIX, ARM, AMD) behaupten. Im frühen US-Handel gibt „INTC“ am Freitag 4 % wieder ab.

Helmut Gellermann

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