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10:06 Uhr, 24.03.2026

IAB: Deutsches Erwerbspersonenpotenzial sinkt 2026 erstmals

DOW JONES--Das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland wird nach Aussage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im laufenden Jahr erstmals sinken. Wie das IAB mitteilte, wird mit einem Rückgang um 40.000 auf 48,62 Millionen Personen gerechnet. Das Erwerbspersonenpotenzial umfasst neben Erwerbstätigen und Erwerbslosen die so genannte "stille Reserve". Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte um 90.000 auf 45,89 Millionen Personen sinken und die Zahl der Arbeitslosen um 40.000 Personen steigen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das IAB hier erstmals wieder mit einem leichten Rückgang.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bewegt sich zwar immer noch auf Rekordniveau, dürfte 2026 jedoch der Prognose zufolge leicht schrumpfen - um 30.000 auf 34,93 Millionen Personen. Das wäre das erste Jahr seit der Finanzkrise 2009, in dem kein Wachstum mehr verzeichnet wird. Neben der demografischen Schrumpfung wirkt sich hier die wirtschaftliche Transformationskrise aus, wie Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs "Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen", am IAB erläutert: "Transformation erfordert neue Jobs, Weiterentwicklung und Wechsel. Am Arbeitsmarkt gibt es jedoch kaum Bewegung."

Die Beschäftigungsentwicklung zeigt sich laut IAB-Prognose zweigeteilt: Nahezu alle zusätzlichen Stellen wird es im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit geben. Dort wird eine Zunahme um 180.000 Beschäftigte prognostiziert. Das liegt hauptsächlich an der Alterung der Gesellschaft und am Ausbau der Kindertagesbetreuung, sowie der inneren und äußeren Sicherheit.

In der Industrie schrumpft die Beschäftigung dagegen weiter. "Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen und Handelsstörungen belasten die Beschäftigungsentwicklung in der Industrie zusätzlich", so Weber. Auch wenn Industrieindikatoren mitunter eine Stabilisierung zeigen, wird für 2026 mit einem Beschäftigungsrückgang um 140.000 Personen gerechnet.

Das IAB prognostiziert für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

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