HPE - Aktie explodiert 36 % nach Monsterzahlen!
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Während viele Technologieunternehmen noch um die Monetarisierung ihrer KI-Investitionen ringen, profitiert der US-Konzern bereits massiv von der weltweiten Nachfrage nach Rechenzentren, Hochleistungsservern und Netzwerktechnik für KI-Anwendungen. Die Folge: HPE hebt seine mittelfristigen Ziele deutlich an, übertrifft die eigenen Prognosen um Jahre und löst an der Börse ein Kursfeuerwerk aus.
Nach Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal schossen die Aktien des Unternehmens im nachbörslichen Handel um 36 % nach oben. Der Markt reagierte damit auf Ergebnisse, die selbst optimistische Analystenerwartungen klar übertrafen.
Rekordquartal übertrifft alle Erwartungen
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte HPE einen Umsatz von 10,68 Mrd. USD und damit ein Wachstum von 40 % gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit 9,79 Mrd. USD gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,79 USD und übertraf die Markterwartung von 0,53 USD deutlich. Der freie Cashflow erreichte 915 Mio. USD.
Besonders bemerkenswert: Die Auftragseingänge stiegen laut Vorstandschef Antonio Neri auf mehr als das Doppelte des Vorjahreswertes und lagen damit deutlich über dem Umsatzwachstum. Dadurch wuchs der Auftragsbestand auf einen Rekordwert an. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur beschleunigte sich im Quartalsverlauf sogar noch weiter.
"Kunden investieren massiv in agentische KI und KI-Inferenz“, sagte Neri. Gerade Unternehmen würden KI zunehmend als produktive Kernanwendung einsetzen und nicht mehr nur als Pilotprojekt betrachten.
Finanzchefin Marie Myers verwies darauf, dass insbesondere das klassische Servergeschäft überraschend stark abgeschnitten habe. Unternehmen modernisierten ihre Rechenzentrumslandschaften und investierten verstärkt in Systeme für KI-Inferenz, also die Ausführung bereits trainierter KI-Modelle. Dieser Trend habe die Nachfrage im Quartal deutlich beschleunigt.
KI-Inferenz wird zum neuen Wachstumsmotor
Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit häufig auf gigantische KI-Trainingscluster konzentriert, sieht HPE inzwischen einen noch größeren Markt entstehen. Nach Einschätzung des Managements entwickelt sich die KI-Inferenz zum dominierenden Anwendungsfeld der kommenden Jahre.
"Agentic AI“ habe sich in den vergangenen Monaten zum entscheidenden Nachfrageimpuls entwickelt, erklärte Neri. Unternehmen wollten KI-Anwendungen produktiv in Geschäftsprozesse integrieren und benötigten dafür leistungsfähige Infrastruktur direkt in ihren eigenen Rechenzentren.
HPE profitiert dabei von einer breiten Produktpalette aus Servern, Speicherlösungen, Netzwerktechnik und Cloud-Angeboten. Besonders gefragt seien hoch ausgestattete Serversysteme mit großem Speicherbedarf, die für moderne KI-Anwendungen benötigt werden.
Im Bereich KI-Systeme verbuchte HPE im Quartal neue Aufträge im Wert von 1,8 Mrd. USD. Die kumulierten KI-Bestellungen stiegen damit auf 16,4 Mrd. USD. Der aktuelle KI-Auftragsbestand liegt bei rund 5,9 Mrd. USD. Insgesamt verfügt das Unternehmen über einen KI-bezogenen Backlog von mehr als 6,3 Mrd. USD, wobei 61 % auf Behörden sowie große Unternehmenskunden entfallen.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management eine deutliche Beschleunigung der KI-Umsätze. Das stärkste Quartal soll dabei das vierte Geschäftsquartal werden.
Juniper-Übernahme zahlt sich schneller aus als erwartet
Ein weiterer Wachstumstreiber ist die Integration des Netzwerkspezialisten Juniper Networks. Die Übernahme entwickelt sich aus Sicht des Managements zu einem vollen Erfolg.
Neri sprach von einer Integration, die "dem Zeitplan voraus“ liege. Vertrieb, Produktentwicklung und Synergieprogramme seien schneller zusammengeführt worden als ursprünglich geplant. Die kombinierte Netzwerksparte profitiert insbesondere vom Aufbau neuer KI-Rechenzentren, die leistungsfähige Datenverbindungen zwischen Tausenden Grafikprozessoren benötigen.
Der Bereich Networking erzielte im Quartal einen Umsatz von 2,7 Mrd. USD. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage nach Campus-Netzwerken, Rechenzentrumsverbindungen und Sicherheitslösungen. Die Aufträge im Netzwerkgeschäft wuchsen deutlich schneller als der Umsatz.
Für das Gesamtjahr erwartet HPE nun ein Wachstum der Netzwerksparte von 72 % bis 75 %. Zuvor hatte die Prognose lediglich zwischen 68 % und 73 % gelegen.
Prognose deutlich angehoben
Der eigentliche Paukenschlag folgte jedoch beim Ausblick. HPE erhöhte die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 drastisch. Statt eines Wachstums von 17 % bis 22 % rechnet der Konzern nun mit einem Plus von 29 % bis 33 %.
Noch beeindruckender fällt die Entwicklung beim Gewinn aus. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde auf 3,35 bis 3,45 USD angehoben. Bislang hatte das Unternehmen lediglich 2,30 bis 2,50 USD erwartet. Damit liegt die neue Prognose bereits deutlich über dem Ziel von mindestens 3,00 USD, das ursprünglich erst für das Geschäftsjahr 2028 vorgesehen war.
Auch beim freien Cashflow zieht HPE kräftig nach. Statt mindestens 2 Mrd. USD erwartet das Management nun mindestens 3,5 Mrd. USD. Erstmals legte HPE zudem einen Finanzrahmen für das Geschäftsjahr 2027 vor. Der Konzern rechnet mit einem Umsatzwachstum zwischen 8 % und 12 %, einem Gewinnwachstum von 12 % bis 16 % sowie einem freien Cashflow von mindestens 4,5 Mrd. USD.
Kosteninflation bleibt Herausforderung
Trotz der starken Nachfrage bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Vor allem steigende Preise für DRAM- und NAND-Speicher belasten die gesamte Branche.
Finanzchefin Myers betonte jedoch, dass HPE die Preissteigerungen erfolgreich an Kunden weitergeben könne. Langfristige Lieferverträge bis 2027 sowie frühzeitig eingeleitete Preisanpassungen hätten geholfen, die Margen zu stabilisieren.
Gleichzeitig setzt der Konzern verstärkt auf Effizienzprogramme und KI-gestützte Automatisierung. Die Belegschaft wurde seit Beginn der Restrukturierungsmaßnahmen um mehr als 9 % reduziert. Die daraus resultierenden Kosteneinsparungen sowie Synergien aus der Juniper-Übernahme tragen zunehmend zur Profitabilität bei.
Fazit: HPE liefert derzeit genau das, wonach Investoren im KI-Zeitalter suchen: starkes Umsatzwachstum, steigende Margen, hohe Cashflows und einen wachsenden Auftragsbestand. Besonders bemerkenswert ist, dass die Nachfrage nicht mehr allein von Hyperscalern wie Amazon oder Alphabet getragen wird, sondern zunehmend von klassischen Unternehmenskunden kommt. Die beschleunigte Einführung agentischer KI und der Aufbau neuer KI-Infrastrukturen verleihen dem Konzern Rückenwind weit über das laufende Jahr hinaus. Die Zahlen überzeugen, und die nun deutlich angehobenen Ziele deuten darauf hin, dass die HPE-Aktie zu den größten Gewinnern der aktuellen KI-Investitionswelle zählen könnte.
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Die Gewinnschätzungen müssen jetzt noch massiv steigen
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 34,30 | 41,09 | 43,51 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 1,94 | 2,43 | 2,74 |
| KGV | 28 | 23 | 20 |
| Dividende je Aktie in USD | 0,52 | 0,57 | 0,61 |
| Dividendenrendite | 0,95% | 1,04% | 1,11% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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