Globale Aktien 2026: 11 % sind möglich
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Die Weltwirtschaft steht 2026 in allen Regionen vor einem weiteren Wachstum, und die US-Notenbank dürfte weitere moderate Lockerungsmaßnahmen ergreifen.
"Angesichts des makroökonomischen Hintergrunds wäre es ungewöhnlich, wenn es ohne eine Rezession zu einem deutlichen Rückgang der Aktienkurse und zu einem Bärenmarkt käme, selbst bei hohen Bewertungen", schreibt Peter Oppenheimer, Chefstratege für globale Aktien bei Goldman Sachs Research, in einem Bericht mit dem Titel "Global Equity Strategy 2026 Outlook: Tech Tonic – a Broadening Bull Market".
Abb. 1: Ausblick für globale Aktien
Die Tabelle zeigt die Renditeprognosen für die globalen Aktienmärkte in 2026 inklusive Dividenden. Obwohl mit einer partiellen Abflachung zu rechnen ist, sind die Bewertungen für das begonnene Jahr nach wie vor beachtlich.
Quelle: Datastream, Goldman Sachs Research, Stand: 6. Januar 2026. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind.
Diversifizierung war im vergangenen Jahr ein zentrales Thema für Goldman Sachs Research. Anleger, die 2025 über verschiedene Regionen diversifiziert hatten, wurden zum ersten Mal seit vielen Jahren belohnt, und die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass Diversifizierung auch 2026 ein Thema bleiben wird, das sich über Anlagefaktoren wie Wachstum und Wert sowie über verschiedene Sektoren erstreckt. Anlagefaktoren sind Eigenschaften von Vermögenswerten wie Größe, Wert oder Dynamik, die sich in der Regel auf Risiko und Rendite auswirken.
Wie sieht der Ausblick für globale Aktien im Jahr 2026 aus?
Während Aktien im Jahr 2025 eine starke Performance zeigten und Rohstoffe und Anleihen übertrafen, verliefen die Gewinne nicht geradlinig. Zu Beginn des Jahres blieben Aktien hinter den Erwartungen zurück, wobei der S&P 500 zwischen Mitte Februar und April eine Korrektur von fast 20 % erlebte, bevor er sich wieder erholte. Die starke Rally der globalen Aktien hat dazu geführt, dass die Bewertungen in allen Regionen auf einem historisch hohen Niveau liegen – nicht nur in den USA, sondern auch in Japan, Europa und den Schwellenländern, schreibt Oppenheimer. "Daher gehen wir davon aus, dass die Renditen im Jahr 2026 eher durch fundamentales Gewinnwachstum als durch steigende Bewertungen getrieben werden".
Abb. 2: Gewinnmodelle von Goldman Sachs Research deuten auf moderates Gewinnwachstum hin
Eine Aufschlüsselung entlang der Gewinnmodelle von Goldman Sachs weist auf ein weiterhin ausgeprägtes Gewinnpotential von Aktien hin. Die regionalen Unterschiede sind allerdings groß.
Quelle: Institutional Brokers' Estimate System (I/B/E/S), Toyo Keizai, STOXX, MSCI, Goldman Sachs Research. Daten vom 16. Dezember 2025. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind. Bitte beachten Sie ferner, dass Gewinne von Gebühren und anderen Kosten beeinflusst werden könnten.
Die 12-Monats-Prognosen der Goldman Sachs Analysten deuten darauf hin, dass die Kurse von Aktien, gewichtet nach regionaler Marktkapitalisierung, um 9 % steigen und eine Rendite von 11 % einschließlich Dividenden erzielen werden (Stand: 6. Januar 2026). "Der Großteil dieser Renditen ist gewinnorientiert", fügt Oppenheimer hinzu.
Auch Rohstoffindizes dürften in diesem Jahr zulegen, wobei Gewinne bei Edelmetallen erneut die Rückgänge im Energiesektor ausgleichen werden, wie es bereits 2025 der Fall war, so eine separate Prognose von Goldman Sachs.
Das Team von Oppenheimer untersucht, was typischerweise passiert, wenn sich die Märkte durch Zyklen bewegen: Verzweiflung, wenn die Aktien in einem Bärenmarkt fallen; eine kurze Phase der Hoffnung, wenn sich der Markt erholt; eine längere Wachstumsphase, in der Gewinnsteigerungen die Renditen antreiben, und schließlich Optimismus, wenn die Anleger zuversichtlich und vielleicht sogar selbstgefällig werden.
Ihre Analyse deutet darauf hin, dass sich Aktien derzeit in der Optimismusphase eines Zyklus befinden, der mit dem Bärenmarkt im Jahr 2020 während der Covid-Pandemie begann. "In der späten Optimismusphase eines Zyklus steigen in der Regel die Bewertungen, was auf einige Aufwärtsrisiken für unsere zentralen Prognosen hindeutet", schreibt das Goldman Sachs Team.
Wie sollten Anleger ihre Aktienportfolios im Jahr 2026 diversifizieren?
Die geographische Diversifizierung kam den Anlegern im Jahr 2025 zugute, was ungewöhnlich ist; die USA blieben zum ersten Mal seit fast 15 Jahren hinter einigen anderen wichtigen Märkten zurück. Die Aktienrenditen in Europa, China und Asien erzielten fast doppelt so hohe Gesamtrenditen wie der S&P 500 in USD, da die US-Währung an Wert verlor.
Während US-Aktien vom Gewinnwachstum, insbesondere bei großen Technologieunternehmen, angetrieben wurden, gab es außerhalb der USA ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen verbesserten Gewinnen und steigenden Bewertungen. Die Differenz zwischen den wachstumsbereinigten Bewertungen von US-Aktien und denen der übrigen Welt hat sich im letzten Jahr verringert.
"Wir gehen davon aus, dass sich diese wachstumsbereinigten Bewertungskennzahlen auch 2026 weiter annähern werden, selbst wenn die absoluten Bewertungen in den USA weiterhin höher bleiben", heißt es im Bericht des Teams.
Diversifizierung dürfte auch 2026 weiterhin Potenzial für bessere risikobereinigte Renditen bieten, schreibt Oppenheimer. Anleger sollten nach Möglichkeiten für ein breites geographisches Engagement suchen, einschließlich einer verstärkten Fokussierung auf Schwellenländer. Sie sollten eine Mischung aus Wachstums- und Substanzwerten anstreben und verschiedene Sektoren in Betracht ziehen. Außerdem sollten sie darauf achten, dass sich Aktien möglicherweise weniger synchron entwickeln, was eine gute Gelegenheit für die Auswahl einzelner Titel bietet.
Abb. 3: Wertentwicklungen nach Sektoren und Stilen reflektieren breite Diversifizierung
Eine Aufschlüsselung nach Sektoren und Anlagestilen weist eine erhebliche Streuung zwischen den einzelnen Bereichen und Ansätzen auf. Auch künftig ist eine Diversifikation nach beiden Kriterien maßgeblich für das Renditepotential von Investitionen.
Quelle: FactSet, Datastream, STOXX, Goldman Sachs Research. Daten vom 16. Dezember 2025. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind.
"Wir konzentrieren uns auch auf ein höheres Alpha, da die Aktienkorrelationen gesunken sind und wahrscheinlich niedrig bleiben werden", schreibt Oppenheimer. Alpha vergleicht die Performance eines Vermögenswerts mit einem breiteren Marktindex.
Nicht-Technologie-Sektoren könnten sich in diesem Jahr stark entwickeln, und Anleger könnten von Aktien profitieren, die von den positiven Auswirkungen der Investitionsausgaben von Technologieunternehmen profitieren. Es dürfte ein zunehmender Fokus auf Unternehmen außerhalb des Technologiesektors liegen, denen die neuen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz (KI) zugutekommen werden.
Befinden sich KI-Aktien in einer Blase?
Insgesamt bleibt der Fokus des Marktes auf KI "intensiv", schreiben die Analysten von Goldman Sachs. Das bedeutet jedoch nicht, dass es eine KI-Blase gibt. "Die Dominanz des Technologiesektors an den Märkten wurde nicht durch das Aufkommen der KI ausgelöst", schreibt Oppenheimer. "Sie begann nach der Finanzkrise und wurde durch überdurchschnittliches Gewinnwachstum unterstützt."
Während die Aktienkurse großer Technologieunternehmen in die Höhe geschnellt sind, sind die Bewertungen nicht so extrem, wie es bei Blasenbildungen der Vergangenheit der Fall war. Ein Vergleich der Bewertungen der fünf größten Unternehmen im S&P 500 mit denen der anderen 495 Aktien zeigt, dass der Unterschied viel geringer ist als in früheren Zyklen, beispielsweise auf dem Höhepunkt der Technologieblase im Jahr 2000.
Aktuelle Analysen und Trends aus dem Finanzsektor findest Du auch im kostenlosen KnowHow-Magazin von Goldman Sachs unter www.gs.de
Dieser Artikel wird ausschließlich zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Empfehlung einer Goldman Sachs-Einheit für den Empfänger dar, und Goldman Sachs erteilt weder durch diesen Artikel noch für den Empfänger eine Finanz-, Wirtschafts-, Rechts-, Anlage-, Buchhaltungs- oder Steuerberatung. Weder Goldman Sachs noch eines seiner verbundenen Unternehmen gibt eine ausdrückliche oder stillschweigende Zusicherung oder Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der in diesem Artikel enthaltenen Aussagen oder Informationen, und jegliche Haftung (einschließlich in Bezug auf direkte, indirekte oder Folgeschäden) wird ausdrücklich abgelehnt.
Quelle: Der Beitrag wurde am 8. Januar 2026 unter dem Titel „Global Stocks Are Projected to Return 11% in the Next 12 Months“ auf www.goldmansachs.com im Bereich Insights/Articles veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass die darin getroffenen Aussagen keine Anlageempfehlungen darstellen.
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