Fonds: "So mancher bekommt kalte Füße"
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26. März 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Im Fondshandel ist aufgrund der Marktturbulenzen extrem viel los. Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank berichtet von „Umsätzen ohne Ende“, Frank Wöllnitz von der ICF Bank von „großflächig hohem“ Handelsvolumen. Vor allem Fonds mit internationalen Aktien werden Deisenroth-Boström zufolge viel verkauft.
Großes Thema sind auch Gold und Silber. Die Preise schwanken stark. „Die Ausschläge bei den Minenfonds sind teils sogar noch höher“, bemerkt Wöllnitz. Die Feinunze Gold (<XC0009655157>) war Anfang der Woche auf 4.200 US-Dollar gefallen nach im Allzeithoch im Januar 5.570 US-Dollar. Der Silberpreis (<XC0009653103>) hat sich gegenüber dem Rekordhoch von knapp 122 US-Dollar fast halbiert.
Das geht vielen offenbar zu weit: Die Baader Bank-Kundschaft trennt sich von Goldminenfonds wie dem Franklin Gold and Precious Metals (<LU0496367763>). Der Kurs fiel von fast 30 Euro Anfang März auf 19 Euro pro Anteilsschein. Ebenfalls auf den Verkaufslisten: der HANSAgold (<DE000A0NEKK1>), der auch in physisches Gold investiert. ICF-Händler Wöllnitz verweist auf die extremen Kursreaktionen des Stabilitas Silber+Weißmetalle mit Aktien von Unternehmen aus der Silberbranche (<LU0265803667>). Der Kurs gab von fast 150 Euro Ende Februar auf unter 100 Euro je Anteil nach, jetzt sind es 108 Euro.
Aktienfonds: Viele ziehen die Reißleine
Was Aktienfonds angeht, meldet Deisenroth-Boström hohe Umsätze für die international investierenden DWS Top Dividende (<DE0009848119>), Carmignac Investissement (<FR0010148981>) und Deka-Globale Aktien LowRisk (<LU0851807387>). Gekauft werden im Bereich der europäischen Aktien der Nürnberger Euroland (<DE0008471228>) und der Allianz Adifonds (<DE0008471038>), verkauft der DWS Concept Platow (<LU1865032954>), der CT (Lux) European Smaller Companies (<LU1864952335>) und der Jupiter JGF European Growth (<LU0260085492>).
Eher ruhig zu geht es im Handel mit asiatischen Aktien. „Hier halten sich Anleger eher zurück“, beobachtet die Baader-Händlerin. Tendenziell würden chinesische Aktien verkauft, etwa mit dem Baring Hong Kong China (<IE0000829238>). Stattdessen werde auf breit streuende Asien-Fonds gesetzt, etwa AGIF Allianz Oriental Income (<LU1173936821>) und JPMorgan Pacific Equity Fund (<LU0052474979>). Alle drei kommen seit Jahresanfang auf Gewinne – anders als viele Fonds mit europäischen Aktien.
Neue Methodik, neue Top-Ten
Die Rangfolge der Fondsanbieter mit dem größten Deutschland-Geschäft laut Investmentstatistik des Fondsverbands BVI hat sich per Ende 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich verändert. Hintergrund ist die nun genauere Erfassung aller Fonds und ETFs in deutschen Depots. Größter Verlierer ist die DWS, größte Gewinner sind BlackRock und Amundi. Die DWS bleibt dennoch Spitzenreiter (344 Milliarden Euro), jetzt gefolgt von BlackRock (268 Milliarden Euro) und Union Investment (264 Milliarden Euro). Dann kommen Deka (211 Milliarden Euro), Allianz Global Investors (143 Milliarden Euro), Amundi (129 Milliarden Euro), Universal Investment (64 Milliarden Euro), Flossbach von Storch (49 Milliarden Euro), Hansainvest (25 Milliarden Euro) und UBS (21 Milliarden Euro).
- Mehr dazu: fondsprofessionell.de
Kronen-Geldmarktfonds als Alternative
Einiges um geht zudem in Geldmarktfonds. „Die Umsätze sind hoch, die Käufe überwiegen“, stellt Deisenroth-Boström fest. Auf hohe Umsätze kämen nicht nur auf Euro lautende Fonds, sondern auch solche in norwegischen Kronen oder US-Dollar. Beispiele: der Nordea-1 Norwegian Kroner Reserve Fund (<LU0078812822>) mit Käufen und der UBS (Lux) Money Market Fd USD (<LU0006277684>) mit Verkäufen.
Anja Deisenroth-Boström
Immofonds: Krise geht weiter
Außerdem gibt es aus dem Bereich der Immobilienfonds erneut schlechte Nachrichten – mit hohen Umsätzen an der Börse als Folge. Ein zweiter Fonds hat die Rücknahme von Anteilen gestoppt, der Fokus Wohnen Deutschland (<DE000A12BSB8>). Die Sperre gilt seit dem 26. Februar und soll 36 Monate dauern. Der Fonds ist schon der zweite offene Immobilienfonds, der die Anteilsrücknahme aussetzt, der erste war der Wertgrund Wohnselect D (<DE000A1CUAY0>) im Januar.
„Mittlerweile warnt auch die Finanzaufsicht Bafin vor den Risken offener Immobilienfonds“, stellt Wöllnitz fest. An der Börse ging es für den Fokus Wohnen steil nach unten. Auch der Deka-ImmobilienEuropa (<DE0009809566>) hat deutlich verloren. „Die Umsätze sind riesig“, erklärt Wöllnitz. Er sieht aber durchaus auch Käufe. Einige Immobilienfonds zeigen sich unterdessen relativ stabil, etwa der HausInvest (<DE0009807016>).
Finanztip empfiehlt Verkauf
Das Verbraucherportal Finanztip rät schon länger von Immobilienfonds ab und empfiehlt nun, unbedingt über den Verkauf nachzudenken. „Wir raten Dir in der aktuellen Lage dazu, die Anteile über die Börse zu verkaufen“, heißt es. Verluste seien zwar möglich. „Mach Dir aber auch klar: Falls es während des kommenden Jahres zu einer Abwertung des Rücknahmepreises kommt, kann Dein Verlust noch höher sein“, erklärt Finanztip-Experte Timo Halbe.
- Mehr dazu: finanztip.de
Von Anna-Maria Borse, 26. März 2026, © Deutsche Börse AG
Über die Autorin
Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.
Feedback und Fragen an live@deutsche-boerse.com
