Fonds: "Rekordhochs locken zum Ausstieg"
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3. Juni 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Im Fondshandel der Deutschen Börse überwiegen zurzeit die Gewinnmitnahmen. „Die Abgeberseite überwiegt definitiv“, erklärt Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Das gilt bei zum Teil erhöhten Umsätzen vor allem für international anlegende Aktienfonds. Größere Verkäufe sieht sie im Morgan Stanley Global Opportunity (<LU0552385295>), im NORIS-FONDS der DWS (<DE0008492356>) und im Quantex Global Value (<LI0274481113>). Auf der Einkaufsliste steht vor allem der CoIQ Collective Intelligence (<DE000A3C91C5>). Der Fonds setzt auf kollektive Intelligenz, indem seine Zusammensetzung auf den Anlageentscheidungen der 300 besten Teilnehmer einer Online-Börsensimulation basiert. Seit der Auflage im Februar 2022 ist der Kurs trotz eines schwachen Starts (-22 Prozent im Jahr 2022) um rund 140 Prozent gestiegen.
Abgaben auch in europäischen Aktienfonds
Auch deutsche und europäische Aktienfonds werden mehrheitlich verkauft. In der Nähe der Allzeithochs der großen Indizes sind die Umsätze nach Angaben der Händlerin durchschnittlich hoch. Größere Abgaben sieht sie im Lupus alpha Smaller German Champs (<LU0129233093>) und im DWS Aktien Strategie Deutschland (<DE0009769869>). Der auf Rekordhoch notierende MainFirst Top European Ideas (<LU0308864023>) hingegen bleibt gut nachgefragt. Die Fondsmanager nutzen hier für die Aktienauswahl einen fundamentalen Bottom-up-Ansatz.
Keine klaren Tendenzen erkennt Deisenroth-Boström für Aktienfonds mit Aktien aus Asien, Hong Kong oder China. „Käufe und Verkäufe halten sich bei durchschnittlichen Umsätzen in etwa die Waage.“ Während der Templeton China (<LU0052750758>) aktuell recht beliebt ist, werden der JPMorgan Greater China (<LU0117841782>) und der auf Allzeithoch stehende DWS Top Asien (<DE0009769760>) überwiegend verkauft.
Hohe Umsätze in Geldmarktfonds
Stark nachgefragt sind nach wie vor die „konservativen“ Anlageformen. „Die weltpolitischen Unsicherheiten treiben die Anlegerinnen und Anleger in jede Art von Geldmarktfonds“, beschreibt die Händlerin der Baader Bank die möglichen Hintergründe. Beachtlich sei vor allem das hohe Interesse an US-Dollar Geldmarktfonds. Als Beispiel nennt sie den Pictet-Short-Term Money Market USD (<LU0128496485>). Aber auch der DWS Flexizins Plus (<DE0008474230>) wird rege gehandelt. Ivo Orlemann von der ICF Bank bilanziert in diesem Segment ebenfalls hohe Umsätze. Für den UnionGeldmarktFonds (<DE0009750133>), den UniOpti4 (<LU0262776809>) und den Fixed Income One (<AT0000A347S9>) sieht er allerdings „einige größere Rückgaben“.
Ivo Orlemann
Etwas ruhiger ist es im Moment bei den Immobilienfonds, die in den vergangenen Monaten immer recht weit oben in den Umsatzrankings waren. „Obwohl die Nachrichtenlage nicht sehr positiv ist, herrscht kein großer Abgabedruck“, erklärt Orlemann. Die größten Umsätze gibt es demnach im grundbesitz europa (<DE0009807008>) und im hausInvest (<DE0009807016>).
Von Thomas Koch, 3. Juni 2026, © Deutsche Börse AG
Über den Autor
Thomas Koch ist CEFA-Investmentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte und geprüfter Zertifikateberater. Seit Anfang 2006 beschäftigt er sich als freier Journalist mit dem Geschehen an den Kapitalmärkten.
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