Fonds: „Hohe Umsätze in Tech-Aktien“
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19. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Im Fondshandel hat sich die Lage nach dem furiosen Jahresauftakt mittlerweile etwas beruhigt. „In den vergangenen zwei Wochen hat sich das Geschäft etwas abgeschwächt“, berichtet Ivo Orlemann von der ICF Bank. Bis Anfang Februar war noch einiges mehr los. Im Fokus standen vor allem Tech-Aktien. Der Händler sieht in diesem Segment „überwiegend Käufe, auch wenn es immer wieder zu Rückgaben kam“.
Ein Grund dafür könnte seiner Meinung nach die Unsicherheit wegen der aktuellen Diskussionen über die konkreten Auswirkungen des KI-Booms sowie der enormen Investitionen in die KI-Infrastruktur sein. Umsatzspitzenreiter ist aktuell der FF - Global Technology Fund AD (<LU0099574567>) von Fidelity, der allerdings mehrheitlich gekauft wird. Das verwaltete Volumen ist mittlerweile auf rund 29 Milliarden Euro gestiegen. In den vergangenen zehn Jahren legte der Fonds um 539 Prozent zu. Ebenfalls stark gehandelt wird der DWS Smart Industrial Technologies (<DE0005152482>), der früher DWS ZukunftsInvestitionen hieß.
Währungen beeinflussen die Positionierung
Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank sieht „eine hohe Volatilität im Markt“. Bei den Anlegerinnen und Anlegern liege der Trend „eher auf der Verkaufsseite, bedingt durch Währungsbewegungen“. Der starke Euro hatte in den vergangenen Monaten die Performance vieler Fonds belastet. Zuletzt gab es aber Rückenwind von der Währungsseite. Abgestoßen werden vor allem weltweit anlegende Aktienfonds wie der Morgan Stanley INVF Global Opportunity Fund (<LU0552385295>), der DWS Global Value (<LU0133414606>) und der DWS Akkumula (<DE0008474024>). Verstärkte Gewinnmitnahmen gibt es zudem für den DWS Top Dividende (<DE0009848119>), der gerade auf ein neues Allzeithoch gestiegen ist.
Anja Deisenroth-Bostroem
Europäische Aktien werden laut Deisenroth-Boström vor allem über den Alken Fund European Opportunities (<LU0235308482>) geordert. Überwiegend gegeben werden der Comgest Growth Europe AC (<IE0004766675>) und der auf deutsche Aktien fokussierte cominvest Fondak P (<DE0008471012>). Auf den Einkaufslisten der Baader Bank-Kundschaft stehen zudem unverändert Multi-Asset-Strategien wie der ARERO - Der Weltfonds (<LU0360863863>). Auch Orlemann bestätigt: „Mischfonds laufen immer.“ Beispielhaft nennt er den FvS SICAV Multiple Opportunities (<LU0323578657>) und den FvS Multiple Opportunities II (<LU0952573482>).
Silber-Aktien: Käufe nach Rückschlägen
Bei den Edelmetallen nutzen viele Anlegerinnen und Anleger die immer noch recht hohen Schwankungen für antizyklische Ein- und Ausstiege. Eine besonders hohe Nachfrage meldet Orlemann im STABILITAS - SILBER+WEISSMETALLE P (<LU0265803667>), der bevorzugt „an schwachen Tagen“ geordert wird. Auch Deisenroth-Boström sieht bei dem Fonds „hauptsächlich Käufe“, zwischenzeitlich werden aber auch mal Stopps ausgelöst. Investiert wird hier nicht direkt in die Rohstoffe, sondern in Aktien von Unternehmen, die Silber und andere „weiße“ Metalle wie Palladium oder Platin gewinnen, verarbeiten und vermarkten.
Immobilienfonds: Keine nachhaltige Panik
Im Sektor der viel diskutierten offenen Immobilienfonds haben sich die Umsätze laut Orlemann stark abgeschwächt. „Trotz negativer Nachrichten kam es nicht zu erhöhtem Abgabedruck.“ Mitte Januar hatte die Wohnselect Kapitalverwaltungsgesellschaft die Rücknahme von Anteilen an dem auf Wohnimmobilien spezialisierten Wertgrund Wohnselect D (<DE000A1CUAY0>) unter anderem wegen des allgemein hohen Rückgabevolumens mit sofortiger Wirkung eingestellt. Zuletzt hatte es solche Maßnahmen während der Branchenkrise in den Jahren 2008 bis 2012 gegeben. Der Kurs des Fonds fiel unmittelbar nach der Ankündigung von gut 75 Euro auf 66 Euro zurück, konnte sich zuletzt aber wieder auf 71 Euro erholen. Auf diesem Kursniveau wurde der Fonds auch gekauft.
Das verwaltete Vermögen für den deutschen Fondsmarkt (inklusive ETFs) ist nach Angaben des BVI per Ende 2025 auf ein neues Rekordhoch von 4,85 Billionen Euro gestiegen. Von den Nettozuflüssen in Höhe von 86 Milliarden Euro im vergangenen Jahr entfielen zwei Drittel auf ETFs und ein Drittel auf klassische Investmentfonds. Den größten Zuwachs verzeichneten Aktienfonds mit einem Plus von 26,7 Prozent und Rentenfonds mit einem Zuwachs von 21,1 Prozent. Bei Immobilienfonds hingegen sank das verwaltete Vermögen um 8,4 Prozent.
Von Thomas Koch, 19. Februar 2026, © Deutsche Börse AG
Über den Autor
Thomas Koch ist CEFA-Investmentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte und geprüfter Zertifikateberater. Seit Anfang 2006 beschäftigt er sich als freier Journalist mit dem Geschehen an den Kapitalmärkten.
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