FACTSET – EPS-Beat, aber GAAP-Margen geraten unter Druck
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Der Konzernumsatz steigt um 6,4 % gegenüber dem Vorjahr auf 622,9 Mio. USD. Damit trifft FactSet die durchschnittliche Analystenschätzung von 620 Mio. USD nahezu punktgenau. Organisch, also bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen, liegt das Wachstum bei 7,0 %. Wachstumstreiber sind laut Pressemitteilung institutionelle Buy-Side-Kunden sowie das Wealth-Management-Segment.
Beim bereinigten verwässerten EPS meldet FactSet 4,53 USD. Das entspricht einem Anstieg von 6,1 % gegenüber 4,27 USD im Vorjahreszeitraum und liegt klar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 4,44 USD. Das GAAP-verwässerte EPS sinkt dagegen von 3,87 USD auf 3,50 USD, ein Rückgang von 9,6 %. Grund sind höhere operative Aufwendungen, darunter Einmalposten bei der Mitarbeitervergütung sowie CEO-Vergütungskosten, die im Vorjahresquartal nicht anfielen.
Margen und Sondereffekte
Die GAAP-Betriebsmarge fällt von 33,2 % auf 26,7 %. Das entspricht einem Rückgang um 6,5 Prozentpunkte. Auch die bereinigte Betriebsmarge gibt nach: von 36,8 % auf 34,0 %. Sie klammert Abschreibungen auf akquisitionsbedingte immaterielle Vermögenswerte und nicht wiederkehrende Posten aus. Das bereinigte EBITDA sinkt ebenfalls um 6,7 % auf 220,2 Mio. USD. Ohne die Einmalbelastungen bei der Vergütung wäre der Margenrückgang deutlich geringer ausgefallen. Der Free Cash Flow entwickelt sich dagegen positiv: Er steigt um 11,1 % auf 254,0 Mio. USD. Der operative Cashflow legt um 12,1 % auf 284,5 Mio. USD zu.
Ein weiterer Indikator für die Geschäftsdynamik ist der organische Annual Subscription Value (ASV). Er liegt zum 31. Mai 2026 bei 2.485,6 Mio. USD, ein Anstieg von 7,1 % gegenüber dem Vorjahr. Im laufenden Quartal wuchs der organische ASV um 35,4 Mio. USD. Die ASV-Retention liegt weiterhin über 95 %. Vertragsverlängerungen im Enterprise-Segment verlängerten sich im Schnitt um 30 %. CEO Sanoke Viswanathan kommentiert: „Kunden wählen FactSet, um kritische Workflows und fundierte Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Das treibt eine robuste Pipeline und beschleunigte Enterprise-Verträge.“
KI und Kapitalrückführung
Im Bereich künstliche Intelligenz meldet FactSet, dass mehr als 90 % der 50 größten Kunden inzwischen vier oder mehr KI-Produkte des Unternehmens nutzen. Neue Partnerschaften mit Google Cloud, Finster AI und TIFIN.AI sollen die Verbreitung KI-gestützter Workflows in Investment Banking, Wealth Management und Enterprise Financial Intelligence ausweiten. Hinzu kommen Kooperationen mit J.P. Morgan und Valutico für Private-Markets-Analysen.
An die Aktionäre fließen im dritten Quartal 243,4 Mio. USD zurück. Davon entfallen 203,1 Mio. USD auf Aktienrückkäufe und 40,3 Mio. USD auf Dividenden. Die Quartalsdividende steigt um 0,06 USD auf 1,16 USD je Aktie. Es ist das 27. Jahr in Folge mit einer Dividendenerhöhung. Im bisherigen Geschäftsjahr summieren sich die Kapitalrückführungen auf 628,7 Mio. USD.
Ausblick
FactSet bestätigt die im März 2026 kommunizierte Jahresprognose unverändert. Für das Gesamtjahr Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen GAAP-Umsätze zwischen 2.450 Mio. und 2.470 Mio. USD sowie ein bereinigtes verwässertes EPS zwischen 17,25 und 17,75 USD. Die Mitte dieser Spanne von 17,50 USD liegt leicht unter dem Analystenkonsens von 17,69 USD für das Gesamtjahr. Die bereinigte Betriebsmarge soll zwischen 34,0 % und 35,5 % liegen. Das organische ASV-Wachstum wird weiterhin mit 130 bis 160 Mio. USD beziffert. Die bestätigte Prognose signalisiert, dass das Management trotz der Einmalbelastungen im dritten Quartal keine Notwendigkeit zur Anpassung sieht.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 2,32 Mrd. USD | 2,46 Mrd. USD | 2,60 Mrd. USD |
| EPS | 15,55 USD | 17,69 USD | 19,35 USD |
*e = erwartet, Erwartungen basieren bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
Fazit: FactSet liefert im dritten Quartal ein bereinigtes EPS über den Erwartungen und organisches Umsatzwachstum von 7 %. Das sind solide operative Kennzahlen. Auf GAAP-Basis trüben jedoch Einmalkosten bei der Vergütung das Bild erheblich. Auch die bereinigte Marge gibt nach. Die bestätigte Jahresprognose mit einem bereinigten EPS-Korridor, dessen Mitte leicht unter dem Analystenkonsens liegt, liefert der Aktie keinen neuen Kurstreiber. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau mit einem KGV von 13,3 ist die Aktie zwar nicht teuer. Margendruck und fehlende Prognoseanhebung dürften den Spielraum für eine deutliche Neubewertung aber begrenzen.

