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22:11 Uhr, 23.07.2026

NEWMONT: Rekord-Cashflow trotz Erdbeben in Cadia

Nach dem Seismikstopp in Cadia schnellen die Konzernkosten um 58 % auf 1.621 USD je Unze, doch Boddington, Lihir und Peñasquito fangen den Ausfall auf.

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Newmont meldet für das zweite Quartal 2026 einen Rekord-Free-Cashflow von 2,2 Mrd. USD, obwohl ein Erdbeben die australische Vorzeigemine Cadia wochenlang lahmlegte. Wie belastbar das Zahlenwerk wirklich ist, zeigt ein Blick auf die Kosten.

Der weltgrößte Goldproduzent erzielt im zweiten Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 6,12 Mrd. USD, ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die durchschnittliche Analystenschätzung von 6,36 Mrd. USD verfehlt Newmont damit um rund 240 Mio. USD, ein Rückstand, der sich vor allem aus dem Produktionseinbruch bei Cadia nach den Seismikereignissen im April erklärt. Das bereinigte verwässerte EPS (Adjusted Net Income per diluted share) liegt bei 2,10 USD und übertrifft den Konsens von 1,99 USD komfortabel. Das bereinigte EBITDA beträgt 3,76 Mrd. USD, gegenüber 3,00 Mrd. USD im Vorjahresquartal.

Das GAAP-Nettoergebnis je verwässerter Aktie beläuft sich auf 2,06 USD, nach 1,85 USD im Vorjahresquartal. Die wichtigsten Bereinigungen umfassen einen Bewertungsverlust auf Investments und Optionen von 111 Mio. USD sowie Restrukturierungskosten von 12 Mio. USD. Der operative Cashflow vor Veränderungen des Umlaufvermögens sinkt gegenüber dem Vorquartal um 24 % auf 3,0 Mrd. USD, was das Management klar auf den niedrigeren realisierten Goldpreis von 4.414 USD je Unze zurückführt, nach noch 4.900 USD im Vorquartal.

Cadia bremst, Peñasquito und Boddington gleichen aus

Die attributable Goldproduktion fällt mit 1,293 Mio. Unzen um 1 % gegenüber dem Vorquartal. Cadia, normalerweise einer der kosteneffizientesten Produzenten im Portfolio, liefert infolge des Seismikstopps nur 34.000 Unzen, ein Einbruch um rund 64 % gegenüber dem Vorquartal. Das treibt den Gold-by-product-AISC (All-In Sustaining Cost) der Mine auf 1.728 USD je Unze, während Cadia im Vorquartal noch bei negativen Kosten von minus 139 USD je Unze operierte, weil die hohen Kupfer-Nebenprodukterlöse die Goldkosten mehr als kompensierten. Auf Konzernebene steigt der Gold-by-product-AISC dadurch um 58 % auf 1.621 USD je Unze. Dabei ist der Cadia-Effekt temporär: Der Betrieb lief laut Pressemitteilung bereits Mitte Juni wieder auf Normalniveau.

Gegengewicht liefern Boddington mit 160.000 Unzen und Lihir mit 157.000 Unzen, beide mit sequenziell höherer Produktion. Peñasquito, das Polymetall-Flaggschiff in Mexiko, bleibt mit einem By-product-AISC von minus 4.352 USD je Unze der stärkste Kostendrücker im Portfolio, weil die hohen Silber- und Zinkerlöse die Goldkosten weit ins Negative ziehen. Diese Konstellation zeigt, wie stark Newmonts Kostenstruktur von der Preisentwicklung bei Buntmetallen abhängt: ein Vorteil in einem Umfeld hoher Silber- und Kupferpreise, aber auch eine strukturelle Sensitivität.

Der Rekord-Free-Cashflow für ein zweites Quartal von 2,205 Mrd. USD (Vorjahresquartal: 1,710 Mrd. USD) unterstreicht die operative Stärke trotz der Cadia-Störung. Newmont nutzt die Liquidität konsequent: Seit dem letzten Earnings-Call wurden 1,7 Mrd. USD an eigenen Aktien zurückgekauft, seit Februar 2024 hat sich die Aktienanzahl um mehr als 100 Mio. Stück oder rund 9 % reduziert. Die Bilanz endet das Quartal mit 9,0 Mrd. USD Cash und einer Netto-Cash-Position von 3,4 Mrd. USD, eine Ausgangslage, die dem Management erheblichen Spielraum lässt.

Newmont: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Die Jahresprognose bleibt unverändert: 5,26 Mio. attributable Goldunzen, Gold-by-product-AISC von 1.680 USD je Unze und ein Sustaining-Capital-Budget von 1,95 Mrd. USD. Newmont bestätigt damit die im Februar kommunizierte Guidance vollständig, angesichts des Cadia-Ausfalls ein Signal, dass die übrigen Minen die Lücke auffangen konnten. Die Produktionsgewichtung verschiebt sich leicht in die zweite Jahreshälfte (51 %), was planmäßig ist. Für das dritte Quartal erwartet das Management eine Goldproduktion auf ähnlichem Niveau wie im zweiten Quartal, bei steigendem Sustaining Capital und höheren Entwicklungsausgaben. Das Management betont dabei nüchtern, dass sich einige günstige Working-Capital-Effekte aus dem zweiten Quartal, insbesondere bei Forderungen aus Peñasquito und Cadia, in den Folgeperioden teilweise umkehren könnten. Das ist kein Warnsignal, aber ein Hinweis, dass der Free-Cashflow im dritten Quartal etwas moderater ausfallen dürfte. Der Analystenkonsens für das Gesamtjahr 2026 liegt beim EPS bei 9,43 USD, gemessen am Halbjahreswert von 5,01 USD bereinigt eine ambitionierte, aber erreichbare Messlatte, sofern der Goldpreis stabil bleibt.

Newmont (NEM) – Kursverlauf 1 Jahr

Tagesschlusskurse der Newmont-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 22,10 Mrd. USD 27,37 Mrd. USD 29,37 Mrd. USD
EPS 6,41 USD 9,43 USD 10,71 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)

Fazit: Der Rekord-Free-Cashflow von 2,2 Mrd. USD in einem Quartal, das vom unvorhergesehenen Seismikstopp in Cadia geprägt war, ist das stärkste Argument für die operative Qualität des Portfolios. Das bereinigte EPS übertrifft den Konsens, der Umsatz verfehlt ihn, beides mit demselben Ursprung: weniger Goldvolumen aus Cadia, aber höhere Margen dank des hohen Goldpreises. Die bestätigte Jahresprognose und die aggressive Aktienrückkaufpolitik stützen die Investmentstory; das KGV von rund 11 auf Basis des Trailing-Gewinns erscheint für den weltgrößten Goldproduzenten mit Netto-Cash-Bilanz moderat. Wer auf einen anhaltend hohen Goldpreis setzt, findet in Newmont ein Portfolio, das selbst unter widrigen Umständen Cashflow generiert.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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