INTEL: Stärkstes Umsatzwachstum seit 15 Jahren
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Intel meldet das stärkste Umsatzwachstum seit mehr als 15 Jahren, getrieben von einer KI-Nachfrage, die das Rechenzentrumsgeschäft regelrecht umkrempelt. Doch das GAAP-Ergebnis trübt das Bild erheblich, und wer genauer hinschaut, findet hinter den Schlagzeilen-Zahlen eine Geschichte, die differenzierter ist als der erste Eindruck.
Intel erzielt im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 16,1 Mrd. USD, ein Plus von 25 % gegenüber dem Vorjahresquartal und damit deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 14,43 Mrd. USD. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 1,6 % höher. Das bereinigte verwässerte EPS (Non-GAAP) liegt bei 0,42 USD, verglichen mit einem Verlust von 0,10 USD im Vorjahresquartal und klar über dem Konsens von 0,21 USD. Das ist ein sauberer Doppel-Beat, der operativ belegt ist.
Auf GAAP-Basis ergibt sich hingegen ein Verlust je Aktie von 2,16 USD, nach einem Verlust von 0,67 USD im Vorjahr. Der Haupttreiber dieses Ausreißers ist ein nicht zahlungswirksamer Mark-to-Market-Verlust von rund 12,5 Mrd. USD auf sogenannte Escrowed Shares, also Intel-Aktien, die im Rahmen des CHIPS-Act-Abkommens mit der US-Regierung in einem Treuhandkonto gehalten werden. Ohne diesen Bewertungseffekt sähe das GAAP-Ergebnis fundamental anders aus. Die operative Realität spiegelt das bereinigte Bild deutlich besser wider.
Die bereinigte Bruttomarge steigt von 29,7 % auf 41,8 %, das bereinigte operative Ergebnis dreht von einem Verlust von 503 Mio. USD im Vorjahr auf einen Gewinn von 2,77 Mrd. USD. Das ist keine kosmetische Verbesserung, sondern ein struktureller Turnaround in der Ertragskraft, der auf höhere Fabrikauslastung, bessere Fertigungsausbeuten und kürzere Durchlaufzeiten zurückgeht.
Das Rechenzentrum übernimmt die Führung
Das Segment Data Center and AI (DCAI) wächst um 59 % auf 6,3 Mrd. USD und ist damit der eigentliche Wachstumsmotor des Quartals. Die KI-getriebene Nachfrage nach Rechenleistung schlägt sich hier direkt nieder, und der operative Beitrag von 2,47 Mrd. USD zeigt, dass das Segment profitabel skaliert. Die Client Computing and Physical AI Group (CCPG), das klassische PC-Geschäft, wächst solider als erwartet um 13 % auf 8,9 Mrd. USD und steuert 2,34 Mrd. USD operativen Gewinn bei. Zusammen erwirtschaften die Intel Products damit 4,82 Mrd. USD operativen Gewinn.
Intel Foundry, das Auftragsfertigungsgeschäft, wächst zwar um 31 % auf 5,8 Mrd. USD, bleibt aber mit einem operativen Verlust von 2,09 Mrd. USD der strukturelle Belastungsfaktor. Die Verluste schrumpfen gegenüber dem Vorjahr deutlich, doch der Weg zur Profitabilität der Foundry ist noch lang. Wer die Intel-Investmentstory verfolgt, weiß: Hier entscheidet sich langfristig, ob das Unternehmen als ernsthafter Wettbewerber im Auftragsfertigungsmarkt bestehen kann.
Der operative Cashflow im Quartal beläuft sich auf 7,0 Mrd. USD, was die operative Stärke unterstreicht. Der bereinigte Free Cashflow ist allerdings negativ, da massive Partnerausschüttungen im Rahmen der Foundry-Finanzierungsstruktur den Mittelabfluss dominieren. Das ist kein Warnsignal, aber es zeigt, wie kapitalintensiv der Umbau Intels bleibt.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Für das dritte Quartal 2026 erwartet Intel einen Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Mrd. USD, was bei der Mittelpunktbetrachtung leicht unter dem Niveau des zweiten Quartals liegt. Das bereinigte EPS wird mit 0,38 USD prognostiziert, die bereinigte Bruttomarge mit 42,0 %. Die Guidance liegt damit deutlich über dem bisherigen Analystenkonsens und signalisiert, dass das Management die Dynamik als nachhaltig einstuft.
Der CFO klingt dabei offensiv: Intel erhöht die Investitionen in Fertigungskapazitäten, Reinräume und Substrate spürbar, um die erwartete Nachfrage in diesem und im nächsten Jahr zu bedienen. Das ist ein klares Bekenntnis zur Wachstumsstrategie, trägt aber auch das Risiko, dass die Kapitalintensität hoch bleibt, solange die Foundry-Profitabilität aussteht. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 58,8 Mrd. USD und einem bereinigten EPS von 1,11 USD, was die Quartalsdynamik als konsistent mit einer deutlichen Erholung einordnet.
Tagesschlusskurse der Intel-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 52,85 Mrd. USD | 58,80 Mrd. USD | 66,15 Mrd. USD |
| EPS | -0,06 USD | 1,11 USD | 1,64 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Der DCAI-Umsatz, der sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt hat, ist das prägende Signal dieses Quartals: Intel gewinnt im KI-Rechenzentrum tatsächlich Boden, und die operative Hebelwirkung ist real. Der massive GAAP-Verlust ist buchhalterischer Natur und sollte Anleger nicht irritieren, wer die Escrowed-Shares-Mechanik kennt. Auf der Habenseite stehen ein klarer Umsatz-Beat, ein bereinigtes EPS, das den Konsens verdoppelt, und eine Guidance, die Zuversicht ausstrahlt. Auf der Sollseite bleibt die Foundry ein Verlustgeschäft, der bereinigte Free Cashflow ist negativ, und das KGV von rund 175 auf Basis der Ist-Zahlen 2025 spiegelt wider, wie viel Erholung der Markt bereits eingepreist hat. Die Zahlen liefern der Anlagethese klaren Rückenwind, ohne dass sich der Bewertungsdruck damit auflöst.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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