SAP - Cloudwachstum fällt stärker als erwartet aus!
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- SAP SE - WKN: 716460 - ISIN: DE0007164600 - Kurs: 128,320 € (XETRA)
SAP steigerte den Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 % auf 9,88 Mrd. EUR, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Währungsbereinigt erreichte das Wachstum 11 %. Analysten hatten im Konsens mit 9,85 Mrd. EUR gerechnet.
Der Cloudumsatz legte um 22 % auf 6,28 Mrd. EUR zu und übertraf die Konsensschätzung von 6,26 Mrd. EUR geringfügig. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 24 %. Innerhalb des Cloudgeschäfts wuchs der Umsatz mit der Cloud ERP Suite um 25 % auf 5,53 Mrd. EUR, währungsbereinigt lag das Plus bei 27 %. Die Erlöse mit klassischen Softwarelizenzen (-32 %) und mit dem Software-Support (-8 %) waren dagegen erneut rückläufig, was eine Folge der beschleunigten Umstellung der Kunden auf die Cloud ist.
Besonders wichtig für Anleger ist der Current Cloud Backlog, also der Auftragsbestand im Cloudgeschäft, der die auf Sicht von zwölf Monaten vertraglich zugesagten Cloudumsätze abbildet. Dieser erhöhte sich um 27 % auf 22,93 Mrd. EUR. Währungsbereinigt erreichte SAP ein Wachstum von 26 %. Gegenüber dem ersten Quartal (währungsbereinigt +25 %) hat sich das Wachstum damit sogar wieder beschleunigt, während Analysten mit einer Verlangsamung gerechnet hatten. Allerdings profitierte das Q2-Wachstum erstmals von der Einbeziehung von Reltio, die laut SAP weniger als einen Prozentpunkt beitrug.
Bereinigtes EBIT verfehlt den Konsens
Beim Ergebnis blieb SAP hinter den Erwartungen zurück. Das bereinigte EBIT stieg um 7 % auf 2,74 Mrd. EUR, währungsbereinigt um 9 %. Analysten hatten mit 2,88 Mrd. EUR gerechnet. Die bereinigte operative Marge sank von 28,5 % auf 27,8 %.
Auf IFRS-Basis erhöhte sich das operative Ergebnis um 8 % auf 2,64 Mrd. EUR. Der Nettogewinn legte um 26 % auf 2,21 Mrd. EUR zu. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 30 % auf 1,89 EUR.
Der Free Cashflow verbesserte sich um 27 % auf 3,00 Mrd. EUR, blieb damit aber knapp unter der Konsensschätzung von 3,05 Mrd. EUR.
SAP-Chef Christian Klein zufolge kommen die Wachstumsimpulse zunehmend von der Autonomous-Enterprise-Strategie und dem KI-Geschäft. "Wir haben erneut ein Quartal mit einem starken Wachstum des Current Cloud Backlog erzielt, der währungsbereinigt um 26 % zulegte", sagte Klein laut Pressemitteilung. "Diese Entwicklung wird von unserer Autonomous-Enterprise-Strategie getragen – mit starker Dynamik sowohl in unserer Autonomous Suite als auch auf unserer Business-KI-Plattform. Kunden entscheiden sich für SAP, um präzise und regelkonforme KI-Ergebnisse zu erzielen, die in ihren geschäftskritischsten Prozessen und Daten verankert sind."
Übernahmen belasten die Gewinnprognose
SAP senkte die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis im Gesamtjahr leicht. Erwartet werden nun währungsbereinigt 11,8 bis 12,2 Mrd. EUR, entsprechend einem Wachstum von 13 % bis 17 %. Zuvor hatte der Konzern 11,9 bis 12,3 Mrd. EUR beziehungsweise ein Plus von 14 % bis 18 % angepeilt.
Als Grund nennt SAP die Übernahmen von Dremio und Prior Labs. Deren verwässernder Effekt auf das bereinigte operative Ergebnis soll sich 2026 auf mehr als 100 Mio. EUR belaufen. Beide Unternehmen sollen SAPs Position bei Datenplattformen und KI-Modellen stärken.
Die übrigen Jahresziele bleiben bestehen. Die Clouderlöse sollen währungsbereinigt auf 25,8 bis 26,2 Mrd. EUR steigen (+23 % bis +25 %), die Cloud- und Softwareerlöse auf 36,3 bis 36,8 Mrd. EUR (+12 % bis +13 %). Beim Free Cashflow werden weiter rund 10 Mrd. EUR angepeilt (2025: 8,24 Mrd. EUR). Das Wachstum des Current Cloud Backlog soll sich im Gesamtjahr leicht abschwächen (2025: 25 %). Die Prognose steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich der Konflikt im Nahen Osten kurzfristig entschärft. Zudem bremst der starke Euro: Auf Basis der Wechselkurse von Ende Juni würde das berichtete Cloudwachstum im Gesamtjahr um 1,5 Prozentpunkte und das EBIT-Wachstum um 2 Prozentpunkte gemindert.
Fazit: Die SAP-Zahlen können überzeugen. Das Cloudgeschäft und insbesondere der Current Cloud Backlog entwickelten sich im zweiten Quartal besser als erwartet. Dies spricht dafür, dass die Nachfrage nach SAPs Cloudangeboten trotz der Diskussion über eine mögliche KI-Disruption intakt bleibt und erklärt die positive nachbörsliche Kursreaktion. Dem stehen das schwächer als erwartet ausgefallene bereinigte EBIT, die rückläufige operative Marge und die leicht reduzierte Gewinnprognose gegenüber. Für die nach dem kräftigen Kursverlust unter Druck stehende SAP-Aktie dürfte vor allem das starke Wachstum des Cloud-Auftragsbestands positiv sein. Die Zahlen dürften aber alleine trotzdem nicht ausreichen, um die Sorgen der Anleger hinsichtlich Profitabilität und KI-Wettbewerb vollständig auszuräumen.
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 36,80 | 40,17 | 44,85 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 6,14 | 7,18 | 8,39 |
| KGV | 21 | 18 | 15 |
| Dividende je Aktie in EUR | 2,50 | 2,66 | 3,00 |
| Dividendenrendite | 1,95% | 2,08% | 2,34% |
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*e = erwartet, Erwartungen basieren bei |

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