Exklusive stock3 Plus Analyse: Ölpreisschock statt Entspannung? Märkte starten nervös in die Woche!
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Nach dem Scheitern der Gespräche in Islamabad und der von Washington angekündigten Seeblockade ist die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung erst einmal verflogen. Teheran warnte bereits, dass angesichts der US-Drohung kein Hafen im Persischen Golf oder dem Golf von Oman sicher vor iranischen Gegenangriffen sei. Die Aktienmärkte starteten schwächer in die neue Woche, der DAX geriet zum Auftakt unter Druck, und Brent sprang wieder über die Marke von 100 USD je Barrel. Damit rückt sofort wieder das Thema in den Vordergrund, das die Märkte seit Wochen beschäftigt: ein Energieschock mit direkten Folgen für Wachstum, Inflation und Zinsen.
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Inflationsdaten mahnen zur Vorsicht
Für die Notenbanken bedeutet die aktuelle Situation eine heikle Gemengelage. Wegen der stark gestiegenen Öl- und Gaspreise erhöhte sich die vorläufige Inflationsrate in der Eurozone im März bereits auf 2,5 %, von 1,9 % im Februar. In den USA beschleunigte sich die Verbraucherpreisinflation im März auf 3,3 %, den höchsten Stand seit Mai 2024. Zugleich preisen die Märkte inzwischen wieder einen restriktiveren Zinspfad der Notenbanken ein.
Am Dienstag werden in den USA die Produzentenpreise für März veröffentlicht. Gerade nach dem jüngsten Energiepreisschub dürfte dabei besonders genau darauf geachtet werden, ob sich der Inflationsdruck entlang der Produktionskette weiter erhöht, auch wenn natürlich entscheidend bleibt, wie schnell die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet wird. Die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Öffnung ist durch die jüngsten Entwicklungen deutlich gesunken.
Zur Wochenmitte folgen am Mittwoch die Industrieproduktionsdaten der Eurozone für Februar sowie der regionale Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed, das sogenannte Beige Book. Am Donnerstag kommen aus China Daten zur Wirtschaftsleistung im ersten Quartal sowie die März-Zahlen zu Industrieproduktion und Einzelhandel. In Europa folgen am selben Tag die endgültigen Inflationsdaten für März und das Protokoll der EZB-Sitzung vom 18./19. März. Aus den USA kommen am Nachmittag noch die Daten zur Industrieproduktion.
Die China-Daten stehen besonders im Fokus: Das Wachstum dürfte sich den Erwartungen zufolge im ersten Quartal wieder etwas beschleunigt haben, allerdings dürfte das Risiko für einen erneuten Rückschlag angesichts höherer Energiepreise und einer durch den Iran-Krieg sinkenden globalen Nachfrage hoch sein.
Die Berichtssaison beginnt mit den US-Banken, ASML und Netflix
In den USA beginnt die Berichtssaison für das erste Quartal. Den Auftakt machen vor allem Banken und Finanzwerte, u.a. mit Goldman Sachs (Montag), JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup und BlackRock (Dienstag), Bank of America, Morgan Stanley und PNC Financial (Mittwoch), Charles Schwab, Bank of New York Mellon und US Bancorp (Donnerstag) sowie mehreren Regionalbanken, u.a. am Freitag.
Abseits des Finanzsektors legen in der laufenden Woche u.a. der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (Dienstag), der europäische Halbleiterausrüster ASML (MIttwoch) sowie der Streaminganbieter Netflix und der Konsumgüteranbieter PepsiCo Quartalszahlen vor.
Besonders wichtig dürften diesmal die Ausblicke sein. Nach dem jüngsten Energiepreisschub wird der Markt sehr genau darauf achten, wie Unternehmen ihre Erwartungen für Nachfrage, Margen, Investitionen und Kostenentwicklung anpassen. Steigende Energie-, Transport- und Finanzierungskosten könnten die Tonlage der Berichtssaison dieses Mal prägen.
Hierzulande stehen keine großen Quartalsberichte aus dem DAX an, ganz ohne Unternehmensimpulse bleibt die Woche aber nicht. Mercedes-Benz hält am Montag einen Pre-Close-Call zum ersten Quartal ab, BMW folgt am Dienstag mit einer entsprechenden Telefonkonferenz. Hinzu kommt am Donnerstag die Hauptversammlung von Mercedes-Benz.
Fazit: Unter dem Strich spricht vieles für eine Woche, in der der Ölpreis die Richtung vorgibt und alle anderen Themen daran gemessen werden. Selbst gute Unternehmenszahlen dürften nur begrenzt helfen, solange die Energiepreise hoch bleiben und die Märkte weitere Inflationsfolgen einpreisen.
Erstveröffentlichung: 13. Apr. 2026 um 12:50 Uhr von Oliver Baron



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