Exklusive stock3 Plus Analyse: Notenbanken dürften Zinspause einlegen
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Für Anleger und Trader, die sich gerne an der Wall Street tummeln, beginnt die neue Börsenwoche mit einer wichtigen Veränderung: Durch die Zeitumstellung am gestrigen Sonntag finden US-Termine aus deutscher Sicht diese Woche eine Stunde früher als gewohnt statt. Während Deutschland bereits zur Winterzeit zurückgekehrt ist, stellen die USA ihre Uhren erst am kommenden Sonntag um. Der Zeitabstand zur US-Ostküste beträgt deshalb vorübergehend fünf statt sechs Stunden. Der reguläre US-Aktienhandel beginnt deshalb um 14.30 Uhr deutscher Zeit und endet bereits um 21.00 Uhr. Wichtige Konjunkturdaten erscheinen um 13.30 Uhr und der Fed-Zinsentscheid am Mittwoch wird um 19.00 Uhr verkündet. Aber Achtung: Bereits in der nächsten Woche gelten wieder die gewohnten US-Zeiten!
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DAX erholt sich, Trendmatrix mahnt zur Vorsicht
Nach einem Wochenverlust von 1,7 Prozent legt der DAX am Montag zunächst wieder zu. Die zuletzt sehr hohen Ölpreise geben etwas nach. Frankreich bleibt angesichts seiner angespannten Haushaltslage und der Proteste ein Unsicherheitsfaktor, auch wenn Moody’s die Kreditwürdigkeit des Landes vorerst bestätigt hat.
Die Trendmatrix mahnt angesichts ihrer gemischten Signallage zur Vorsicht. Aktuell stehen die Börsenampeln nirgendwo uneingeschränkt auf grün.
Fed und EZB: Zinspause mit offenem Ausblick
Bei den Zinssitzungen von EZB und Fed in dieser Woche dürften die Leitzinsen unverändert belassen werden. Sowohl die Fed als auch die EZB hatten ihre Zinsen im September um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die US-Leitzinsspanne liegt seither bei 3,75 % bis 4,00 %, der maßgebliche Einlagensatz der EZB bei 2,50 %.
Beim Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwochabend wird deshalb vor allem interessieren, wie deutlich Fed-Chef Kevin Warsh weitere Schritte gegen die Inflation in Aussicht stellt. Der Zinsentscheid wird um 19:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht, die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh beginnt um 19.30 Uhr.
Die EZB veröffentlicht ihren Zinsentscheid am Donnerstag um 14.15 Uhr, die Pressekonferenz mit Christine Lagarde folgt um 14.45 Uhr. Der Zielkonflikt zwischen Inflation und Wirtschaftswachstum bleibt ausgeprägt: Die Inflation im Euroraum lag im September bei 3,8 %, was deutlich über dem 2%-Ziel liegt und damit weitere Zinserhöhungen rechtfertigen würde. Zugleich gefährden allerdings die gestiegenen Energiekosten und höhere Zinsen die wirtschaftliche Erholung. Die EZB steht deshalb keineswegs vor einer leichten Entscheidung.
Wachstum und Inflation liefern den nächsten Realitätscheck
Am Donnerstag um 13.30 Uhr wird die erste Schätzung zum US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal veröffentlicht, zudem erscheinen die September-Daten zu Einkommen, Konsumausgaben und PCE-Inflation. Mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate von 3,2 % dürfte die US-Wirtschaft auch im dritten Quartal kräftig gewachsen sein, getrieben von den hohen KI-Investitionen.
Für die PCE-Kerninflationsrate, die Energie und Nahrungsmittel ausklammert und als wichtigster Inflationsmaßstab der US-Notenbank Fed gilt, werden 3,1 % erwartet. Ein kräftiges Wachstum bei hartnäckigem Preisdruck wäre für den Aktienmarkt kein uneingeschränkt positives Signal: Es würde die Ertragsaussichten der Unternehmen stützen, zugleich aber den Spielraum der Fed für eine längere Zinspause begrenzen.
Am Freitag folgen die Wachstumszahlen für Deutschland um 10.00 Uhr und für den Euroraum um 11.00 Uhr. Die Konsensprognosen liegen bei einem Quartalsplus von lediglich 0,1 beziehungsweise 0,2 %. Auch wenn die deutsche Wirtschaft sich also auf Erholungskurs befindet, wie auch das heute veröffentlichte ifo-Geschäftsklima bestätigt, fällt das Wachstum hierzulande bisher verhalten aus. Ebenfalls am Freitag werden die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für Oktober veröffentlicht. Erwartet wird ein Rückgang der Jahresinflationsrate auf 3,0 %, was aber weiter deutlich über dem EZB-Ziel liegt.
Quartalszahlen: Cloud-Erträge und Industriemargen zählen
Bei den Unternehmensberichten stehen Microsoft und Alphabet am Mittwoch nach US-Börsenschluss sowie Amazon am Donnerstagabend im Fokus. Microsoft berichtet über das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2027, Alphabet und Amazon über das dritte Kalenderquartal. Die Quartalszahlen treffen auf eine Debatte über die Rentabilität der hohen KI-Investitionen und Finanzierungssorgen bei den Neoclouds, die durch Aussagen von Elon Musk noch befeuert wurden.
Auch im DAX gewinnt die Berichtssaison an Fahrt: Am Dienstag legt Porsche Zahlen vor. Am Mittwoch folgen unter anderem BASF, Deutsche Bank, Mercedes-Benz und Airbus, am Donnerstag Volkswagen und adidas. Bei den Autobauern stehen Absatzzahlen und Sparmaßnahmen im Vordergrund. BASF liefert Hinweise darauf, wie sich industrielle Nachfrage und hohe Energiekosten im Chemiesektor entwickeln. Bei der Deutschen Bank sind neben den Erträgen die Kostenentwicklung und die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle relevant.
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2026 um 13:20 Uhr von Oliver Baron





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