Kommentar
09:34 Uhr, 26.10.2026

Musk warnt vor "Massensterben" bei Neoclouds

SpaceX hat sich 40 Mrd. USD von den Kreditmärkten geliehen, um KI-Prozessoren (GPUs) zu kaufen. Gleichzeitig warnt Elon Musk von einem Massensterben bei Neocloud-Anbietern.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US84615Q1031Kopiert
    Kursstand: 147,490 $ (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke
  • ISIN: US21873S1087Kopiert
    Kursstand: 54,235 $ (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • SpaceX - WKN: A42D4F - ISIN: US84615Q1031 - Kurs: 147,490 $ (Nasdaq)
  • CoreWeave Inc. - WKN: A413X6 - ISIN: US21873S1087 - Kurs: 54,235 $ (Nasdaq)

Elon Musk hat vor einer Pleitewelle unter spezialisierten Anbietern von KI-Rechenleistung gewarnt. Auf X schrieb der SpaceX- und Tesla-Chef, die Kreditmärkte hätten sich in den vergangenen Wochen für Unternehmen ohne erhebliche Einnahmen außerhalb von KI-Rechenzentren nahezu vollständig verschlossen. Gleichzeitig besorgte sich SpaceX einen Kredit über 40 Mrd. USD, um damit KI-Prozessoren (GPUs) zu beschaffen, wie Musk bestätigte.

Musk erwartet Konsolidierung bei Neoclouds

Besonders gefährdet sind aus Musks Sicht die mehr als 200 sogenannten Neocloud-Anbieter. Diese Unternehmen vermieten spezialisierte GPU-Rechenkapazitäten an KI-Entwickler und andere Kunden.

"Seit einigen Wochen haben die Kreditmärkte den Zugang zu Geld für Unternehmen, die keine erheblichen Einnahmen unabhängig von KI-Rechenzentren erzielen, fast vollständig dichtgemacht", schrieb Musk auf seiner Social-Media-Plattform X.

"Das bedeutet, dass es unter den mehr als 200 Neocloud-Anbietern zu einem Massensterben wie bei Guppys und zu einer Konsolidierung kommen wird. Einige werden durchkommen, aber nicht viele."


stock3 Select 3 Experten-Depots

SpaceX sichert sich 40 Mrd. USD

SpaceX hat nach Musks Angaben dagegen eine Fremdfinanzierung über 40 Mrd. USD abgeschlossen. Das Geld soll überwiegend den Kauf von Grafikprozessoren für KI-Anwendungen finanzieren, deren Lieferung für das erste und zweite Quartal 2027 vorgesehen ist. Ein Großteil der Schulden könne unter bestimmten Bedingungen vorzeitig zurückgezahlt werden.

"SpaceX hat eine Fremdfinanzierung über 40 Milliarden US-Dollar für GPUs abgeschlossen. Allerdings haben wir eine Investment-Grade-Bonität und Einnahmen aus Starlink und Raketenstarts", schrieb Musk.

In einer weiteren Antwort erläuterte Musk, dass es sich bei den aufgenommenen Krediten "hauptsächlich um vorzeitig rückzahlbare Schulden für den Kauf von GPUs" handelt, "die im ersten und zweiten Quartal geliefert werden".

KI-Ausbau treibt die Verschuldung

Der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur wird überwiegend auf Pump finanziert. Für Rechenzentren und Hochleistungschips nehmen Unternehmen hohe Schulden auf, während die erhofften Erträge vieler Investitionen noch ausstehen. Wie angespannt die Lage bereits ist, zeigt der KI-Cloud-Anbieter CoreWeave, dessen Schulden inzwischen auf rund 50 Mrd. USD angewachsen sind. Angesichts steigender Zinsen und der Unsicherheit künftiger Erträge kletterten die Renditen einzelner CoreWeave Anleihen zuletzt auf über 15 %. Dies ist ein deutliches Signal für das gestiegene Misstrauen der Anleger.

Auch die großen Technologiekonzerne nehmen erhebliche Summen am Kapitalmarkt auf. Amazon, Alphabet, Meta Platforms und Oracle begaben bis zum 7. Juli 2026 Anleihen im Volumen von rund 194 Mrd. USD. Im gesamten Jahr 2025 waren es 108 Mrd. USD, wie aus einer Reuters-Auswertung von LSEG-Daten hervorgeht.

Morgan Stanley schätzte im Juni, dass die weltweiten KI-bezogenen Schuldenemissionen 2026 fast 570 Mrd. USD erreichen könnten, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Investitionsausgaben von Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta dürften der Bank zufolge 2026 auf 700 Mrd. USD steigen und 2027 die Marke von 1 Bio. USD überschreiten.

Gleichzeitig wachsen die Zahlungsverpflichtungen der Technologiekonzerne, die bisher gar nicht in der Bilanz auftauchen. Meta hat sich inzwischen zu künftigen Zahlungen aus Leasingvereinbarungen und anderen Verträgen von insgesamt rund 825 Mrd. USD verpflichtet, wie im Zuge der in der vergangenen Woche veröffentlichten Quartalszahlen bekannt wurde. Ein großer Teil der enormen Summe dient dem Ausbau der KI-Infrastruktur. Bei Anthropic liegen die künftigen Verpflichtungen für Cloudkapazitäten und angemietete Chips bei mehr als 600 Mrd. USD, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf einen Entwurf des Börsenprospekts berichtete.

Fazit: Musks Warnung richtet den Blick auf eine zentrale Schwachstelle des KI-Booms: Hohe Nachfrage nach Rechenleistung allein reicht nicht aus, wenn die Märkte nicht mehr bereit sind, immer neue Kredite für die Expansion bereitzustellen. Besonders anfällig erscheinen hoch verschuldete Neocloud-Anbieter. Die enormen künftigen Zahlungsverpflichtungen u.a. bei Meta und Anthropic zeigen allerdings, dass auch die großen Tech-Konzerne und die Modellanbieter erhebliche finanzielle Risiken eingehen.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

1 Kommentar

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen
  • masi123
    masi123

    Es bestätigt sich, dass das KI-Wachstum und viele Unternehmen auf Krediten basieren. Letztlich steuern also die großen Banken zusammen mit den Rating-Agenturen, wem sie weiter Kredit und ein Investment-Grade geben und wen man fallen lässt. Für die Privatanleger sind die Entscheidungsprozesse dabei ziemlich intransparent.

    09:48 Uhr, 26.10.