Exklusive stock3 Plus Analyse: Iran-Krieg, Fed-Entscheid und Big-Tech-Zahlen im Fokus!
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Die USA haben ihre fast zwei Wochen andauernde Angriffswelle auf den Iran vorerst beendet und es zeichnen sich neue Verhandlungen ab. Am Ölmarkt sorgt das für deutliche Entspannung: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet zum Wochenstart rund 86 USD, nachdem der Preis am Donnerstag noch bei 100 USD gelegen hatte.
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Alles im grünen Bereich!
Die Aktienmärkte reagieren erleichtert auf die Entspannung im Iran-Konflikt. Angeführt von Europa hellt sich das Trendbild wieder auf. Der Euro Stoxx 50 dreht kurzfristig in den Aufwärtstrend und steht damit als einziger Index auf allen drei Zeitebenen im grünen Bereich. Auch der DAX verbessert sich gleich doppelt: Kurzfristig hat er den Abwärtsmodus hinter sich gelassen, mittelfristig gelingt ihm der Sprung aus der Seitwärtsphase in den Aufwärtstrend. Einzig langfristig steckt er noch in der Seitwärtsphase fest. Damit zeigen sechs der sieben beobachteten Indizes mittelfristig nach oben. In den USA und Japan hält die Verschnaufpause dagegen an: Nikkei 225, Nasdaq-100 und S&P 500 bleiben kurzfristig im Abwärtstrend, der Dow Jones in der Seitwärtsphase. Bei intakten mittel- und langfristigen Aufwärtstrends kann das weiter als Konsolidierung interpretiert werden, so dass auch hier eine baldige Aufhellung nicht unwahrscheinlich sein dürfte. Der Hang Seng bleibt der Sonderfall: Kurzfristig erneut der stärkste Index und dicht an seine 200-Tage-Linie herangerückt, verharrt er mittelfristig im Abwärtstrend.
Erhöht die Fed unter Warsh die Zinsen?
Das Highlight der Woche steht am Mittwochabend an: Um 20:00 Uhr verkündet die US-Notenbank Fed ihren Zinsentscheid, um 20:30 Uhr tritt Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse. Das Zielband für die Fed Funds Rate liegt seit Dezember 2025 unverändert bei 3,50 bis 3,75 %. Laut dem FedWatch Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Zinspause bei ungefähr zwei Dritteln.
Spannender als der Entscheid selbst dürfte die Kommunikation werden. Der Offenmarktausschuss (FOMC) zeigte sich zuletzt tief gespalten. An den Terminmärkten gilt eine Zinserhöhung im September inzwischen als weitgehend eingepreist. Anleger dürften die Pressekonferenz deshalb vor allem daraufhin abklopfen, ob Warsh die Tür für eine Anhebung nach der Sommerpause offen lässt. Einen ausführlichen Artikel zu den Erwartungen an den Fed-Zinsentscheid gibt es hier: Fed-Zinsentscheid: Sorgt Warsh für eine Überraschung?
Neben der Fed tagen weitere Notenbanken: Am Donnerstag entscheidet die Bank of England (13:00 Uhr) über ihre Geldpolitik, am Freitag folgt die Bank of Japan.
Auch Konjunkturdaten werden im Wochenverlauf wichtig. Bereits am Tag nach dem Fed-Zinsentscheid folgt mit dem PCE-Preisindex für Juni (14:30 Uhr) der nächste geldpolitische Härtetest. Bei der von der Fed besonders beachteten Kernrate wird mit unverändert 3,4 % gerechnet – dem höchsten Stand seit Oktober 2023. Ein monatlicher Anstieg von höchstens 0,2 % gilt am Markt als Schwelle, um weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr vom Tisch zu halten.
Unterdessen hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Juli bereits deutlich verbessert. Das ifo-Geschäftsklima stieg von revidierten 85,7 Punkten im Juni auf 86,6 Punkte, wie das ifo-Institut am Montag mitteilte. Es handelt sich um den dritten Anstieg in Folge und den höchste Stand seit Februar.
Ökonomen hatten lediglich mit 86,0 Punkten gerechnet. Für Auftrieb sorgten vor allem die Geschäftserwartungen: Der entsprechende Teilindex kletterte von 84,3 auf 86,7 Punkte. Die aktuelle Lage bewerteten die rund 9.000 befragten Unternehmen mit 86,5 Punkten nach 87,0 Punkten im Vormonat dagegen etwas schlechter. Ifo-Präsident Clemens Fuest sprach von einer deutschen Wirtschaft, die sich trotz der Unsicherheit am Persischen Golf „weniger pessimistisch“ zeige. Eine belastbare konjunkturelle Trendwende lässt sich aus den Zahlen jedoch noch nicht ableiten, immerhin liegt das ifo-Geschäftsklima im langjährigen Vergleich weiter auf einem niedrigen Niveau.
Am Montagnachmittag folgen die US-Auftragseingänge für langlebige Güter (14:30 Uhr), die als Gradmesser für die Investitionstätigkeit der US-Wirtschaft gelten. Zum Datenhöhepunkt wird der Donnerstag: Deutschland (10:00 Uhr), die Eurozone (11:00 Uhr) und die USA (14:30 Uhr) veröffentlichen erste BIP-Schätzungen für das zweite Quartal. Die US-Wirtschaft dürfte dank der KI-Investitionen und des robusten privaten Konsums mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 2,3 % gewachsen sein. Ebenfalls am Donnerstag stehen die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für Juli an (14:00 Uhr): Erwartet wird eine Jahresrate von 2,7 %, wobei das Auslaufen des Tankrabatts im Monatsvergleich zu einem starken Preisanstieg geführt haben dürfte. Am Freitag folgen die vorläufigen Verbraucherpreise für die Eurozone (11:00 Uhr). Hier dürfte die Teuerung dank günstiger Basiseffekte bei Energie und Lebensmitteln geringfügig auf 2,7 % nachgeben. Abgerundet wird die Woche von den offiziellen Einkaufsmanagerindizes aus China, den deutschen Arbeitsmarktdaten (9:55 Uhr) und dem US-Beschäftigungskostenindex (14:30 Uhr) am Freitag.
Big Tech in der Bringschuld
Im Technologiesektor setzte sich die Korrektur zuletzt fort. Gestiegene Anleiherenditen und Zweifel daran, ob sich die gewaltigen KI-Investitionen der großen Tech-Konzerne jemals auszahlen werden, belasten den Sektor. Allerdings ist es den US-Unternehmen in den vergangenen Quartalen immer wieder gelungen, die ohnehin hohen Markterwartungen zu übertreffen. Die Gelegenheit dazu erhalten sie nun erneut, denn die anstehende Woche ist die mit Abstand wichtigste der laufenden Berichtssaison. Am Mittwoch nach US-Börsenschluss berichten Microsoft und Meta, am Donnerstag folgen Amazon und Apple.
Entscheidend für die Finanzmärkte dürften weniger die Vergangenheitszahlen sein als die Investitionsausblicke sein: Bei Microsoft stehen KI-Investitionen von rund 190 Mrd. USD im Raum, bei Amazon sind es sogar rund 200 Mrd. USD. Die milliardenschweren Ausgabenpläne bleiben dabei ein zweischneidiges Schwert: Zuletzt reagierten die Aktienkurse mitunter negativ auf neue Capex-Ankündigungen, weil Anleger an deren Finanzierbarkeit zweifeln.
Gespannt blicken Anleger auch auf das Wachstum der Cloud-Sparten: Microsoft hat für Azure ein währungsbereinigtes Plus von 39 bis 40 % in Aussicht gestellt, die Amazon-Tochter AWS war zuletzt mit 28 % so stark gewachsen wie seit 15 Quartalen nicht mehr. Bei Apple richtet sich der Blick neben der iPhone-Nachfrage und dem China-Geschäft auch auf eine Personalie: Möglicherweise ist es eine der letzten Zahlenvorlagen unter der Regie des langjährigen CEO Tim Cook.
Neben den Schwergewichten berichten in den USA unter anderem Boeing, Coca-Cola, PayPal, Visa und Ford (Dienstag), Qualcomm, Lam Research und Arm (Mittwoch), Mastercard und Coinbase (Donnerstag) sowie ExxonMobil und Chevron (Freitag). In Asien öffnen mit SK Hynix (Dienstag) und Samsung Electronics (Donnerstag) zwei weitere KI-Profiteure ihre Bücher.
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Mercedes-Benz, BMW und Deutsche Bank öffnen die Bücher
Auch hierzulande läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. Nach dem enttäuschenden Quartal von Volkswagen richtet sich der Blick vor allem auf die übrigen Autobauer: Mercedes-Benz legt am Dienstag Zahlen vor, die Porsche AG folgt am Mittwoch und BMW am Donnerstag. Ebenfalls zur Wochenmitte öffnen die Deutsche Bank und BASF ihre Bücher. Am Donnerstag wird es dann richtig voll: Unter anderem berichten Adidas, MTU Aero Engines, Symrise, Heidelberg Materials und Knorr-Bremse, am Freitag folgen Siemens Healthineers und Puma. Zum heutigen Wochenauftakt stehen bereits Zahlen von Audi und dem DAX-Neuling Hochtief an.
In Europa legen unter anderem LVMH (Montag), UBS, Airbus und Hermès (Mittwoch) sowie Shell, Rolls-Royce und Sanofi (Donnerstag) ihre Zahlen vor.
Für einen Farbtupfer sorgt zudem ein Börsengang: Am Dienstag feiert das Photovoltaik-Unternehmen Helios Solar seinen ersten Handelstag im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.
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Erstveröffentlichung: 12:41 Uhr, 27.07.2026 von Oliver Baron





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