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Europäischer Bankensektor: Konsolidierungswelle in Sicht

Die Ergebnisse der EZB-Aktiva-Qualitätsprüfung könnten nach Meinung von Guy de Blonay, Co-Fondsmanager des Jupiter Global Financials SICAV Fonds, unter Europas mittelgroßen Banken eine Konsolidierungswelle auslösen.

London (BoerseGo.de) - Die Ergebnisse der Aktiva-Qualitätsprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) werden im weiteren Jahresverlauf erwartet. Diese könnten unter Europas mittelgroßen Banken eine Konsolidierungswelle auslösen, wie Guy de Blonay, Co-Fondsmanager des Jupiter Global Financials SICAV Fonds, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Im Zuge der größeren Risikobereitschaft bei Anlegern und attraktiverer Aktienbewertungen hätten die Aktivitäten bei Fusionen und Firmenübernahmen (M&A) in den letzten Monaten weltweit deutlich angezogen. Größere Banken verfügten jedoch nur über einen begrenzten Spielraum für M&A-Aktivitäten. Gerade in der Eurozone finde ein Großteil der zu beobachtenden M&A-Tätigkeit in einem deutlich kleineren Rahmen statt. Als wichtiger Impulsgeber für eine Konsolidierung würden die Ergebnisse der von der EZB durchgeführten Prüfung der Aktiva-Qualität (Asset Quality Review) fungieren, deren Veröffentlichung im September oder Oktober erwartet würden. Die Prüfung sei lediglich ein Element der weitreichenden und umfassenden Bewertung durch die EZB, bevor diese im November 2014 offiziell die Verantwortung für die Bankenaufsicht im Rahmen des einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism) übernehme. Diese Bewertung umfasse eine gründliche Qualitätsprüfung der Aktiva der Institute, die die EZB direkt beaufsichtigen werde, heißt es weiter.

„Oberstes Ziel ist es, eine größere Transparenz zu schaffen und letztendlich das Vertrauen in die europäischen Banken wiederherzustellen. Kaufwillige Unternehmen wollen sich zunächst ein genaues Bild über die Situation potenzieller Transaktionspartner machen, bevor sie aktiv werden. Sobald die Ergebnisse der Aktiva-Qualitätsprüfung feststehen, rechnen wir deshalb damit, dass insbesondere die größeren Banken diese Daten für ausgewählte Zukäufe schwächerer Mitbewerber nutzen und so im europäischen Bankensektor eine neue Konsolidierungswelle auslösen werden“, so de Blonay.

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Über den Experten

Tomke Hansmann
Tomke Hansmann
Redakteurin

Nach ihrem Studium und einer anschließenden journalistischen Ausbildung arbeitet Tomke Hansmann seit dem Jahr 2000 im Umfeld Börse, zunächst als Online-Wirtschaftsredakteurin. Nach einem kurzen Abstecher in den Printjournalismus bei einer Medien-/PR-Agentur war sie von 2004 bis 2010 als Devisenanalystin im Research bei einer Wertpapierhandelsbank beschäftigt. Seitdem ist Tomke Hansmann freiberuflich als Wirtschafts- und Börsenjournalistin für Online-Medien tätig. Ihre Schwerpunkte sind Marktberichte und -kommentare sowie News und Analysen (fundamental und charttechnisch) zu Devisen, Rohstoffen und US-Aktien.

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