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Erst Crash, dann Rebound – so erlebt unser Büro die Turbulenzen

Ein spannendes Interview mit Kollegen aus dem GodmodeTrader-Team zum gestrigen DAX-Crash. Lesen Sie was hinter den Kulissen passierte.

An den Märkten herrscht Chaos. Dax, Dow Jones, Nikkei, Sie alle sind am Montag dramatisch eingebrochen. Rocco Gräfe sprach vom Dax im freien Fall, Harald Weygand vom absoluten Wahnsinn an den Aktienmärkten und beim Kollegen Rene Berteit gingen gar die Lichter auf dem Börsenparkett aus. Am Dienstag dann ein sehr positiver Handelsverlauf – die Wetten auf den Rebound gingen auf.

Doch wie sieht so eine dramatische Kursbewegung hinter den Kulissen aus? Ich habe die Gelegenheit genutzt und meine Kollegen gefragt, wie sie den gestrigen Tag erlebt haben. Hier das Interview:

Norman: Thomas May an was denkt ein Chefredakteur, wenn der Dax plötzlich 1.000 Punkte nach unten rutscht und dann am nächsten Tag wieder mit ebenso vielen Punkten kontert.

Thomas: Hoffentlich gehen uns die Superlative nicht aus! <schmunzeln> Nein im ernst, da heißt es wie beim Trading diszipliniert zu sein und Ruhe zu bewahren. Wie in jeder Redaktion arbeiten wir mit einem straffen Redaktionsplan. Der ganze schöne Plan muss bei einem solchen Crash wie gestern über Bord geworfen werden und Aufgaben neu verteilt werden. Den Tag hab ich also am Telefon, in unserem Hausinternen Chatsystem und in vielen Meetings verbracht. Und ja, es wurde etwas später, aber es hat sich trotz aller Hektik gelohnt.

Norman: Wie wirkt sich dieser Einsatz auf die Zugriffszahlen aus? Was bedeuten 5 Prozentpunkte Minus gestern bzw. 5 Prozentpunkte Plus im DAX für GodmodeTrader?

Thomas: Glücklicherweise mehr Zugriffe! Aber ehrlich gesagt konnte ich es heute Morgen selber kaum glauben, wie groß das Interesse der Leser war. 92 Prozent öfter wurden gestern unsere Chartanalysen gelesen als sonst. Das ist schon eine Hausnummer! Und da freu ich mich besonders, dass gerade an solchen schwierigen Tagen die Leser bei uns, und nicht etwa wo anders, nach aktuellen Informationen suchen.

Norman: Die nächste Frage geht an Jochen Stanzl. Jochen, jeden Morgen um Punkt acht Uhr gibt’s dich mit deiner Sendung Godmorning! zu sehen. Wie bereitet man sich auf eine vorbörsliche Sendung vor, wenn quasi noch alles in den Sternen steht?

Jochen: Ruhe bewahren. Ich habe vor Entwicklungen wie diesen vor Tagen und Wochen und Monaten gewarnt. Ich habe mir schon den Beinamen "Drama Queen" auf meinem Desktop auf Guidants eingehandelt. Die Charts weisen den Weg, genauso wie die Intermarketanalyse. Was tun, wenn die Zinsen jetzt noch sicherer als vorher tief bleiben? DAX-Aktien unter 9500 verkaufen? Eher nicht. Ich habe für Guidants PROmax rechtzeitig gekauft. Ich freue mich, dass ich so viele Zuschauer (mittlerweile über 5.000!) über mein tägliches GodMorning!-Video über die neuesten Ereignisse informieren darf.

Norman: Bastian Galuschka, du beschäftigst dich ja intensiv mit dem US-Markt. Auch gestern. Hat man es als Analyst einfacher, wenn Asien schon gelaufen ist und in Europa der Handelsschluss bevor steht?

Bastian: Das wäre schön! Tatsache ist, dass die Volatilität gestern auch in den späten Abendstunden noch extrem hoch war. Zum Börsenschluss in den USA kam es erneut zu einem Abverkauf, dass hätte man mit einem Blick auf Nikkei oder DAX nicht vorhersehen können. Der DAX hatte sich ja gestern in den letzten Handelsminuten wieder ein wenig erholt. Klar, heute Nacht ist Asien wieder positiv in den Handel gestartet und dieser allgemeine Trend hat große Auswirkungen auf den Rest der Börsen. Nichtdestotrotz muss ich auch meine US-Analysen immer ganz individuell vorbereiten, da führt kein Weg dran vorbei.

Norman: Henry Philippson wir haben es von Jochen und Thomas schon gehört, in solchen spannenden Phasen rufen deutlich mehr Nutzer eure Analysen ab. Hat man in so einer Situation Angst, daneben zu liegen?

Henry: Wenn das der Fall wäre, hätten wir den falschen Job. Chartanalysen sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Auch wir haben keine perfekte Glaskugel, sondern eben "nur" viel Know-How, Erfahrung und das richtige Handwerkszeug. Genau deswegen arbeiten wir ja auch mit Wahrscheinlichkeiten und geben immer mindestens zwei Szenarien an. Allerdings merkt man an Tagen wie heute oder gestern ganz eindeutig, dass in unserer Redaktion eine deutlich aufgeregtere Stimmung herrscht. Wie geht’s jetzt weiter? Wer weiß was? Der Austauschbedarf unter den Kollegen ist dann deutlich größer.

Norman: Daniel Kühn, wie sieht das mit der Reaktion der Kunden aus? Bei solchen Kursbewegungen verlieren auch viele Anleger Geld. Wie geht man damit um?

Daniel: Natürlich laufen da schon einmal die Emotionen hoch, aber dafür haben wir ein kompetentes Team im Kundenservice, dass auch in Stresssituationen gute Arbeit leisten kann. Fest steht aber auch, dass gestern bei uns die Telefone quasi nicht mehr still standen. Da kann es dann auch mal passieren, dass Kundenfeedback mit etwas größerer Verzögerung bearbeitet wird. In Zahlen sind 132% mehr Anfragen eingegangen. Damit können wir nur schwer planen!

Norman: Martin, du bist für die Kursdaten hier bei GodmodeTrader zuständig. Gestern gab es im gesamten Tagesverlauf immer wieder Probleme. Woran lag das?

Martin: Jo, mit den Kursen gab es gestern schwere Probleme. Natürlich besonders ärgerlich an so einem Tag wie gestern, an dem die gesamte Welt auf die Börsenticker schaut. Woran lag es? Nicht an uns, sondern höchstwahrscheinlich an unseren Kurslieferanten. Wir suchen noch nach den genauen Gründen. Wenn der DAX 3, 4 oder 5 Prozent fällt, dann steigen die Abfragen ins Gigantische. Allein auf GodmodeTrader wurde der Dax Performance Index 265 Prozent häufiger aufgerufen als an einem normalen Montag! Wir sind aber bei weitem nicht die einzige Seite, die Kurse von der Deutschen Börse darstellt. So ein Traffic zwingt dann schnell auch die Hardware der Kurslieferraten in die Knie.

Norman: Sanja, als verantwortliche für unsere Newsletter kennen dich die meisten Leser des GodmodeTrader Blogs schon von unserem letzten Interview. Wie schnell war dir gestern bewusst, dass wir mit einer Sonderausgabe reagieren müssen.

Sanja: Gleich ganz in der Früh. Genau das ist doch unser Anspruch mit dem GodmodeNewsletter: Egal ob auf GodmodeTrader oder an den Märkten etwas Wichtiges passiert, als Abonnent erfahren Sie es garantiert. Mittlerweile profitieren mehr als 25.000 von diesem Service! Natürlich wird es in da auch mal hektisch, gerade auch weil bei einem Crash eigentlich niemand in der Redaktion Zeit hat. Da zahlt es sich schon aus, dass wir mittlerweile so ein eingespieltes Team sind.

(das Interview wurde heute Morgen in den Büroräumen der BörseGo AG geführt)

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Ein Börsencrash aus Sicht der IT

Spannend ist auch die Frage, wie so ein Crash für die Technik hinter dem Portal GodmodeTrader aussieht. Als Produktmanager habe ich natürlich insbesondere auf diesen Bereich unseres Börsenportals ein waches Auge. In den vergangenen Monaten hat sich unsere Seite stark verändert. Ein Blick in unser Versions-Archiv zeigt wie sehr! Das alles geschah unter anderem auch vor dem Hintergrund, solche Extremsituationen zu meistern.

Rund 103 Prozent mehr Leute waren gestern auf GodmodeTrader unterwegs. Bei aktuell 28 Millionen Pageimpressions pro Monat sprechen wir da nicht von Peanuts. Glücklicherweise ist unsere Soft- und Hardware mittlerweile auf einem Stand, dass selbst so ein extremer Traffic-Zuwachs noch ohne Beeinträchtigungen gemeistert werden kann.

Was hinter so einer Website alles passiert, ist für viele Leser wahrscheinlich nicht so ganz nachvollziehbar. Das Internet funktioniert für viele eben „einfach“. Tatsächlich stehen aber hinter GodmodeTrader Investitionen in Server und Software in Höhe von mehreren Millionen Euro. Trotz Caching war auf unseren Serven gestern eine Last, die um 71 Prozent höher war als der Durchschnitt. Es ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit, dass das reibungslos funktioniert. Nur heute kam es in den Abendstunden kurzzeitig zu kleineren Aussetzern, von den insbesondere die Kommentarfunktion betroffen war.

Mit den Tools von GodmodeTrader auch beim Crash den Überblick bewahren

Mit diesen Worten möchte ich Sie allerdings noch nicht ganz entlassen. Stattdessen möchte ich die Gelegenheit nutzen, Sie auf ein zwei Tools hinzuweisen, mit der Sie auch in solchen Situation immer auf dem Laufenden bleiben.

Das wichtigste Tool ist sicherlich der GodmodeTrader Newsticker. Hier erhalten Sie alle, also wirklich alle Nachrichten, Chartanalysen und Kommentare der GodmodeTrader-Redaktion im Echtzeit-Push. Die wichtigsten Basiswerte ticken in einer gesonderten Kursleiste (mehr Informationen zum Thema Newsticker).

Dann gibt es selbstverständlich auch unser kompaktes DAX-Realtime Börsen-Tools. Charts, Kurse, Nachrichten – auf einem Bildschirm finden Sie alle Informationen die Sie brauchen (mehr zum Thema Börsen-Tools).

Und wenn Sie mit diesem beiden Tools immer noch nicht genug haben, dann können Sie uns gerne auf Twitter oder Facebook folgen.

Viel Erfolg beim Traden wünsch Ihnen
Norman Schwarze
Produktmanager von GodmodeTrader

9 / 15 Kommentare

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  • Arnim
    Arnim

    Ach wär das schön gewesen wenn die Zugriffszahlen bereits letzte Woche erreicht worden wären........aber Crash mit Ansage gibt es wohl nicht......unterschwellige Warnungen finden sich bei GMT ja zu hauf, das ist wohl das bearische Grundrauschen bei GMT.......................aber Händchen halten wärend des Downmoves brauch ich dann aber auch nicht........Business as usual hätte für mich vollkommen gereicht.........wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist ...........äh der Dax abgestürzt ist

    wie wärs wenn das gesamte GMT Team eine Einschätzung abgibt und dies als grüner oder roter Pfeil kumuliert in der Kopfzeile angezeigt wird..........sozusagen wir bei GMT sind bullish bzw. bärisch..........ich versteh euch als Team und dann ist auch die Teammeinung interessant und nicht die Meinung euer Protagonisten

    11:47 Uhr, 26.08.2015
  • bembes
    bembes

    Hallo und vielen Dank für die guten Informationen.

    Die Analysen vom Bund Future kommen momentan etwas zu kurz !!

    18:58 Uhr, 25.08.2015
    1 Antwort anzeigen
  • negril
    negril

    Ja gut. Aber es wäre schön, wenn Ihre Homepage und Services in diesen turbulenten Zeiten auch permanent erreichbar wären. Der Service ist ja schließlich not for free.

    18:26 Uhr, 25.08.2015
    1 Antwort anzeigen
  • Schnörkellos
    Schnörkellos

    ..heute war es auch bei den usa zahlen ab 16.00 nicht möglich, kurse/news abzurufen..seite hing und war nicht ladbar..Da ist so ein heutiges eigenlob etwas peinlich....

    18:30 Uhr, 25.08.2015
  • speku
    speku

    Sorgen Sie bitte dafür, dass man Ihre Seiten hochladen kann -- siehe Produktsuche - war eine Ewigkeit nicht machbar -- Service heute im Minusbereich

    18:01 Uhr, 25.08.2015
  • Andreas Hoose
    Andreas Hoose

    Interessanter Beitrag! Turbulente Zeiten liegen vor uns, freut Euch also auf jede Menge Zugriffe :-)

    Viele Grüße nach München!

    17:56 Uhr, 25.08.2015
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Über den Experten

Norman Schwarze
Norman Schwarze

Norman Schwarze arbeitet seit 2009 für die BörseGo AG und war zunächst als Produktmanager für die Weiterentwicklung von GodmodeTrader verantwortlich. Seit 2016 betreut er in leitender Funktion den Bereich Paid Content. Zusammen mit seinem Team optimiert er, unter anderem, die Trading-Services und Börsenbriefe, um die Kunden der BörseGo AG in ihrem Handelsalltag perfekt zu unterstützen. Als Head of B2C Products & Services hat er auch für Feedback, Lob und konstruktive Kritik immer ein offenes Ohr.

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