Earnings-Update: Bloom Energy und Western Digital schlagen Konsens, Kurse fallen dennoch…
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke - VerkaufenKaufen
Am Berichtsabend des 22. Oktober 2026 übertrafen Bloom Energy und Western Digital die Umsatz- und Gewinnschätzungen zweistellig, Newmont meldete beim bereinigten EPS einen Rekordquartalswert. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der Nachhaltigkeit der Margensprünge, die das Management bei fast allen Unternehmen mit über den Erwartungen liegenden Zahlen umgehend relativierte. Verisign lieferte dagegen ein gemischtes Bild, Deckers verzeichnete ein leichtes Umsatzminus bei zugleich starkem Gewinnausweis.
Über den Erwartungen
Newmont (NEM): Newmont übertrifft mit einem Umsatz von 6,36 Mrd. USD die Schätzung von 6,26 Mrd. USD und legt beim bereinigten EPS mit 2,20 USD deutlich über dem Konsens von 1,96 USD vor – ein laut Unternehmen rekordhoher Wert für ein drittes Quartal, begleitet von einem freien Cashflow von 1,91 Mrd. USD und gesenkter Kostenguidance auf 1.520 USD je Unze AISC. (+2,4 %)
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Das Red-Chris-Block-Cave-Projekt in British Columbia rückt als nächste große Wachstumsinvestition in den Mittelpunkt: Die Machbarkeitsstudie ist abgeschlossen, das Engineering zu über 60 % fertiggestellt, und eine finale Investitionsentscheidung wird Anfang 2027 erwartet. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 4,2 bis 4,8 Mrd. US-Dollar (Newmonts 70%-Anteil), die initiale Phase soll über rund 13 Jahre rd. 3 Mio. Unzen Gold und 850.000 Tonnen Kupfer produzieren – wobei rund 40 % der Infrastrukturkosten künftigen Erweiterungsphasen zugutekommen, die das Projekt auf eine potenzielle Minenlebensdauer von 70 Jahren ausweiten könnten.
- Für 2027 zeichnet sich ein spürbar herausfordernderes Kostenumfeld ab: Das Management erwartet steigende Stückkosten, getrieben durch makroökonomischen Gegenwind (Inflation, Kraft- und Betriebsstoffe) sowie einen deutlich niedrigeren Silber-Beitrag aus Peñasquito, dessen Output planbedingt rund 30 % unter dem 2026er-Niveau liegen wird – ein konkreter Dämpfer, der die Kostengutschriften aus Nebenprodukten spürbar reduziert.
- Bei Lihir beobachtet das Management aktiv einen sich verschärfenden El-Niño-Effekt, der durch Wasserknappheit die Produktion im vierten Quartal 2026 und möglicherweise bis ins erste Quartal 2027 belasten könnte; als Gegenmaßnahmen werden Stockpile-Aufbau, vorgezogene Wartungsarbeiten und die zuletzt verbesserte Anlagenverfügbarkeit genannt – Lihir bleibt aber einer der Hauptwachstumstreiber für 2027 durch Zugang zu höhergradigen Erzzonen.
Fazit: Das Zahlenwerk ist in der Breite überzeugend, doch für 2027 zeichnen sich konkrete Gegenwind-Faktoren ab: steigende Stückkosten durch Inflation und deutlich niedrigere Silber-Nebenproduktgutschriften aus Peñasquito sowie potenzielle El-Niño-bedingte Produktionsbeeinträchtigungen bei Lihir. Die anstehende Investitionsentscheidung für das Red-Chris-Projekt mit einem Volumen von 4,2 bis 4,8 Mrd. USD wird 2027 zudem Kapitalallokationsfragen aufwerfen.
Bloom Energy Corporation (BE): Bloom Energy übertrifft mit einem Rekordumsatz von 1,24 Mrd. USD die Schätzung von 1,07 Mrd. USD um 15 % und liegt beim Non-GAAP-EPS mit 0,94 USD ebenfalls klar über dem Konsens von 0,69 USD – begleitet von einer Anhebung der Jahresumsatzguidance auf 4,4 bis 4,6 Mrd. USD, zum dritten Mal in Folge. (−6,4 %)
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Das Segment Kohlenstoffabscheidung (CCS) gewinnt an strategischer Relevanz: AEP hat öffentlich gemacht, dass 700 MW Bloom-Kapazität mit CCS-Option Google nahezu emissionsfreien Strom liefern sollen – ein Novum, das Bloom laut Management möglich macht, weil die Festoxid-Brennzellentechnologie anders als Verbrennungsanlagen ein konzentriertes CO₂-Abgas erzeugt, das wirtschaftlich abscheidbar ist; fast alle Hyperscaler-Kunden fragen inzwischen aktiv nach dieser Optionality, und KR Sridhar beziffert das Marktpotenzial auf über eine Billion US-Dollar.
- Das Backlog wächst schneller als der Umsatz, der im dritten Quartal bereits um 138 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, und die Kundenpipeline wird breiter in Verticals, Regionen und Kundentypen – von Hyperscalern über Versorgungsunternehmen (Front-of-the-Meter) bis hin zum US-Militär und dem internationalen Markt, wo Bloom zeitnah erste Partnerschaftsankündigungen in Aussicht stellt.
- Das Management signalisiert bei der Produktmarge zwar weiteres Expansionspotenzial – Produktgrossmarge stieg auf 38,4 % –, dämpft aber die Erwartungen für einen schnellen Anstieg, weil der laufende Hochlauf neuer Produktionslinien, Lieferbeschleunigungen für Kunden sowie noch nicht vollständig in den Kosten reflektierte Ingenieur- und Beschaffungsprogramme kurzfristig Kostendruck erzeugen; deshalb wird die Bruttomargenguidance für das Gesamtjahr bei rund 34 % belassen, obwohl der Umsatzausblick zum dritten Mal in Folge angehoben wurde.
Fazit: Die Kombination aus Umsatzrekord, stark expandierendem Backlog und wachsender Hyperscaler-Nachfrage nach der CCS-Option belegt die strukturelle Dynamik, doch das Management selbst dämpft Erwartungen an einen schnellen weiteren Margenanstieg: Hochlaufkosten neuer Produktionslinien und Lieferbeschleunigungen halten die Bruttomargenguidance für das Gesamtjahr trotz gestiegener Produktgrossmarge von 38,4 % bei rund 34 % – ein Makel, den der nachbörsliche Kursrückgang von 6,4 % widerspiegelt.
Omnicom Group (OMC): Omnicom übertrifft mit 6,42 Mrd. USD Umsatz die Schätzung von 6,21 Mrd. USD um rund 3 %; der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich auf die im November 2025 abgeschlossene IPG-Übernahme zurückzuführen; die bereinigte EBITA-Marge im Kerngeschäft verbesserte sich auf 18,2 % nach 16,2 %. (+2,5 %)
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Das Segment Integrated Media, das mit über 10% organisch wächst und rund 53% des Konzernumsatzes ausmacht, bleibt der mit Abstand stärkste Wachstumstreiber – getragen von der Mediaführerschaft, dem CRM-Geschäft und Sondereffekten wie dem FIFA World Cup; zugleich warnt das Management explizit, dass das Experiential-Segment, das im dritten Quartal ebenfalls zweistellig zulegte, im vierten Quartal kein Wachstum mehr liefern wird, während Advertising weiterhin im mittleren einstelligen Minusbereich liegt.
- Die IPG-Synergien von 900 Mio. USD für 2026 liegen nach neun Monaten im Plan, wobei 75–85% davon als EBITA-Verbesserung durchschlagen sollen; das Management bestätigt auf eine direkte Analystenfrage, dass die daraus resultierende EBITA-Größenordnung von rund 4,2 Mrd. USD für das Gesamtjahr als Orientierung weiterhin zutreffend ist, eingebettet in eine Margenverbesserung von rund 200–210 Basispunkten.
- Für das vierte Quartal übt das Management bewusst Zurückhaltung: Die auf rund 5% abgesenkter Wachstumsprognose für das Gesamtjahr impliziert eine spürbare Verlangsamung in Q4, da man nur begrenzte Visibilität auf das typische Jahresend-Projektbudget der Kunden hat – historisch ein Betrag von mehreren hundert Millionen Dollar, der von Kunden je nach eigenem Ergebnisdruck freigegeben oder zurückgehalten wird.
Fazit: Die Synergien aus der IPG-Integration laufen plangemäß, und das Segment Integrated Media liefert mit über 10 % organischem Wachstum die entscheidende Stütze – doch für das vierte Quartal signalisiert das Management explizit eine spürbare Verlangsamung, da das Experiential-Segment seinen Wachstumsbeitrag verliert und die Visibilität auf Jahresend-Projektbudgets der Kunden traditionell gering ist.
Deckers Brands (DECK): Deckers Brands verfehlt mit 1,481 Mrd. USD Umsatz die Schätzung von 1,506 Mrd. USD leicht, übertrifft aber beim verwässerten EPS mit 2,31 USD den Konsens von 1,79 USD deutlich – wobei ein Sondereffekt von 0,28 USD aus IEEPA-Zollrückerstattungen und eine auf 60,5 % gestiegene Bruttomarge den Gewinnanstieg wesentlich tragen.
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- HOKA verzeichnete im Q2 ein Wholesale-Wachstum von 9 %, kämpft jedoch mit einem schwächelnden US-DTC-Geschäft (+4 % gesamt), da das stark promotionale Umfeld im amerikanischen Laufsportmarkt – vor allem unterhalb der 120-Dollar-Preisgrenze – die Vollpreisverkäufe belastet; einige Franchise-Updates für Kalender 2026 (Transport, Kawana, Solimar) enttäuschten, während für Frühjahr/Herbst 2027 mit Bondi 10, Mach Pro und Mach 8 deutlich bedeutsamere Produkt-Upgrades geplant sind, die das Management als Katalysatoren für eine Rückkehr zum US-Wachstum sieht.
- Die EMEA-Logistikstörung beim externen 3PL-Dienstleister kostete Deckers im Quartal rund 22 Millionen Dollar Umsatz, von denen nicht der gesamte Betrag in Folgeperioden nachgeholt wird – ein Teil droht dauerhaft zu entfallen; zugleich spiegelt die gesenkte Jahresprognose (HOKA: hohes einstelliges Wachstum, UGG: niedriges einstelliges Wachstum) bewusst keine aggressive Aufholjagd wider, sondern den Vorrang von Markengesundheit und Vollpreisdisziplin vor kurzfristigen Umsatzzuwächsen.
- Für Q3 erwartet das Management, dass die Bruttomargen ex IEEPA-Rückerstattung knapp über Vorjahr (59,8 %) liegen werden, belastet durch gestiegene Frachtkosten und leicht erhöhte Promotionsannahmen – was zeigt, dass die operative Margenstärke außerhalb des Einmaleffekts aus Zollrückerstattungen strukturell begrenzt bleibt und das Unternehmen eine beschleunigte Q4-HOKA-Performance benötigt, um die Jahresziele zu erreichen.
Fazit: Der EPS-Beat ist real, aber qualitativ eingeschränkt: Ohne den Einmaleffekt aus Zollrückerstattungen fiele der Gewinnausweis erheblich schmaler aus, und strukturelle Belastungen – schwächelndes US-DTC bei HOKA, eine EMEA-Logistikstörung mit teilweise dauerhaftem Umsatzverlust sowie erhöhte Frachtkosten – bleiben im Jahresausblick sichtbar. Die angehobene EPS-Guidance setzt eine beschleunigte HOKA-Performance im vierten Quartal voraus.
Western Digital (WDC): Western Digital übertrifft mit 4,38 Mrd. USD Umsatz die Schätzung von 4,14 Mrd. USD um rund 6 % und legt beim bereinigten EPS mit 4,64 USD um 13 % über dem Konsens von 4,11 USD vor; die Non-GAAP-Bruttomarge stieg auf 58,1 %, und für das Folgequartal stellt das Unternehmen 5,1 Mrd. USD Umsatz sowie ein bereinigtes EPS von 5,80 USD in Aussicht. (−7,2 %)
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Die Produktübergänge beschleunigen sich schneller als erwartet: Die neue ePMR-Plattform mit bis zu 40 Terabyte soll bereits im zweiten Quartal rund 30 % und im dritten Quartal 50 % aller Nearline-Shipments ausmachen; HAMR-Qualifikationen bei zwei Hyperscalern sollen im ersten Kalenderquartal 2027 abgeschlossen werden, Volume-Shipments folgen in der ersten Jahreshälfte 2027 und zweite HAMR-Generation mit 5 TB/Platter startet Qualifikationen in der zweiten Jahreshälfte 2027 — dieser Technologievorsprung ist der zentrale Treiber für die erwartete Beschleunigung des Exabyte-Wachstums über die aktuellen 22 % hinaus auf mehr als 25 % CAGR langfristig.
- Der Preisanstieg pro Terabyte von 28 % im abgelaufenen Quartal dürfte sich laut Management für die nächsten drei bis vier Quartale fortsetzen, getragen von auslaufenden und neu verhandelten LTAs, hohen Spotpreisen bei nicht vertraglich gebundenen Exabytes sowie dem gezielten Hochmischen der Kunden auf kapazitätsstärkere — und damit margenstärkere — Laufwerke; der langfristige Zielkorridor für die Bruttomarge soll durch Preissetzung, Kapazitätsupmix und Skaleneffekte bei der Areal-Density-Verbesserung weiter ausgeweitet werden.
- Das CapEx-Niveau wird in den nächsten zwei Jahren moderat über der langfristigen Zielspanne von 4–6 % des Umsatzes liegen, weil Western Digital gezielt in Heads, Medien und Fabrikautomation für HAMR investiert — ausdrücklich nicht in zusätzliche Unit-Kapazität; da HAMR-Heads mehr Fertigungsschritte erfordern und künftige Drives bis zu 14 Platters haben sollen, steigt der Komponenten-bedarf je Einheit, was höhere Investitionen notwendig macht, ohne die Stückzahl-Kapazität zu erhöhen.
Fazit: Die Zahlen sind stark in der Breite, und die Guidance für das Folgequartal übertrifft die bisherigen Erwartungen – getragen von einem Preisanstieg je Terabyte von 28 % und dem beschleunigten Übergang auf kapazitätsstärkere ePMR- und HAMR-Laufwerke. Dennoch reagierten Anleger nachbörslich mit einem Minus von 7,2 %, was darauf hindeutet, dass die Messlatte nach der Kursrally hoch lag und Fragen zum moderat über der Zielspanne liegenden CapEx-Bedarf die Rechnung trüben.
Unter den Erwartungen
Verisign Inc/ca (VRSN): Verisign übertrifft mit 443,0 Mio. USD Umsatz die Schätzung von 440,6 Mio. USD knapp, verfehlt aber beim verwässerten GAAP-EPS mit 2,35 USD den Konsens von 2,46 USD spürbar – belastet durch einen Betriebsverlust von 7,5 Mio. USD aus zum Verkauf gehaltenen Vermögenswerten, der das EPS allein um 0,06 USD drückt. (−2,0 %)
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Der kombinierte .com- und .net-Domainbestand wächst mit 6,1 % auf 183 Millionen Namen, wobei VeriSign die Guidance für das Gesamtjahr 2026 auf 6,5 % bis 7 % Wachstum anhebt – getragen von einem Rekord von 13,1 Millionen Neuregistrierungen im Quartal, den das Management auf eine Kombination aus engagierten Registraren, KI-gestützter Website-Erstellung und strukturell wachsender digitaler Wirtschaft zurückführt.
- Die Erneuerungsrate sank auf erwartete 74,3 % (Vorjahr: 75,4 %), was das Management als rein mathematischen Effekt einordnet: Da erstmals erneuernde Domains mit rund 45 % deutlich seltener verlängert werden als mehrfach erneuerte Namen (mittlere 80er %), drückt deren wachsender Anteil die Gesamtrate – ohne dass sich die jeweiligen Einzelkohorten verschlechtert hätten; dies bleibt dennoch ein struktureller Gegenwind für das kommende Jahr, da die hohen 2026-Neuregistrierungen dann zur Erstverlängerung anstehen.
- Mit .web (Sunrise ab Mitte Dezember, General Availability voraussichtlich ab April 2027) und dem neuen Sicherheitsdienst VeriSign Informed (Zertifikats-Revokationsprüfung auf DNS-Infrastruktur, Betastart laufend, Pricing bis Jahresende, Markteinführung erste Hälfte 2027) erschließt das Unternehmen zwei neue Umsatzquellen, wobei der .com-Preisanstieg von 0,71 USD nach Angaben des Managements erst zu rund 50 % im Jahr 2027 und überwiegend erst 2028 in der Umsatzlinie sichtbar wird.
Fazit: Das Domainwachstum von 6,1 % und angehobene Jahresguidance sprechen für eine intakte Mengenentwicklung, doch der strukturelle Gegenwind bei der Erneuerungsrate – fallend auf 74,3 % durch wachsenden Erstverneuerungsanteil – dürfte 2027 als Bremse wirken, wenn die Rekord-Neuregistrierungen des laufenden Jahres zur Verlängerung anstehen. Der .com-Preiseffekt und der .web-Launch entfalten ihre Wirkung frühestens 2028 vollständig.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|
