Analyse
07:00 Uhr, 10.02.2026

E.ON - Berenberg senkt jetzt den Daumen für die Aktie

E.ON bleibt operativ solide aufgestellt, doch an der Börse ist das kurzfristige Potenzial nach Einschätzung der Privatbank Berenberg weitgehend ausgereizt.

Erwähnte Instrumente

  • E.ON SE
    ISIN: DE000ENAG999Kopiert
    Kursstand: 17,985 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • E.ON SE - WKN: ENAG99 - ISIN: DE000ENAG999 - Kurs: 17,985 € (XETRA)

Analyst Andrew Fisher stuft die Aktie von "Buy" auf "Hold" zurück und hebt zugleich das Kursziel leicht auf 18,10 EUR an, nach zuvor 17,70 EUR.

Begrenzter Spielraum trotz guter Zahlen

Finanziell sieht Fisher E.ON weiterhin gut gerüstet. Der Konzern verfüge über ausreichende Mittel, um die Investitionen in die deutschen Stromnetze deutlich auszuweiten und damit die Grundlage für langfristiges, reguliertes Wachstum zu legen. Gerade in einem Energiesystem, das zunehmend auf erneuerbare und dezentrale Erzeugung setzt, sei diese Ausgangslage attraktiv. Entscheidend bleibe jedoch das regulatorische Umfeld. Zwar habe die im Dezember vorgestellte Methodik für die fünfte Regulierungsperiode ab 2028/29 Anlass zu vorsichtigem Optimismus gegeben, doch andere Bausteine des Gesamtpakets seien noch offen. Diese Unsicherheit dürfte sich auch in der Kommunikation des Managements niederschlagen. Berenberg rechnet damit, dass E.ON bei der Vorlage der Jahreszahlen am 25. Februar eher zurückhaltend agieren wird, was konkrete Investitionszusagen angeht.

Hinzu kommt eine temporäre operative Schwächephase. In Übereinstimmung mit dem Marktkonsens erwartet Berenberg für 2026 einen Rückgang bei EBITDA und Nettoergebnis, ausgelöst durch steigende Netzbetriebskosten. Diese Belastung gilt als vorübergehend, schmälert jedoch den kurzfristigen Ergebnisausblick und begrenzt damit die Fantasie für weitere Kursgewinne.

Der Konzern ist mit einem Marktanteil von rund 36 % mit Abstand der größte Verteilnetzbetreiber in Deutschland, in einem stark fragmentierten Umfeld aus rund 860 meist kommunalen oder regionalen Anbietern. Nach Schätzungen bindet E.ON bereits etwa 80 % der neu errichteten Onshore-Windkapazitäten ans Netz an. Damit dürfte der Konzern auch künftig eine führende Rolle bei der Integration neuer erneuerbarer Erzeugung sowie wachsender Nachfrage spielen, etwa durch Rechenzentren oder Elektromobilität. Die notwendige Investitionswelle im Netzbereich ist ohne die finanzielle Schlagkraft von E.ON kaum denkbar.

Fazit: Unterm Strich bestätigt Berenberg die langfristig attraktive Positionierung des Konzerns im regulierten Netzgeschäft, mahnt jedoch zur Geduld. Die strukturellen Wachstumstreiber sind intakt, doch regulatorische Unwägbarkeiten und eine erwartete Ergebnisdelle dämpfen den kurzfristigen Ausblick. Die E.ON-Aktie ist mit einem 17er-KGV mittlerweile ordentlich hoch bewertet.

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Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 86,09 86,62 89,14
Ergebnis je Aktie in EUR 1,15 1,06 1,24
KGV 16 17 15
Dividende je Aktie in EUR 0,57 0,59 0,62
Dividendenrendite 3,17% 3,28% 3,44%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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