DIW: Konjunkturbarometer springt über die Wachstumsschwelle
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin hat im Februar einen kräftigen Sprung auf 101,6 Punkte gemacht. Damit liegt der Indikator 7 Punkte über dem Vormonatswert und notiert erstmals seit knapp drei Jahren wieder über der neutralen 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft signalisiert. DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik sieht darin ein stärkeres Anzeichen dafür, dass Deutschland den Weg aus der Stagnation findet, da insbesondere die finanzpolitischen Impulse nun zunehmend die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stützen.
Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor hellt sich die Stimmung spürbar auf. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie kletterte erstmals seit fast vier Jahren wieder über die Expansionsschwelle von 50 Punkten, getrieben von steigenden Auftragseingängen. Dennoch warnt DIW-Expertin Laura Pagenhardt, dass die Erholung fragil bleibe: Außenwirtschaftliche Risiken, insbesondere die schwer kalkulierbare US-Zollpolitik nach dem jüngsten Urteil des Supreme Court, sowie strukturelle Anpassungsprozesse in der Automobil- und Chemiebranche sorgten weiterhin für Zurückhaltung bei den Investitionen.
Der Ausblick der Experten fällt dennoch deutlich positiver aus als zuletzt. "Der lang ersehnte Aufschwung dürfte nun langsam Realität werden", resümiert Konjunkturexperte Guido Baldi. Entscheidend sei nun jedoch die Umsetzungsgeschwindigkeit: Die bereitgestellten öffentlichen Mittel müssten ohne Verzögerungen durch Planung und Genehmigung in konkrete Investitionen fließen, um das Wachstum langfristig zu sichern und die Kauflaune der privaten Haushalte weiter zu stützen.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/apo/hab
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
