Analyse
12:40 Uhr, 24.06.2026

Die Züge fallen aus, aber bei dieser Firma läuft das Geschäft

Am Dienstagabend ging in Deutschlands Zügen nichts mehr. Gegen 22:30 Uhr fiel der digitale Zugfunk GSM-R bundesweit aus, und ohne gesicherte Funkverbindung zwischen Lokführer und Leitstelle darf aus Sicherheitsgründen kein Zug fahren.

Tausende Reisende strandeten auf Bahnsteigen und in liegengebliebenen Wagen. Bahn-Chefin Evelyn Palla teilte später mit: "Wir konnten mit einem Notfallsystem die Lage stabilisieren." Erst gegen 1:00 Uhr in der Nacht rollten die ersten Züge wieder, die endgültige Entwarnung kam um 2:52 Uhr. Eine einzige Störung in einem einzigen System legte den gesamten Schienenverkehr eines Landes lahm. GSM-R, das Global System for Mobile Communications – Railway, ist seit Mitte der 2000er-Jahre der Standard für die bahnbetriebliche Kommunikation. Die Technik stammt aus der 2G-Ära, gilt als robust, stößt aber an ihre Grenzen. Die Industrie sichert die Unterstützung nur noch bis etwa 2035 zu. In der Nacht war zudem die Rückfallebene betroffen, also genau jenes zweite Netz, das den Betrieb bei einer Störung eigentlich auffangen soll.

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