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12:02 Uhr, 02.04.2026

Die größten Volkswirtschaften der Welt im Jahr 2026

Goldman Sachs Research erwartet für 2026 ein „robustes“ globales Wirtschaftswachstum, wobei einige der größten Volkswirtschaften der Welt von höheren Staatsausgaben, sinkenden Leitzinsen und geringeren Auswirkungen von Zöllen profitieren werden.

Insgesamt prognostiziert Goldman Sachs Research für 2026 einen Anstieg des globalen realen (inflationsbereinigten) BIP um 2,9 Prozent – und liegt damit über der Konsensschätzung von 2,7 Prozent. Für viele große Volkswirtschaften entsprechen die Prognosen von Goldman Sachs Research den Konsensschätzungen der von Bloomberg befragten Wirtschaftsexperten oder liegen sogar darüber.

Es folgen hier die Prognosen von Goldman Sachs Research für 2026 für einige der größten Volkswirtschaften der Welt. Alle Prognosen beziehen sich auf einen Jahresvergleich.


Abb. 1: Die USA – Solides Wachstum, niedrige Inflation und ein instabiler Arbeitsmarkt

Der „Personal Consumption Expenditures Price Index“ (PCE) erfasst Preisveränderungen bei Gütern und Dienstleistungen, für die Verbraucher Geld ausgeben. Der Index ist bereinigt um saisonal schwankende Produkte wie Nahrungsmittel und Energie. Der Chart zeigt den Beitrag der gemessenen Sektoren zur Kerninflation.

Quelle: Department of Commerce, Goldman Sachs Research, Stand 27. Februar 2026. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind.


Die Ökonomen von Goldman Sachs sind (im Vergleich zum Konsens) hinsichtlich der US-Wirtschaft deutlich optimistischer. Sie prognostizieren für 2026 ein reales BIP-Wachstum von 2,8 Prozent, während der Konsens bei 2,2 Prozent liegt.

Der wichtigste Treiber ist, dass die Belastungen durch Zollerhöhungen durch die im „One Big Beautiful Bill Act“ enthaltenen Unternehmens- und Einkommensteuersenkungen ausgeglichen werden dürften. Reallohnzuwächse und steigender Wohlstand dürften ebenfalls dazu beitragen, das Wachstum der Konsumausgaben aufrechtzuerhalten, sagt David Mericle, Chefökonom für die USA, zumal auch „neue Steueranreize, günstigere Finanzierungsbedingungen und geringere politische Unsicherheit die Unternehmensinvestitionen ankurbeln dürften“.

Goldman Sachs Research geht davon aus, dass die Inflation in den USA im Jahr 2026 weiter sinken wird. Das US-Wirtschaftsteam schätzt, dass die Kerninflation der privaten Konsumausgaben von 3 Prozent im Jahr 2025 auf 2,2 Prozent im Dezember 2026 sinken wird, da die Auswirkungen der Zölle nachlassen.




Abb. 2: Der Euroraum – Leichte Verbesserung des Wachstums

Der Chart zeigt den Beitrag verschiedener Sektoren zum realen BIP-Wachstum im Euroraum im 4. Quartal. Die Position „andere“ umfasst Kapitalinvestitionen und andere Investitionen, darunter geistiges Eigentum sowie Grund und Boden. Die Daten für 2025 und 2026 basieren vollständig oder teilweise auf Prognosen von Goldman Sachs.

Quelle: Haver Analytics, Goldman Sachs Research, Stand 27. Februar 2026. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind.


Goldman Sachs Research prognostiziert für dieses Jahr ein Wachstum der Wirtschaft im Euroraum von 1,3 Prozent – das entspricht dem Tempo des Vorjahres und liegt in etwa im Einklang mit den Konsensschätzungen.

Höhere Staatsausgaben in Deutschland dürften das BIP-Wachstum in der größten Volkswirtschaft der Region im Jahr 2026 um einen halben Prozentpunkt steigen lassen. Unterdessen wird erwartet, dass Spanien mit einem geschätzten Wachstum von 2,4 Prozent in diesem Jahr die leistungsstärkste große Volkswirtschaft Europas sein wird, unterstützt durch seine expandierenden professionellen Dienstleistungen.

Und während die EU-Exporte in die USA stark zurückgegangen sind, hat sich die Nachfrage in anderen Exportländern besser gehalten. „Dies stützt unsere Einschätzung, dass der durch Zölle verursachte Wachstumsrückgang seinen Höhepunkt wahrscheinlich erreicht hat und bis 2026 nachlassen wird“, erklärt Jari Stehn, Chefökonom für Europa.

Die Konsumausgaben dürften sich als widerstandsfähig erweisen. Die Ökonomen von Goldman Sachs prognostizieren für dieses Jahr ein reales Wachstum der Haushaltseinkommen von rund 1,5 Prozent. In Verbindung mit einer ähnlichen Sparquote wie 2025 bedeutet dies einen durchschnittlichen jährlichen Anstieg des Konsums um 1,3 Prozent.

Diese Verbesserungen dürften jedoch durch strukturellen Gegenwind begrenzt werden. Die Exportkonkurrenz aus China könnte dem europäischen Handel schaden, und die Europäische Union muss sich weiterhin mit hohen Energiepreisen, regulatorischen Belastungen und demographischen Herausforderungen auseinandersetzen, so Stehn.




Abb. 3: Festlandchina – Über dem Konsens liegendes Wachstum aufgrund steigender Exporte

Insbesondere der chinesische Leistungsbilanzüberschuss zeigt sich weiterhin robust. Die Ökonomen von Goldman Sachs erwarten, dass der Überschuss von 3,5 Prozent im Jahr 2025 auf 4,1 Prozent des BIP im Jahr 2026 steigen wird, während die Konsensprognose von einem Rückgang auf 2,8 Prozent ausgeht.

Quelle: Haver Analytics, Goldman Sachs Research, Stand 27. Februar 2026. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind.


Die Ökonomen von Goldman Sachs prognostizieren für dieses Jahr ein reales BIP-Wachstum von 4,8 Prozent in China, was über der Konsensschätzung von 4,6 Prozent liegt.

Die auffälligste Abweichung von der Konsensprognose für China seitens Goldman Sachs Research betrifft den Leistungsbilanzüberschuss des Landes. Die Ökonomen erwarten, dass der Überschuss von 3,5 Prozent im Jahr 2025 auf 4,1 Prozent des BIP im Jahr 2026 steigen wird, während die Konsensprognose von einem Rückgang auf 2,8 Prozent ausgeht.

Die erwartete Widerstandsfähigkeit ist auf einen Anstieg der Exporte in Schwellenländer, die angesichts der Dominanz Chinas bei kritischen Mineralien begrenzte Fähigkeit anderer Länder, Handelsbarrieren gegen China zu errichten, und das Potenzial für ein stärkeres Wachstum der Hightech-Exporte zurückzuführen.

Die Bemühungen der Regierung zur Umstrukturierung der Binnenwirtschaft befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium, sagt Hui Shan, Chefökonom für China.




Abb. 4: Japan – Stetiges Wachstum dank Binnennachfrage

Die Ökonomen von Goldman Sachs erwarten bis Juli 2027 halbjährliche Zinserhöhungen. Die blaue Kurve reicht bis Jahresbeginn 2026 und zeigt den aktuellen Übernachteinlagensatz (Leitzins) der Bank of Japan von derzeit 0,75 Prozent, die Folgejahre zeigen den von Bloomberg erwarteten Zinssatz.

Quelle: Bloomberg, BoJ, Goldman Sachs Research, Stand 27. Februar 2026. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind.


In Japan erwartet Goldman Sachs Research ein anhaltend stabiles Wachstum mit einem realen BIP-Wachstum von 0,6 Prozent in diesem Jahr. Die Ökonomen von Goldman Sachs rechnen mit einer stabilen Binnennachfrage und einem realen Wachstum des privaten Konsums von 0,9 Prozent. Sie gehen außerdem davon aus, dass die Investitionsausgaben angesichts der anhaltend hohen Unternehmensgewinne ihren Aufwärtstrend fortsetzen werden.

„Wir sehen keine größeren Risiken für die Binnenwirtschaft, da die solide Binnennachfrage auf den strukturellen Wandel zu einer Wirtschaft mit Arbeitskräftemangel und anhaltend hohem Lohnwachstum zurückzuführen ist“, sagt Akira Otani, Senior Japan Research Economic Advisor.

Da die zugrundeliegende Inflation voraussichtlich weiter moderat steigen wird, erreicht die Geldpolitik eine entscheidende Phase. Die Ökonomen gehen davon aus, dass die Bank of Japan ihre Zinserhöhungen gegenüber einmal pro Jahr in 2025 auf zweimal pro Jahr beschleunigen wird. Sie prognostizieren, dass die Zentralbank den Leitzins in diesem Jahr – höchstwahrscheinlich im Juli – auf 1 Prozent anheben und dann etwa alle sechs Monate weiter erhöhen wird, bis er 1,5 Prozent erreicht.




Abb. 5: Großbritannien – Ein weiteres gemischtes Jahr

Nach einem starken Rückgang hat sich das Beschäftigungswachstum auf dem britischen Arbeitmarkt wieder erholt. Es unterliegt aber noch immer starken Schwankungen. Im laufenden Jahr dürften sich nach Einschätzung von Goldman Sachs Research die Beschäftigungszahlen im Zuge der Wirtschaftsbelebung in der Tendenz eher stabilisieren.

Quelle: Haver Analytics, Goldman Sachs Research, Stand 27. Februar 2026. Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung sind.


In Großbritannien rechnen die Ökonomen von Goldman Sachs einerseits mit einer Abschwächung des Arbeitsmarktes und andererseits mit einem Aufschwung aufgrund der nachlassenden Inflation und Zinssenkungen. Insgesamt prognostiziert Goldman Sachs Research für die britische Wirtschaft ein Wachstum von 1,5 Prozent in den nächsten vier Quartalen, nach 1 Prozent im letzten Jahr.

Goldman Sachs Research geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis März steigen wird, bevor sie sich für den Rest des Jahres 2026 mit der Belebung des Wirtschaftswachstums stabilisieren wird. Die Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Gesamtinflation im zweiten Quartal 2026 auf 2,2 Prozent verringern wird, nach durchschnittlich 3,4 Prozent im Jahr 2025.

Die Kombination aus einem schwächeren Arbeitsmarkt und einer nachlassenden Inflation dürfte es der Zentralbank ermöglichen, die Zinsen zu senken. Goldman Sachs Research rechnet mit drei weiteren Senkungen um 25 Basispunkte in diesem Jahr, wodurch der Leitzins der Bank of England auf 3 Prozent zurückgehen würde.



Aktuelle Analysen und Trends aus dem Finanzsektor findest Du auch im kostenlosen KnowHow-Magazin von Goldman Sachs unter www.gs.de


Dieser Artikel wird ausschließlich zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Empfehlung einer Goldman Sachs-Einheit für den Empfänger dar, und Goldman Sachs erteilt weder durch diesen Artikel noch für den Empfänger eine Finanz-, Wirtschafts-, Rechts-, Anlage-, Buchhaltungs- oder Steuerberatung. Weder Goldman Sachs noch eines seiner verbundenen Unternehmen gibt eine ausdrückliche oder stillschweigende Zusicherung oder Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der in diesem Artikel enthaltenen Aussagen oder Informationen, und jegliche Haftung (einschließlich in Bezug auf direkte, indirekte oder Folgeschäden) wird ausdrücklich abgelehnt.


Quelle: Der Beitrag wurde am 27. Februar 2026 unter dem Titel "Forecasts for the World’s Biggest Economies in 2026" auf www.goldmansachs.com im Bereich Insights/Articles veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass die darin getroffenen Aussagen keine Anlageempfehlungen darstellen.


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1 Kommentar

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  • masi123
    masi123

    Zu beachten ist, dass der Kommentar Ende Februar veröffentlicht wurde und wahrscheinlich sogar noch etwas älter ist. Darin ist also die jüngste Inflationswelle aufgrund des Irankriegs wohl noch nicht berücksichtigt. Für mich sind also die Prognosen, z. B. niedrige Inflation für die USA, zweifelhaft.

    12:38 Uhr, 02.04.

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