Kommentar
20:00 Uhr, 17.10.2014

DAX,DowJones im Big Picture - Was ist da eigentlich los ? Bullenmarkt zu Ende ?

Die US Notenbank hat QE auslaufen lassen, der US-Dollar wertet impulsiv auf, am europäischen Aktienmarkt herrscht wieder Chaos. Anbei eine Erörterung de Trends in den übergeordneten Zeitebenen. Braut sich da etwa wieder etwas zusammen ?

Erwähnte Instrumente

Dow Jones - Direkt an Widerstandslinie und genau hier das Ende von QE

Der Bullenmarkt seit März 2009 ausgehend von 6.469 Punkten ist bereits Anfang dieses Jahres an der seit dem Jahr 2000 deckelnden Widerstandslinie (rot) angekommen. Diese Widerstandslinie ist durch das Major High, das sich im Januar 2000 ausbildete und das Major High, das sich im Oktober 2007 ausbildete, gezogen. Anfang dieses Jahres hatte die Widerstandslinie einen Wert von 16.530 Punkten, aktuell hat die Linie einen Wert von 16.850 Punkten. Der vergrößerte Chartausschnitt zeigt, dass der Index im Verlauf dieses Jahres zweimal versuchte über die Widerstandslinie auszubrechen. In den vergangenen Wochen fiel er aber wieder klar unter besagte Linie zurück. Es hat sich eine mittelfristige Doppeltop-Trendwende ausgebildet.

Zufall oder nicht ? Der Dow Jones steht im Bereich der bolidenhaften Widerstandslinie und die US Notenbank beendet in diesem Monat die Milliarden $-schweren Anleihe- und Hypothekenpapierkäufe (Quantitative Easing), kurz QE. Seit dem Beginn des Bullenmarkts führte ein QE-Exit immer zu erheblichen Marktturbulenzen. Nicht nur am US Markt, sondern auch in Europa und den Emerging Markets. Emerging Markets Währungen spielten verrückt. Ich habe unlängst einen kurzen Artikel zu dieser Thematik veröffentlicht. Falls Sie ihn noch nicht gelesen haben, anbei der Link.

QE Exit der FED = Crash! - Eine beängstigende Gesetzmäßigkeit

Langsam wird klar, weshalb George Soros im Verlauf dieses Jahres dermaßen große S&P Put Absicherungen gekauft hat. Er sichert das riesige Aktienportfolio seines milliardenschweren Hedgefonds gegen das Risiko versiegender übermäßiger Lqiduität durch die FED ab.

Das Kursmuster der Seitwärtskorrektur seit Anfang dieses Jahres sieht durch den Abverkauf der letzten Wochen bärisch aus. Aus dem Doppeltop kann eine SKKS Trendwende werden. Relevante Unterstützungen, Auffangnetze, hat der Index bei 15.340 und 14.720 Punkten. Unter 17.350 Punkten ist der Dow Jones für mich korrekturgefährdet und gefährdet für eine echte Marktbereinigung. Unter 17.350 Punkte besteht zudem die Möglichkeit des Beginns eines größeren Bärenmarkts.

Nach oben hin läßt sich Folgendes festhalten: Steigt der Dow Jones über das bisherige Bullenmarkthoch bei 17.350 Punkten an, würden sie a) das Doppeltop aus dem Markt nehmen und b) die seit 2000 bestehende Widerstandslinie signifikant nach oben knacken. Ein Anstieg über 17.350 Punkte wäre als starkes größeres Kaufsignal zu werten.

Der Markt befindet sich derzeit in einer Transformationsphase von QE zu kein QE mehr. Der Markt muß zeigen, dass er auch QE-ungedopt, funktionieren kann. Nach wie vor gilt es die US Notenbank FED und ihre Geldpolitik genau im Blick zu halten. Seit 2009 haben sie den Markt nicht mehr relevant absaufen lassen. Kam es zu Korrekturen, wurden einfach neue QE Programme angekündigt.

Anbei der Kursverlauf seit den 1970er Jahren.

xyz

S&P 500 Index - Anderes Big Picture als der Dow Jones

Bereits im März dieses Jahres konnte der Index über sein Allzeithoch bei rund 1.530 Punkten ausbrechen. Der nachhaltige Ausbruch über ein Allzeithoch, das sich über 2 Major Highs definiert, stellt in der Regel ein sehr starkes Kaufsignal dar. Synchron mit dem Dow Jones bildete sich zuletzt ein Doppetop aus. Auch in dem Index läuft derzeit eine scharfe Korrektur. Hier stellt sich also die Frage, ob seit Wochen eine größere Pullbackbewegung zurück auf 1.530 Punkte läuft.

xyz

DAX - Bei 10.000 Punkten an einer übergeordneten parallel projizierten Widerstandslinie (rot gestrichelt) nach unten abgeprallt.

Der graue Pfeil ist kein Prognosepfeil! Vielmehr zeigt der Pfeil die volle Spanne des sehr breiten Trendkanals seit 2003 auf. Die laufende Korrektur könnte sich im Worst Case bis zur unteren Begrenzungslinie bei ca. 5.500 Punkten ausdehnen. Es geht um Europa und Europa ist zunächst einmal nicht mehr der Nabel der Welt. Was ich damit ausdrücken möchte: Die strukturellen Probleme in der Eurozone sind noch immer nicht gelöst. Die Inhomogenität innerhalb der Zone hat zugenommen. Frankreich hat das Pech, dass zur falschen Zeit die falschen Leute an der Macht sind. François Hollande hat mit seiner sozialistischen Partei die französische Wirtschaft an die Wand gefahren. Sein Wirtschaftsminister verlangt nun milliardenschwere Konjunkturprogramme für Europa.

Im DAX liegt bei 8.150 Punkten der ehemalige Allzeithochbereich. Es bleibt abzuwarten, ob hier eine nachhaltige Stabilisierung gelingt. Das eigentliche Korrekturziel aus der im Monatschart herauslesbaren einjährigen SKS Trendwendeformation liegt eigentlich bei 7.800 Punkten.

xyz

US-Dollar - Gelingt die ganz große Ausbruchbewegung ?

Seit 2 Wochen versucht sich der US Dollar an einem Ausbruch aus einem seit 2005 bestehenden riesigen symmetrischen Korrekturdreieck.

Die zugehörige technische Lagebesprechung finden Sie hier:

US-Dollar - Großer Bullenmarkt voraus!

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Ölpreis (WTI) - Seit August liegt ein starkes Verkaufssignal vor.

Der stark fallende Ölpreis ist für die weltweite konjunkturelle Entwicklung sehr hilfreich. Der stark abwertende Euro, der stark abwertende Yen, der fallende Ölpreis. All dies Entwicklungen, die der europäischen und japanischen Wirtschaft eigentlich auf die Beine helfen müßten ...

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"Sicherer Hafen" Gold schwach, "sicherer Hafen" Treasuries steigt

Der Goldpreis bewegt sich seit Mai 2013 in einer Seitwärtskorrekur, die bisher als fallendes und damit bärisches Dreieck interpretiert werden muß. Seit 2 Wochen prallt Gold auf der zentralen Unterstützung bei 1.180 $ nach oben ab. Welche Bedeutung mittelfristige zentrale Unterstützungsniveaus haben, zeigt das aktuelle Beispiel der 8.900er Unterstützung im DAX. Der Bruch dieser Unterstützung ließ den Index impulsiv einbrechen.

Die übergeordnete Prognoseformel für Gold lautet: Fällt der Goldpreis unter 1.180 $ ab, generiert dies ein Verkaufssignal in Richtung 1.000 $. Steigt der Goldpreis hingegen wider Erwarten über 1.365 $ an, generiert dies ein Kaufsignal in Richtung 1.525 $ und 1.630 $. Kursbewegungen, die charttechnisch "wider Erwarten" entstehen, können besonders starke Dynamik entwickeln. Zwischen 1.180 $ und 1.360 $ bewegt sich Gold in einem neutralen Bereich.

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Kursverlauf seit 23.02.2004 als Übersichtsdarstellung.

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In Deutschland flüchten große Anleger in den Rentenmarkt. Der Bund Future hält seinen übergeordneten Aufwärtstrend knallhart ein. In den USA steigen die 10year Treasury Notes (10jährige US Staatsanleihen) seit 2 Wochen steil an, die Renditen geben dementsprechend nach. Die mehrjährige Aufwärtstrendlinie (schwarz gestrichelt) hat gehalten. In den zurückliegenden Monaten sah es mehrfach so aus, als ob die Kurse nach unten ausbrechen. Tatsächlich konnte sich der Markt aber immer wieder wie Münchhausen am eigenen Schopf nach oben rausziehen. Technisch habe ich keine Vorstellung, wie weit die Treasuries noch anziehen. Die entscheidende Marke nach unten sei aber genannt: Sie liegt bei rund 123,50%. Erst ein Bruch dieser Marke würde eine echte relevante Korrektur einleiten.

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Kursverlauf seit 20.11.2006 als Übersichtsdarstellung.

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22 Kommentare

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  • Cristian Struy
    Cristian Struy

    Bestes bsp hat er gleich mitgeliefert. ​siehe 10y treasuries. Abwt, dreieck, Ausbruch, test, long.

    15:49 Uhr, 19.10.2014
  • marwing
    marwing

    ​Herr Weygand,

    im US-Dollar sehen Sie ein Dreieck und prognostizieren eine Trendwende. Ein Dreieck ist aber nach meinem Wissen eine Trendfolgeformation und keine Trendwendeformation.

    15:27 Uhr, 19.10.2014
    1 Antwort anzeigen
  • Kasnapoff
    Kasnapoff

    Nach einer drei Jahre fortdauernden Hausse, legen die Aktienmärkte eine gesunde Korrektur aufs Parkett. Wohlgemerkt gesund, weit entfernt von Crash, Bärenmarkt etc. ​Dieser Rücksetzer war aber anscheinend bereits ausreichend dafür, bei den Notenbankstern dieser Welt für einen deutlich erhöhten Adrenalinausstoss zu sorgen. Aus dem falkengesichtigen Chairman der FED St. Louis, Mister James Bullard, wurde über Nacht Häuptling sausende Muffe. Bullard beeilte sich, den Finanzmarktteilnehmern zu versichern, das nach Lage der Dinge ein reduzieren des Taperings und sogar ein neues QE denkbar sind. Es handelt sich übrigens um denselben James Bullard, der eine Woche vor dem Rücksetzer mit seinem schmallipigen schwäbischen Sparermündle folgendes in die Mikrofone sprach: Die Märkte machen einen Fehler, wenn sie davon ausgehen, das die FED den Kurs des leichten Geldes länger beibehält, als die FED Repräsentanten derzeit gewillt sind. Die grossen Jungs mit den tiefen Taschen, reagieren gegenwärtig noch wie der pawlowsche Hund, wenn die Notenbankbürokraten ihre Nebelkerzen zünden. Prompt begannen am Freitag der S+P 500 und der DAX ein deutliches Reversal. Wie lange wird das zünden von Nebelkerzen den Papiergeldkönigen noch aus der Klemme helfen? Was geschieht an den Finanzmärkten, wenn man die Bullards, Yellens und Draghis nicht mehr Ernst nimmt?

    00:24 Uhr, 19.10.2014
  • So wie der Adler fliegt
    So wie der Adler fliegt

    ​Korrektur:

    Unter a) ist natürlich gemeint "keine weiteren Tiefs mehr sehen müssen"

    15:58 Uhr, 18.10.2014
  • So wie der Adler fliegt
    So wie der Adler fliegt

    ​Herr Weygand, ich hab gerade Herrn Tiedje in seinem Rohstoffblog geschrieben, daß die Lage sehr tricky ist - warum?

    Weil

    a) Elliot-Wellen technisch sowohl der DAX als auch viele Einzelaktien ihre Welle 4 bereits fertig haben könnten und keine neuen Hochs mehr sehen müssen. Insbesondere Titel wie Stada, Kellogs, Kering, Freenet, Drillisch, Ebay (braucht noch einen letzten Rutsch auf 45 USD), Allgeier, wohl die Grammer, bald die LVMH ect. ect. ect. haben die 4 vom Wellenbild eigentlich fertig, stehen vielfach bereits auf ihren 200-Tage-Linien, haben gewaltige Hammer-Kerzen im Wochenchart ausgebildet, sind fundamental günstig und schreien insofern bereits jetzt laut "Kauf mich jetzt sofort oder nie, ich habe meine Welle 4 fertig und bin jetzt wieder auf dem Weg zu neuen Allzeithochs".

    b) ich mir gleichzeitig eigentlich nicht vorstellen kann, daß die US-Märkte ihre Korrektur bereits beendet haben, weil der SP 500 und der DOW ja gerade erst aus ihren Aufwärtstrends/bärischem Keil herausgefallen sind, sich Elliot-Wellen-mäßig als 3 oder überschießende b oben fertig zählen lassen und die Welle 4 Ziele (sofern es sich um eine handelt) eigentlich noch deutlich tiefer liegend sollten

    c) es mehr als ungewöhnlich wäre, wenn die Andeutungen von einigen, zum Teil nicht stimmberechtigten, FED-Mitgliedern über eine Verlängerung von QE bereits ausreichen um die Aktien bereits jetzt nachhaltig in den Himmel zu jagen... Bis dato brauchte es da eine klare Ansage über die Verlängerung und es macht eigentlich auch keinen Sinn die Aktienmärkte schon im Vorfel Hochzujagen und dadurch den Druck von der FED zur Verlängerung von QE Ende Oktober zu nehmen.

    Können Sie sich vorstellen, daß die US-Märkte bis Ende Oktober nochmal ein oder zwei neue Tiefs machen, während die Europäer/der DAX das nichtmehr mitmachen?

    Gruß!

    13:52 Uhr, 18.10.2014
    1 Antwort anzeigen
  • MikedHolland
    MikedHolland

    ​Oder DAX ausbruch test doppeltop 8150 und dan weiter aufwerts.

    22:33 Uhr, 17.10.2014
  • 1 Antwort anzeigen
  • Harald Weygand
    Harald Weygand Head of Trading

    der markt prallt auf den gestern genannten unterstützungen nach oben ab :

    http://www.godmode-trader.de/analyse/bullische-tag...


    16:20 Uhr, 17.10.2014
  • Harald Weygand
    Harald Weygand Head of Trading

    ​laut einem researchreport der citigroup ist der starke ölpreisverfall der letzten monate gleichbedeutend mit einem 1,1 billionen $ weltweiten konjunkturprogramm!

    15:54 Uhr, 17.10.2014
  • Glaubenichts
    Glaubenichts

    ​Hervorragender Kommentar, wie immer ist an der Börse alles möglich,

    Chancen stehen 50:50

    14:21 Uhr, 17.10.2014

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Über den Experten

Harald Weygand
Harald Weygand
Head of Trading

Harald Weygand entschied sich nach dem Zweiten Staatsexamen in Medizin, einer weiteren wirklichen Leidenschaft, dem charttechnischen Analysieren der Märkte und dem Trading, nachzugehen. Nach längerem, intensivem Studium der Theorie ist Weygand als Profi-Trader seit 1998 am Markt aktiv. Im Jahr 2000 war er einer der Gründer der stock3 AG und des Portals www.stock3.com. Dort ist er für die charttechnische Analyse von Aktien, Indizes, Rohstoffen, Devisen und Anleihen zuständig. Über die Branche hinaus bekannt ist der Profi-Trader für seine Finanzmarktanalysen sowie aufgrund seiner Live-Analysen auf Anlegerveranstaltungen und Messen.

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