DAX vor richtungsweisender Entscheidung
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Frankfurt (BoerseGo.de) - Nach der Rallye am deutschen Aktienmarkt in den letzten Wochen hielten sich die Aktionäre auch heute bedeckt. Die 200-Tage-Linie und die Marke von 5.000 Punkten bilden derzeit einen harten Widerstand, so dass es für den DAX schwierig werden dürfte, diesen Bereich in den nächsten Tagen und Wochen zu überwinden. Prallt der DAX daran ab, droht nach Einschätzung von Rocco Gräfe, HeadTrader bei Godmode-Trader.de, sogar eine mehrwöchige bis mehrmonatige Abwärtsbewegung. Der DAX steht momentan also vor eine richtungsweisenden Entscheidung. Entsprechend halten sich die Marktteilnehmer derzeit zurück. Der heutige Handelstag wurde nahezu unverändert (-0,02%) mit 4.737,50 Punkten beendet. Im Wochenvergleich büßte der Leitindex 3,59 Prozent ein.
Schwache Daten lieferte heute die Konjunktur im Euroraum in Form der BIP-Zahlen. Es war zwar keine Überraschung, dass sich die Rezession im ersten Quartal verschärft hat, das Ausmaß des Kollapses enttäuschte aber vor allem in Deutschland mit einem Quartalsminus von 3,8 Prozent. In der Eurozone fiel das Minus mit 2,5 Prozent ebenfalls stärker aus als erwartet.
Versöhnliche Töne wurden dagegen von den Konjunkturdaten in den USA angeschlagen. So hat sich die Stimmung der Verbraucher stärker aufgehellt als erwartet. Mit einem Stand von 67,9 Punkten hat der Konsumklimaindex der Uni Michigan sogar den höchsten Wert seit September 2008 erreicht. Zudem fiel der Rückgang der US-Industrieproduktion im April nicht so stark aus wie befürchtet. Besser als erwartet entwickelte sich auch der Empire State-Index, der die Aktivität des produzierenden Gewerbes im Großraum New York misst.
Nachrichtenlos konnten sich heute die Aktien von K+S mit einem Plus von 7,00 Prozent auf 47,99 Euro an die Spitze der Gewinnerliste setzten. Freundlich präsentierten sich auch die Papiere der Deutschen Börse (+6,38%) und der Deutschen Bank (+3,68%). Die Deutsche Post hat wie vorgesehen die erste Hälfte ihres Aktienpakets an der Deutschen Bank am Markt verkauft und hält nun nur noch 4 Prozent an dem Frankfurter Geldinstitut. Der Verkauf der rund 25 Millionen Aktien sei zu einem Preis erfolgt, der zu einem zusätzlichen Mittelzufluss von rund 100 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglich vereinbarten Preis geführt habe, teilte der Logistikdienstleister mit. Nach anfänglichen Kursgewinnen drehten die Aktien der Deutschen Post ins Minus. Bis zum Xetra-Schluss büßten die Papiere 1,63 Prozent auf 9,36 Euro.
Nur optisch im Minus notierten die Aktien von BMW (-0,55%). Die Aktionäre des Münchener Autohersteller haben heute ihre Dividende für das Geschäftsjahr 2008 (0,30 Euro je Aktie) erhalten. Bereinigt um den Dividendenabschlag konnte der Titel zulegen.
In der zweiten Reihe standen die Aktien von Arcandor im Blickfeld. Der Handelskonzern will im Rahmen der anstehenden Refinanzierung eine Staatsbürgschaft in Höhe von 650 Millionen Euro aus dem von der Bundesregierung aufgelegten Deutschlandsfond beantragen. Außerdem will sich das Unternehmen um einen Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus dem dafür aufgelegten Sonderprogramm bewerben. Auch wenn derzeit noch darüber gestritten wird, ob Arcandor die harten Kriterien für eine staatliche Unterstützung erfüllt, können die Aktien um 7,77 Prozent auf 2,08 Euro zulegen.
Die Hamburger Hafen und Logistik AG findet sich dagegen mit einem Minus von 4,59 Prozent auf 25,75 Euro am Ende des Kurszettles wieder. Umsatz und Gewinn des Hafenkonzerns sind im ersten Quartal stärker gefallen als erwartet.
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