DAX: "Über allem schwebt die unendliche griechische Tragödie"
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DAX
Die Unsicherheit um die weitere Entwicklung in der griechischen Schuldenaffäre spiegelt sich am Markt in Kaufzurückhaltung wider. Nach einem guten Start rutschte das Marktbarometer DAX in die Verlustzone und notierte zuletzt bei 11.402 Punkten (-0,10 %). Über allem schwebe die "unendliche griechische Tragödie", das Warten auf neue Impulse gehe weiter, kommentierte das Bankhaus Löbbecke das aktuelle Handelsgeschehen. Zudem drückten heute eher enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone auf die Stimmung am Markt.
Thema des Tages
Griechenland steht in den Verhandlungen über neue Kapitalhilfen unter enormen Zeitdruck, weil es im Juni knapp 1,6 Mrd. Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen muss. Laut EU-Digitalkommissar Oettinger hat die griechische Regierung sogar kein Geld mehr für ihre Auftragnehmer. Nach seinem Kenntnisstand bezahle die griechische Regierung seit Wochen keine fälligen Rechnungen mehr an Lieferanten und Handwerker, die im Auftrag des Staates arbeiten würden, sagte Oettinger der „Welt“.
Gleichzeitig machte der deutsche EU-Komissar Hoffnung auf eine Einigung in den laufenden Schudlenverhandlungen. „Es wird Fortschritte auf Arbeitsebene brauchen, um uns - vielleicht sogar bis Ende der Woche - auf eine Reformagenda zu verständigen, die die Auszahlung der letzten Tranche aus dem laufenden Hilfsprogramm einleitet“, so Oettinger. Nach Ansicht des griechischen Regierungschefs Tsipras liegt es nicht an der Uneinsichtigkeit Athens, dass in der Schuldenkrise nach Monaten noch keine Übereinkunft erzielt worden ist. Schuld seien vielmehr neoliberale Kräfte in der EU, die an seinem Land ein Exempel statuieren wollten, schrieb der Linkspolitiker in einem Beitrag für die französische Zeitung "Le Monde“. „Alle Länder, die der Macht (der Neoliberalen) nicht nachgeben wollen, sollen demnach hart bestraft werden.“ Die Strafen bestünden nicht nur in der Auferlegung einer strengen Sparpolitik, sondern könnten auch Einschränkungen des Kapitalverkehrs oder die Einführung einer Parallelwährung neben dem Euro zur Folge haben.
Griechenlands Probleme besprechen am Montag Bundeskanzlerin Merkel, der französische Präsident Hollande und EU-Kommissionschef Juncker bei einem Treffen im Berliner Kanzleramt. Juncker warnte im Vorhinein bereits eindringlich vor einem Ausscheiden des Landes aus der Eurozone.
Aktien im Blick
Bei der Munich Re sorgt ein leicht negativer Analystenkommentar für Abgaben (akt.: -1,19 %). Die Analysten von JPMorgan streichen das Papier von einer Empfehlungsliste.
Bayer MaterialScience bekommt einen neuen Namen. Ab 1. September 2015 firmiert das Unternehmen unter Covestro. Bayer will das Kunststoffgeschäft bis spätestens Mitte 2016 an die Börse zu bringen. Die Aktie legt akt. um ein halbes Prozent zu.
Die Dt. Annington ist nach Zahlen und einem optimistischen Ausblick gefragt. Aktuell springt das Papier um 5,96 % nach oben. Der Vorstand hat das Synergieziel aus der Gagfah-Übernahme angehoben.
Konjunktur
Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Industrieunternehmen in der Eurozone stieg im Mai nach finalen Daten um 0,2 Punkte auf 52,2 Zähler. In der ersten Schätzung war ein etwas stärkerer Anstieg auf 52,3 Punkte ermittelt worden.
Die Analysten von JPMorgan geht davon aus, dass die weltweiten Aktienmärkte ihre Rally im zweiten Halbjahr wieder aufnehmen werden.
Der BA-X Stellenindex steigt im Mai auf ein Hoch von 187 Punkten. Das bedeutet, dass die Zahl der offenen Stellen in Deutschland einen neuen Rekordwert erreicht hat.
Laut dem Branchenverband VDMA ist Auftragseingang im deutschen Maschinenbau im April real um 2 Prozent zum Vorjahresmonat geschrumpft.
Währungen
Der US-Dollar ist fester in die neue Handelswoche gestartet. Die US-Valuta profitiert weiterhin von der Erwartung, dass es in den Vereinigten Staaten nach einer Schwächephase im ersten Quartal nun wieder aufwärts geht. EUR/USD notierte bislang bei 1,0889 im Tief, wobei die Gemeinschaftswährung auch der nicht enden wollende Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern belastet.
GBP/USD fiel nach einem enttäuschenden britischen Einkaufsmanagerindex (PMI) bislang bis zutiefst 1,5199 zurück – ein frisches Dreiwochentief. USD/JPY handelt nach einem Anstieg des japanischen PMI weiterhin in der Nähe seines am 28. Mai 2015 bei 124,46 erreichten Zwölfjahreshochs (aktuell bei 124,04). USD/CHF legt trotz eines überraschend starken schweizerischen PMI zu und notierte bislang bei 0,9480 im Hoch.
Rohstoffe
Die Ölpreise sind schwächer in die neue Handelswoche gestartet, wobei die Notierungen die nach wie vor rekordhohe saudi-arabische Produktion belastet. Aktuell kostet ein Barrel WTI-Öl 59,59 Dollar (-1,19 %).
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